Schnäppchenjäger in Lauerstellung

Black Friday auch in Plettenberg: Wer mitmacht und wer nicht

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Plettenberg - Unzählige Schnäppchenjäger liegen heute auf der Lauer, um am Black Friday von den satten Rabatten der Händler zu profitieren. Nicht nur im Internet ist der Schnäppchentag mittlerweile ein großes Thema, sondern auch in einigen Plettenberger Geschäften.

Der Elektronikhandel Expert Weyand in Eiringhausen ist ein Beispiel dafür, dass der große Rabatttag längst in Plettenberg angekommen ist. „Der Black Friday wird für uns und den Expert-Verbund von immer größerer Bedeutung“, erklärt Weyand-Geschäftsführerin Christiane Holzmann, dass in der Elektronik-Branche der wohl härteste Preiskampf am Black Friday ausgefochten wird. Entsprechend werden den Kunden hier auch die ganze Woche über viele Angebote gemacht – und aus der Sicht von Christiane Holzmann seien die sehr gut.

„Es kommen Preise zustande, die es das ganze Jahr über nicht wieder geben wird“, widerspricht die Weyand-Geschäftsführerin den bösen Rufen, dass es sich beim Black Friday um reine Lockangebote handeln würde. Funktionieren würde das nur, weil die Händler auf einen großen Teil ihrer Marge verzichten würden und weil ihnen auch die Hersteller mit ihren Rabatten entgegen kommen würden.

Die kleineren Margen bestätigt auch Rainer Eiden, Geschäftsführer der Parfümerie Aurel. „Natürlich bietet der Handel seine Produkte lieber zu Normalpreisen an. Aber der Kunde erwartet, dass die Geschäfte bei solchen Aktionen wie dem Black Friday mitmachen, egal in welcher Branche, ob online oder offline. Und da spielen wir gerne mit.“

Aus diesem Grund hat Rainer Eiden für seine Parfümerie-Filialen, unter anderem in Plettenberg, den weltweit geschützten Begriff Black Friday in Pink Friday umbenannt und ausgerufen. „Reisende hält man nicht auf“, sagt Eiden zu der Teilnahme an diesem Trend, der aus den USA herübergeschwappt ist. Es sei vergleichbar mit Halloween: „Das kannte früher auch keiner...“

Was auffällt, ist, dass vor allem Einzelhandelsketten am „Schwarzen Freitag“ oder sogar die ganze Woche über mit besondereren Rabattaktionen locken – neben Weyand und Aurel zum Beispiel auch das Fitnessstudio Mrs. Sporty oder der Modepark Röther. „Es ist eine wichtige Aktion geworden“, sagt Modepark-Filialleiter Jochen Bastert.

Aber was ist mit den Einzelhändlern, die zu keiner Kette gehören? Der Gang durch die Fußgängerzone und der Blick auf die Anzeigen in der Heimatzeitung zeigt, dass der Black Friday bei ihnen so gut wie kein Thema ist. Angebote gebe es ohnehin, dafür brauche es bei ihr keinen Black Friday, sagt zum Beispiel Alexandra Hahn vom gleichnamigen Wäschemodengeschäft. Sie meint: „Es würde nur Sinn machen, wenn alle mitziehen.“

Esther Pietsch von der Buchhandlung Plettendorff findet, dass der Titel Black Friday nicht „diese Wertigkeit“ vermittele, sondern eher ein Gefühl des Großkampfes, eine Alle-stürzen-sich-auf-die-Schnäppchen-Mentalität vermittele. Hinzu komme der Begriff an sich; „Schwarzer Freitag – das ist für mich negativ verknüpft. Das ist nicht das, was wir signalisieren wollen“, sagt Esther Pietsch und erinnert ähnlich wie Alexandra Hahn an Rabattaktionen, die auch ohne Black Friday regelmäßig durchgeführt werden.

Aber warum werden solche Aktionen nicht einfach mit dem Black Friday verbunden, dann vielleicht unter einem positiveren Titel? „Gar keine schlechte Idee“, fand Esther Pietsch gestern auf die Nachfrage unseres Reporters, überlegte kurz und verkündete dann ihre ganz spontane Idee: „Wir machen einfach einen Green Friday!“ Sprach’s und nahm umgehend mit ihren Mitarbeitern die kurzfristigen Planungen für den heutigen Tag auf...

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