Bezahlen mit dem Handy bald einfacher

Bares wird Rares in der Innenstadt - diese Neuerung erwartet Kunden

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Schon vor Corona habe sich der Trend zur Kartenzahlung bei Wäschemoden Hahn abgezeichnet, sagt Inhaberin Alexandra Hahn.

Plettenberg – Mit Karte durch die Innenstadt: Die Plettenberger haben in den letzten Monaten deutlich weniger mit Bargeld bezahlt, berichten Einzelhändler und Banken. Klar ist aber auch: Von heute auf morgen werden Scheine und Münzen nicht verschwinden.

Wann besonders mit Karte gezahlt wurde? „Unmittelbar vor und nach dem Lockdown“, berichtet Esther Saalborn, Inhaberin der Buchhandlung Plettendorff. Aufgefallen ist dabei eine praktische Funktion: „Viele haben entdeckt, dass sie mit ihrer Karte kontaktlos zahlen können“. Hierfür muss die Karte nur kurz an das Lesegerät gehalten und die PIN nicht eingegeben werden.

Inzwischen habe sich die Situation wieder etwas normalisiert. Es würde auch weiterhin mit Bargeld gezahlt. Einige Kunden fragten auch explizit nach: „Nehmen Sie Bargeld?“, so die Inhaberin.

Mit einem klaren „Ja“ antwortet auch Bettina Neumann, Inhaberin von Uhren & Schmuck Bitzhenner, auf die Frage, ob in letzter Zeit mehr mit Karte gezahlt wurde. „Das hat sich durch Corona verändert“, sagt sie. Vor allem Jüngere und Kunden mittleren Alters griffen gerne zur Karte und nutzten auch das kontaktlose Bezahlen. Um es den Kunden noch einfacher zu machen, wurde bei Bitzhenner auch ein mobiles Lesegerät angeschafft. Ältere Kunden hingegen zahlten lieber mit Bargeld, erklärt Neumann.

„Schon vor Corona wurde immer mehr mit Karte bezahlt“, berichtet Alexandra Hahn, Inhaberin von Wäschemoden Hahn. Corona habe diesen Trend vielleicht ein bisschen verstärkt, schätzt sie. Das Lesegerät werde regelmäßig desinfiziert. Kunden haben auch die Wahl, das Gerät vor dem Benutzen selbst zu reinigen.

Die Volksbank bestätigt den Eindruck der Einzelhändler auf Nachfrage: „Wir haben besonders im April einen deutlichen Rückgang an Bargeldabhebungen gehabt“, erklärt Pressesprecher Thomas Sommer mit Blick auf die Automaten in der Umgebung. In den darauffolgenden Monaten Mai und Juni seien die Abhebungen jeweils wieder leicht gestiegen, so Sommer.

Zahlungslimit erhöht für kontaktloses Zahlen

Bei der Sparkasse ist das ähnlich. Pressesprecher Tomislav Majic spricht von „verringerten Bargeldverfügungen an unseren Geldautomaten“. Weiter auf dem Vormarsch sei das kontaktlose Bezahlen. „Der Wandel setzt sich immer mehr durch.“ Die Kunden hätten diese Zahlungsweise sehr gut in ihren Alltag und ihre neue Normalität integriert, „weil es hygienisch, einfach und sicher ist“, so Majic. Zuletzt wurde das Zahlungslimit für das kontaktlose Zahlen ohne PIN-Eingabe von 25 auf 50 Euro erhöht.

Wichtiger werden auch Transaktionen mit Smartphones, beispielsweise über Apple Pay. Diese Technologie und deren Weiterentwicklung werde nach Meinung der Sparkasse dazu führen, „dass fast alles damit bezahlt werden kann“, so der Pressesprecher.

Apple Pay bald auch über Girocard

Bezahlen mit dem Handy wird nicht nur immer beliebter, sondern bald auch noch unkomplizierter. Die Sparkassen werden in Deutschland die ersten sein, deren Kunden im Spätsommer auch die Girocard für Zahlungen mit Apple Pay einsetzen können. „Damit bieten wir eine besonders sichere und individuelle Möglichkeit, mit Apple-Geräten zu bezahlen“, erklärt Sparkassen-Pressesprecher Tomislav Majic. Bislang war das nur mit Kreditkarten möglich. Die Girocard ist die in Deutschland am häufigsten beim Einkaufen im Alltag eingesetzte Karte.

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