Krankenhaus Plettenberg verkauft drei Häuser und präsentiert neuen Chefarzt

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Das Geriatrie-Team um den neuen Chefarzt, Dr. Guido Orth (4. von links), mit der Chefärztin der Viszeral-Chirurgie Muazzez Citlak (links), Dr. Georg Krupp, Chefarzt für Gastroenterologie, Pflegedienstleiter Heiko Heseler, Burkhard Gries, Leiter des Therapiezentrums, Mechthild Decker-Maruska, Nino Arra (beide Sozialer Dienst) und Elke Reperich, Leiterin des Seniorenzentrums.

Plettenberg – Das Radprax-Krankenhaus in Plettenberg hat nach längerer Suche einen neuen Chefarzt für die Geriatrieabteilung gefunden. „Es fehlte das Gesicht der Abteilung“, sagte Dr. Georg Krupp, Chefarzt für Gastroenterologie, und freute sich deshalb sehr, seinen neuen Kollegen Dr. Guido Orth begrüßen zu dürfen.

„Es ist eine Riesen-Erleichterung, dass wir die Stelle so gut besetzen konnten“, zeigte sich auch Radprax-Geschäftsführerin Barbara Teichmann erleichtert. Über ein Jahr habe die Suche gedauert, die man mit Honorarkräften überbrückte. „Wir haben mehrere Bewerber auf Herz und Nieren geprüft“, sagte Teichmann, die den neuen Chefarzt kürzlich  im größeren Kreis im Krankenhaus präsentierte. Der 50-jährige Chefarzt Dr. Guido Orth, der in einem 300 Seelen-Dorf im Hunsrück aufwuchs, arbeitete zuletzt im rheinländischen Emmerich und will bald seine Zelte in Plettenberg aufschlagen. 

„Ich freue mich auf die Aufgabe, da ich das Konzept der integrierten Geriatrie sehr interessant finde“, betonte Orth bei seiner Vorstellung. Unter seiner Leitung soll das Prinzip der integrierten Geriatrie (Altersmedizin) weiter optimiert werden. Dabei werden ältere Patienten mit vielfältigen Beschwerden neben der eigentlichen Diagnose auf den Fachstationen Innere Medizin oder Chirurgie behandelt und zusätzlich geriatrisch betreut. Nach dem Umbau der Station 2 stehen dafür mehr als ein Dutzend alten- bzw. behindertengerecht eingerichtete Zimmer zur Verfügung. Weitere Betten für geriatrische Patienten sind auf den anderen Stationen des Plettenberger Krankenhauses verfügbar. 

Großen Wert legt die Krankenhausleitung auch auf den speziellen Pflegebedarf und ließ deshalb insgesamt elf Pflegefachkräfte im und außerhalb des Hauses schulen. Das Team um Schwester Mechthild Decker-Maruska kümmert sich zudem darum, wie es für die Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt anschließend zu Hause weitergeht. Ein wichtiger Bestandteil des integrierten Geriatriekonzeptes ist auch das Therapiezentrum, in dem die Patienten in den Bereichen Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie Hilfe erfahren können. Laut Dr. Orth würden oft Patienten aufgenommen, die ohnehin schon an verschiedenen Symptomen leiden. In Teamarbeit gelte es dann, das optimale Behandlungsergebnis für den Patienten zu erreichen.

 „Wir setzen auf eine enge Verzahnung zwischen den einzelnen Abteilungen“, betonte gestern auch Chefarzt Dr. Krupp. Anders als in großen Häusern bestehe im Plettenberger Krankenhaus keine Konkurrenz zwischen den Abteilungen. „Das Entscheidende ist, dass diese Form der Kooperation das beste Ergebnis für die Patienten bringt“, sagte Orth. Und gerade bei den älteren Patienten sei viel Zuwendung notwendig. „Sie haben es einfach verdient, dass wir uns kümmern“, so Orth, der seinen Dienst in einem Krankenhaus antrat, das derzeit eher einer  Baustelle gleicht, denn der gesamte Eingangsbereich wird neu gestaltet.

 Ebenfalls geplant ist die Erweiterung und Modernisierung des OP-Bereichs und mittel- bis langfristig auch die des Seniorenzentrums, das aufgestockt werden soll. „Wir wollen Geld investieren und das brauchen wir für das Krankenhaus“, erklärte dazu Barabara Teichmann, Geschäftsführerin des Radprax-Krankenhauses in Plettenberg. Und genau deshalb trenne man sich zum 1. Oktober auch von drei Immobilien, die zum Besitz der Radprax-Gruppe gehören und seinerzeit mit übernommen wurden. 

Die beiden Pfeile zeigen zwei der drei Immobilien, die die Radprax-Gruppe an die Baum Immobilien GmbH in Meinerzhagen verkauft.

Bei den Häusern, die an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße und der Eichendorffstraße liegen, handelt es sich um zwei Zweifamilienwohnhäuser, die früher als Ärztewohnungen genutzt wurden, sowie um ein Sechs-Familien-Wohnhaus. In die bereits seit längerer Zeit leer stehenden Zweifamilienhäuser und das Mehrfamilienhaus müsse laut Teichmann einiges an Geld investiert werden. „Für uns geht derzeit aber die Sanierung des Krankenhauses eindeutig vor. Deshalb hat sich Andreas Martin [geschäftsführender Gesellschafter] schweren Herzens dazu entschieden, die Immobilien zu veräußern“, erklärte Teichmann. 

Käufer der drei Wohnhäuser, von denen zwei mehr oder weniger stark zugewachsen sind, ist die Meinerzhagener Baum Immobilien GmbH. Wie deren Geschäftsführer Uwe Schriever auf Anfrage betonte, werde man zunächst die beiden Zweifamilienhäuser freischneiden. Ob die beiden Häuser für einen möglichen Neubau abgerissen werden sollen, sei noch offen, aber denkbar. Was das Mehrfamilienhaus angeht, „sorgen wir dafür, dass das Haus in einen vernünftigen Zustand versetzt wird“, sagte Schriever. Zum Kaufpreis der drei Immobilien machte er keine Angaben. Es habe sich aber um einen „höheren sechsstelligen Betrag“ gehandelt, so Schriever.

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