Kirchenbänke aus dem MK bald in Kroatien

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Die Kirchenbänke in der Ohler Kirche sollen nach dem Verkauf der Kirche an eine kroatische Gemeinde veräußert werden. Den Kontakt stellte das Bistum Essen her.

Plettenberg – Wer die Ohler Kirche St. Maria Königin kennt und im nächsten Jahr seinen Urlaub in Kroatien verbringen möchte, der könnte ein Déjà-vu-Erlebnis haben, wenn er dort eine Kirche besucht. Mit etwas Zufall könnten sich die Touristen aus Plettenberg nämlich in Kroatien auf den Kirchenbänken niederlassen, die zurzeit noch in der Ohler Kirche zu finden sind.

Wie Pfarrer Patrick Schnell erklärte, habe man über das Bistum Essen eine Kirchengemeinde in Kroatien ausgemacht, die Interesse an den Ohler Kirchenbänken und an anderem Mobiliar habe und diese der Pfarrei St. Laurentius abkaufen wolle.

 Dazu erklärte Thomas Rünker aus der Stabsabteilung Kommunikation des Bischöfliche Generalvikariats in Essen folgendes: „Grundsätzlich ist es so, dass das Inventar einer Kirche – wie die Kirche selbst – Eigentum der Kirchengemeinde ist. Wird eine Kirche aufgegeben, bemühen sich die Gemeinden in der Regel, das Inventar zunächst innerhalb der eigenen Pfarrei weiter zu nutzen. Gerade für Kirchenbänke ist dies jedoch nur selten möglich. Oft ist daher, wie im Fall der Ohler Kirche eine Weitergabe an andere Gemeinden im Ausland ein für alle Seiten guter Weg“, so Rünker. Der Kontakt für einen solchen Verkauf könne dabei auf ganz unterschiedliche Weise zustande kommen: Viele Gemeinden hätten beispielsweise langjährige Partnerschaften mit Gemeinden in Ost- und Südosteuropa. „Teilweise fragen ausländische Gemeinden aber auch in der Fachabteilung des Bischöflichen Generalvikariats an“, so Rünker. Im Bistum unterstütze man die Pfarreien bei der Auflösung einer Kirche. 

Kirchliche Einrichtungsgegenstände, die noch für den Gemeinderaum unterhalb der Kirche verwendet werden können, will man behalten. In dem Zusammenhang betonte Pfarrer Schnell noch einmal, dass er sich sehr freue, dass man den Raum unter der Kirche weiter nutzen könne. Die Kirche und das Pfarrhaus sollen noch in diesem Jahr in den Besitz der Firma IWM übergehen. Während das Pfarrhaus saniert und vermietet werden soll, sind in der Kirche nach einem entsprechenden Umbau Büro- und Schulungsräume sowie ein Mehrzweckraum in der noch zu errichtenden zweiten Ebene geplant. Den Erlös aus dem Verkauf der Kirche und des Pfarrhauses darf die Pfarrei St. Laurentius behalten und für die Unterhaltung der übrigen Gebäude verwenden. 

Zu den aktuellen Diskussionen rund um die Bonifatiuskirche, über deren Kauf durch die Stadt ursprünglich in der nächsten Ratssitzung entschieden werden sollte, äußerte sich Pfarrer Patrick Schnell wie folgt: „Auch wenn die Entscheidung noch nicht Rat gefällt wird, sehe ich das im Moment nicht so dramatisch. Die Entscheidung über den Kauf wurde meines Wissens im Verwaltungsrat getroffen. Deshalb gehe ich auch davon aus, dass es zum Kauf kommt, da die Kirche ja für das Stadtarchiv genutzt werden soll. Wir müssen abwarten, aber ich bin optimistisch, dass es klappt.“

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