1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

„Rauchende Radler“: Biergericht der Eiringhauser Schützen

Erstellt:

Von: Ailan Na-Schlütter

Kommentare

Die Offiziere und ihre einheitlichen Badehosen bestanden den „spontanen“ Wassertest.
Die Offiziere und ihre einheitlichen Badehosen bestanden den „spontanen“ Wassertest. © Na-Schlütter

Wer meint, dass nach drei Jahren Schaffenspause das Eiringhauser Biergericht (BG) um Präses Carsten Göbel keine gute Verurteilungsshow auf die Beine bekommt, hat sich grundlegend getäuscht. Natürlich sorgten die Eiringhauser Schützen selbst gründlich dafür, dass der Stoff, aus dem BG-Verurteilungen gewebt sind, nicht ausgeht.

Plettenberg - So erfuhr Sven Rother, dass eigener Schaden nicht vor Strafe schützt. Durch ein gewisses Quantum alkoholischer Getränke beeinträchtigt, stolperte Rother zu Hause im Beisein eines BG-Kollegen unglücklich in seine Feuerschale. Diese Szene musste Rother auf der Bühne nachstellen, sein Kollege eilte ihm hilfreich zur Seite, um seine Brandwunden zu versorgen. Das Biergericht meinte dazu, dass der Schütze doch sorgsamer mit seiner Gesundheit umzugehen hätte.

Ebenfalls mangelnde Sorgfaltspflicht in Bezug auf das Thema Gesundheit legte das BG Uwe Teckhaus zur Last. Ihn erwischte man dabei, rauchend auf seinem E-Bike durch die Landschaft zu fahren. Das widerspräche doch wirklich dem Ziel des Fahrradfahrens. Teckhaus wurde auf dem Standfahrrad strampelnd aufgezeigt, um wie viel gesünder es doch sei, mit qualmenden Reifen anstatt mit qualmendem Rauchwerk durch die Lande zu fahren.

Amüsante Geschichten gab Staatsanwalt André Böcker beim Schnellgericht zum Besten. Unter anderem verurteilte das Gericht Christian Hagedorn, seines Zeichens in 2011 Kinderkönig und 2017 Jungschützenkönig, aufgrund seiner sträflichen Vernachlässigung der ihm überreichten Orden zu seinen erreichten Ämtern. Drei Jahre lang vegetierten die stolzen Zeichen seiner Amtswürden in der Asservatenkammer des Biergerichts und wurden von Hagedorn nicht vermisst.

Ungeschoren kam auch Roger Ackerschott nicht davon. Er maßte sich an, das Hohe Gericht zu beleidigen: „Ich habe die Show beobachtet und mir Notizen gemacht. Ihr denkt, ihr seid wichtig.“ Einen obendrauf setzte er damit, dass er Staatsanwalt André Böcker beschimpfte: „Du bist ein aufgeplusterter, irrelevanter Scheißkerl...“ Ob da mit einem gewissen Zustand mildernde Umstände beantragt werden konnte?

Zu viel Wissen ist nicht immer von Vorteil: Bei der Raterunde der Biergerichtsvertreter aller Schützenvereine tat sich PSG-Präses Sebo Kintner hervor. Genutzt hat es ihm nichts, denn mit einem gewissen Schalk im Nacken verdonnerte ihn das Äggeriner BG dazu, ihre Abschlusssitzung im kommenden Jahr bei ihm auszurichten.

Dass die Bierrichter ihre Urteile auch spontan umdisponieren, erlebte Offizier Andreas Göbel: In der Wette mit André Böcker ging es darum, dass Böcker es nicht schaffe, 15 Offiziere mit einheitlichen Badehosen auszustaffieren. Auf der Bühne wurde dann nach Besorgung dieser Requisite der Spies umgedreht: Göbel seinerseits musste es nun schaffen, dass 15 Offiziere sich bereit erklärten, diese Badehosen anzuziehen und sich auf der Bühne einem Wassertest zu unterziehen. Nunja, ein Hingucker fürs Publikum war es allemal und trotzdem musste Göbel kalt duschen und obendrauf noch die Badehosen bezahlen.

Schlag auf Schlag ging es drei Stunden lang im Schützenzelt unter der Hochstraße – mit dem üblichen Feldquartier auf der Bühne am Ende.

Auch interessant

Kommentare