„Wir brauchen einen freien Handel für Unternehmen“

Betriebsbesichtigung und Austausch bei C.D. Wälzholz mit Dagmar Freitag

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Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag besuchte gestern die Firma C.D. Wälzholz in Eiringhausen. Nach einem Betriebsrundgang konnten einige Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Fragen stellen.

Plettenberg - „Ich hoffe, dass die dreieinhalb Jahre ohne größeren Schaden vergehen und dass Donald Trump dann nicht noch einmal zum Präsidenten gewählt wird“, antwortete Dagmar Freitag gestern auf die Frage eines Mitarbeiters von C.D. Wälzholz, ob sie glaube, dass sich die Wogen in Amerika wieder glätten würden.

Nachdem die SPD-Bundestagsabgeordnete in den Produktionshallen herumgeführt worden war und sich über das Unternehmen informiert hatte, konnten einige Mitarbeiter mit der Politikerin ins Gespräch kommen und ihr Fragen stellen. Dagmar Freitag befürwortete im Zusammenhang dieser Frage zu Donald Trump, dass es in Deutschland eine Koalition gebe. Diese verhindere, dass sich das Land komplett radikalisieren könne. Durch die Koalition müsse man jedoch auch Kompromisse eingehen, weshalb man nicht alle Wahlversprechen halten könne. Dr. Hans-Toni Junius, Geschäftsführender Gesellschafter von C.D. Wälzholz, sah die Gefahr der Radikalisierung des Landes ähnlich kritisch wie Dagmar Freitag. „Extreme Links- und Rechtsparteien schaden dem Unternehmen. Wir brauchen einen freien Handel, Freizügigkeit und wir haben viele gute Mitarbeiter, die aus dem Ausland kommen und schon lange hier leben“, erklärt er. C.D. Wälzholz ist ein Unternehmen, das im internationalen Wettbewerb steht. Das gelte für viele Unternehmen in Deutschland, weshalb auch die Standortbestimmungen gut sein müssten. Dass Dagmar Freitag sich dafür einsetzt, zeigte sie bereits in der Vergangenheit, als es um die Netzentgeltentwicklung ging. Eine deutliche Erhöhung der Energiekosten wäre für das Unternehmen in Eiringhausen eine Existenzbedrohung gewesen, weshalb man sich damals an Dagmar Freitag wandte, die den Kontakt zu Sigmar Gabriel suchte, um eine Lösung zu finden, die den heimischen Mittelstand gerettet habe. 

Überblick über heimische Unternehmen 

Was es bedeute, wenn viele Menschen den Job verlören, könne man jetzt bei Dura sehen. Auch für diese Firma habe sich Dagmar Freitag eingesetzt. „Bei Dura konnte ich allerdings nicht helfen, weil die Entscheidung letztendlich in den USA getroffen wurde“, erklärt die Bundestagsabgeordnete. Mit den Firmenbesuchen verschaffe sie sich einen Überblick, um zu wissen, was sie in Berlin im Bundestag für die Industrie vor Ort tun kann. Wie es bei C.D. Wälzholz aussieht, konnte sich Dagmar Freitag bei der vorherigen Betriebsbesichtigung anschauen. Dabei bekam die Bundestagsabgeordnete neben dem Herzstück des Unternehmens, dem Vergüteofen, auch einen eigenen Gleisanschluss der Firma zu Gesicht. 90 Prozent der Anlieferungen kommen mit der Bahn über dieses Gleis in der Halle des Unternehmens an, das direkt an den Bahngleisen angesiedelt ist. Abtransportiert wird der Bandstahl jedoch hauptsächlich per Lkw. Das liege zum einen an den Möglichkeiten der Kunden, die keinen Gleisanschluss haben und zum anderen, da der Transport mit dem Lkw besser zu händeln sei durch kleinere Mengen und die Fahrtzeit besser zu kalkulieren sei. Die Kalkulierbarkeit habe sich durch die zahlreichen Baustellen auf den Autobahnen jedoch derzeit geändert. 

Fluktuation nach Ausbildung hoch 

Ein weiteres Thema, das das Unternehmen beschäftigt, ist zudem der Fachkräftemangel. Fast alle Auszubildenden würden nach ihrer Lehre übernommen. Trotzdem sei es schwierig, alle Berufe zu besetzen. Während für den Beruf des Verfahrensmechanikers, für den als Voraussetzung der Abschluss der Haupt- oder Realschule reicht, gerade einmal genügend Bewerber da seien, gebe es andere Berufe, bei denen die Fluktuation nach Ende der Ausbildung sehr hoch sei. „Es nützt uns nichts, wenn die Azubis eine tolle Ausbildung bei uns absolvieren und danach weg sind und studieren gehen“, erklärt Dr. Heino Buddenberg, technischer Geschäftsführer C.D. Wälzholz. Das Ziel des Unternehmens sei es, dass sich die Mitarbeiter einfänden und blieben. Insgesamt hat das Werk in Plettenberg übrigens 270 Mitarbeiter, zu denen auch die 23 Auszubildenden zählen. Vier der derzeitigen Azubis in Eiringhausen sind Frauen, womit es zwar immer noch wenige weibliche Auszubildende gibt, aber das Bild sich im Vergleich zu vor einigen Jahren schon verändert habe. Während die Ausbildung zur Werkstoffprüferin schon häufiger in allen Werken absolviert wurde, ist es nun das erste Mal, dass zur Verfahrensmechanikerin und zur Zerspanungsmechanikerin ausgebildet wird und Plettenberg dabei der Vorreiter der Wälzholz Werke ist.

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