„Immer allem zugestimmt“

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Ein Verkauf der Brachtvilla sei laut Ralf Beßler unmöglich gewesen - trotz jahrelanger Versuche. Kritik übt der heimische Immobilienmakler an einem bestimmten Anwohner, der das Projekt „theView“ torpediert habe.

Es sei praktisch unmöglich gewesen, einen Käufer für die alte Villa auf der Bracht zu finden, die schon bald fünf Neubauten weichen soll – das erklärt Investor Ralf Beßler (R.B. Makler). Doch auch die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes habe sich schwierig gestaltet: Dabei sei man vor allem auf die Bedenken eines bestimmten Anwohners eingegangen.

Wohl noch in diesem Jahr soll die alte Villa auf der Bracht abgerissen und die neue Straße zu den Baugrundstücken gebaut werden. „Sobald die ersten beiden Grundstücke verkauft sind, wird der Abriss stattfinden“, erklärt Beßler im ST-Gespräch. Auf dem Weg zum Projekt mit dem Namen „theView“, unter dem die geplanten fünf Neubauten firmieren, habe Beßler jedoch einige Klippen umschiffen müssen. Nicht nur die Vermarktung der bisherigen Villa habe Probleme bereitet.

Der Verkauf habe sich über Jahre so schwierig gestaltet, dass Beßler schlussendlich das Grundstück samt Villa selbst gekauft und hier die Errichtung von fünf Neubauten geplant hat.

Nach dem Kauf habe der Plettenberger Makler sofort den Kontakt zur Stadt gesucht. „Dort wurde mir gesagt, ich kann mit dem Projekt direkt loslegen“, sagt Beßler. Doch dann hätten die Probleme erst richtig begonnen.

Bereits bevor die Pläne für „theView“ an die Öffentlichkeit gelangten, habe man das Gespräch mit den Anwohnern gesucht. Man sei dabei auch auf die Wünsche eines bestimmten Anliegers eingegangen, der sich vehement gegen die geplanten Neubauten wehre. „Im Nachhinein haben wir deshalb Baugrenzen und vieles mehr verändert“, sagt Beßler. Daher habe man auch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen müssen.

Doch der Anwohner habe immer wieder Hürden aufgestellt. „Wir haben immer allem zugestimmt. Irgendwann wurden einfach zu viele Zugeständnisse eingefordert“, sagt Beßler. Dabei habe es immer wieder Gespräche mit der Stadt und dem Anlieger gegeben.

Mit Nachdruck erklärt der Immobilienmakler, dass das geplante Regenrückhaltebecken nicht seine Idee gewesen sei. „Die Stadt hat dieses Becken ins Spiel gebracht“, erklärt Beßler. Dieser halte dessen Anlegung für überflüssig. Das Becken würde wohl nur für ein „Jahrhundert-Ereignis“ benötigt.

Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte, dass es sich weniger um eine Idee, denn um eine „Forderung“ der Stadt gehandelt habe. Untersuchungen hätten ergeben, dass es ohne das Rückhaltebecken im Bereich der Ernst-Moritz-Arndt-Straße zu einem Rückstau kommen könnte.

Für den Plettenberger Immobilienmakler sei indes klar, dass die Stadt den betroffenen Anwohner „unbedingt mit im Boot“ haben und nicht verärgern wollte – „das konnte man spüren.“

Dem widerspricht Bürgermeister Schulte. Jeder Anwohner habe das Recht im Rahmen eines Bebauungsplan-Verfahrens, seine Einwände zu formulieren. „Und wenn der Finger in die Wunde gelegt wird, dann müssen wir dem auch nachgehen“, erklärt das Stadtoberhaupt. Der betroffene Anwohner habe in manchen Sachen sicher Recht. „Und letztendlich ist es doch auch im Interesse von Herrn Beßler, dass das Verfahren richtig abläuft und nicht vor Gericht endet“, sagt Bürgermeister Schulte.

Beßler erklärt, der Anwohner habe immer wieder auf die angebliche Problematik mit dem Hangwasser hingewiesen, dem heimischen Immobilienmakler und Vertretern der Stadt sogar ein Video dazu gezeigt. „Da habe ich gesagt: Alles, was kommen wird, wird doch besser sein als jetzt“, sagt Beßler.

Auch die Kritik, der Boden auf dem Villengrundstück würde nicht genügend Standfestigkeit für das Projekt bieten, weist Beßler zurück: „In Dubai werden riesige Gebäude auf Sand gebaut. Mit der heutigen Technik ist das alles kein Problem.“

Kritisiert würde Beßler auch für die Abholzung der ersten Bäume auf dem Villengrundstück. „Zwischen April und Oktober dürfen Bäume nicht gefällt werden. Hätten wir damit bis zum Herbst gewartet, würde sich das alles richtig verzögern“, sagt Beßler. Frühestens im Frühjahr 2019 könne der erste Spatenstich für einen der Neubauten nach derzeitigem Stand erfolgen.

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