Temperament und Klassik

Gut besuchtes Konzert des Arie Duo im Ratssaal

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Begeisterte auf der ganzen Linie: das Arie Duo.

Plettenberg – Wenn ungarisches Temperament und klassische spanische Musik aufeinandertreffen, verspricht das ein aufregendes Konzert. So geschehen am vergangenen Samstag im Ratssaal.

R. B. Makler hatte in Zusammenarbeit mit der GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit in Münster und der Stadt Plettenberg dieses besondere Konzert arrangiert. Bisher fanden solche Auftritte in einem Wohnzimmer statt. Der Zuspruch wurde immer stärker, sodass die Stadt gern mit ins Boot genommen wurde und damit alle Plettenberger Bürger dazu geladen waren. Trotz des ungemütlichen Wetters war der Ratssaal am Wochenende voll besetzt. Bürgermeister Ulrich Schulte dankte den Plettenberger Maklern.

Die Fusion trägt auch dazu bei, die Plettenberger, klassische Musikszene zu bereichern und jungen, talentierten Künstlern eine Plattform zu ermöglichen. Denn junge Besucher bleiben seit Jahren aus, während aber an deutschen Musikhochschulen laufend hoch qualifizierter Nachwuchs herangebildet wird. Bei anderen Nationen sollen diese Bildungsstätten hochbeliebt sein.

Die vortragenden Künstler waren das Arie Duo, die ungarische Querflötistin Anita Farkas und der peruanische Gitarrist Carlos Arancibia Navarro. Sie hatten ein Potpourri bekannter Melodien aus Opern ausgesucht mit Themen von Rossini und Donizetti nach Mauro Giuliano.

Der Ratssaal war zum Konzert der ungarische Querflötistin Anita Farkas und des peruanischen Gitarristen Carlos Arancibia Navarro bestens gefüllt.


Gleich zu Beginn bewies Farkas – hier als Führungsinstrument – ihre brillante Kunstfertigkeit des minutiösen Vortrags gepaart mit der heiteren Leichtigkeit der Themen der Solo- und Orchesterteile bei perfekter Interpretation. Die Gitarre fungierte als fundamentgebender Continuo. Wien und der Opernball ließen grüßen. Den Beschluss bildeten atemberaubende schnelle und hohe Läufe.

Es folgte eine „Fantasy on Themes – die Fledermaus“ von Alan Thomas, diesmal gefällig und anheimelnd, wobei die Gitarre den Solopart und die Flöte das Orchester übernahmen – sehr zurückgenommen, fast unhörbar, zart und anheimelnd, ganz, ganz leise wie auf Zehenspitzen, als feinstes Gespinst auf einer Kommode.

Navarro selbst hatte von Francois Borne „Fantasie Brillante sur Carmen“ arrangiert. Es führte in zeitnähere Harmonien und mündete wieder in rasend schnelle Oktavläufe mit Flageoletttechnik, in die wieder weitere Läufe hineingepackt wurden – phänomenal!

Diffus begannen „Estructuras sobre El Condor Pasa“ von P. R. Chirinos mit geräuschmalerischen Strichen über die leeren Saiten der Gitarre und melancholischem Einstieg der Flöte mit der tiefen Oktave, atonal, dann aber in die höchsten Töne schrill und kreischend und mündete verebbend.

Ein Solostück für Gitarre des bekannten Spaniers Fernando Sor bereicherte die Bandbreite und für Flöte von S. Mercadante „Reich mir die Hand, mein Leben“ ebenso. Pablo de Sarasate wartete mit einer „Carmen Fantasy“ für Flöte solo auf. In dem undenkbar schnellen Schluss schient die Interpretin sich selbst überholen zu wollen.

Applaus und Bravorufe des Publikums wollten nicht enden. Blumen wurden verteilt. Eine Samba bildete die Zugabe. - von Ursula Neukirch

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