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48-Jähriger verspricht Rolex-Uhr zu Vorzugspreis: Käufer begeht schweren Fehler

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Von: Thomas Krumm

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Auf eine Rolex (Symbolfoto) hatten es die beiden jungen Männer abgesehen, die sich derzeit vor dem Jugendschöffengericht in Frankfurt wegen Raubes verantworten müssen.
Der 48-jährige Plettenberger versprach einem potentiellen Käufer eine teure Luxus-Uhr der Marke Rolex für 6.500 Euro - viel zu günstig, um wahr zu sein. © imago/UPI Photo

22 000 Euro für einen Audi A 6, 6.500 Euro für eine Armbanduhr der Marke Rolex: Teure Dinge versprach ein heute 48 Jahre alter Plettenberger einem Autokäufer und einem Freund teurer Uhren.  Die interessierten Käufer gingen jedoch einem Betrüger auf den Leim.

Denn weder das Auto, noch die Uhr kamen jemals bei den Käufern an. Da sie auch ihr Geld nicht zurückbekamen, musste sich der 48-Jährige bereits im August 2021 im Amtsgericht Plettenberg wegen des Uhrenbetruges verantworten. Nun fand die nächste Gerichtsrunde im Amtsgericht Altena statt.

Erstaunlicherweise hatte der Plettenberger einen solventen Käufer für die angebliche Rolex-Uhr gefunden: 6 500 Euro wurden dem 48-Jährigen überwiesen, der die Uhr aber nie verschickt hatte. Seiner Verhandlung im Amtsgericht Plettenberg war der 48-Jährige ferngeblieben. Die zuständige Richterin erließ daraufhin einen schriftlichen Strafbefehl, der den Angeklagten in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilte.

Die nächste Gerichtsrunde fand nun im Amtsgericht Altena statt, da der Angeklagte sich nunmehr vor einem Schöffengericht zu verantworten hatte. Er gab zu, dass er von einem Zeugen 22 000 Euro entgegengenommen hatte, um für diesen einen Audi A 6 zu beschaffen. Doch weder kam das Auto an, noch bekam der Zeuge sein Geld zurück.

Zu den Hintergründen des „Geschäfts“ wollte sich der Angeklagte nicht äußern. Er deutete nur mehrfach an, dass ihn niemand vor den Problemen schützen würde, die folgen würden, sollte er „auspacken“. Das war zu unkonkret, um eine Erklärung für den massiven Betrug zu liefern. Und so sah auch das Schöffengericht konsequenterweise wenig Anlass für ein mildes Urteil: Die Richter verurteilten ihn wegen des Auto-Betrugs letztlich zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Die Strafe aus dem Amtsgericht Plettenberg wurde einbezogen, was in der juristischen Summe eine Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten ergab.

Bei dieser Strafhöhe musste über eine mögliche Aussetzung zur Bewährung nicht mehr gesprochen werden. Verteidiger Martin Düerkop hatte eine solche beantragt und auf energische Anstrengungen seines Mandanten verwiesen, sich beruflich fortzubilden: „Der hat hier eine reelle Chance, aus seinem Leben etwas zu machen.“

Angesichts von etwa 30 Vorstrafen – unter anderem aus den Bereichen Nötigung, Betrug, Untreue, Verstoß gegen das Waffengesetz und räuberische Erpressung – hätte der Angeklagte aber schon ein sehr überzeugendes Zukunftskonzept vorlegen müssen, um eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung zu erreichen. Ob er aber tatsächlich ins Gefängnis muss, ist offen: Sein Gesundheitszustand ist schlecht, eine ärztliche Bescheinigung attestiert ihm „Haftuntauglichkeit“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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