Beschwerden über Noten an Plettenberger Schulen selten

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Zeugnisvergabe an der Hallenschule: Nachdem Klassenlehrerin Anne Henze die Zeugnisse ausgeteilt hatte, war die Aufregung der Klasse 3b im Handumdrehen wieder verflogen.

Plettenberg - Den Schülern der 3b der Hallenschule war die Aufregung am Freitag ins Gesicht geschrieben. Erwartungsvoll blickten sie ihre Klassenlehrerin Anne Henze an, die ihnen die Halbjahreszeugnisse überreichte.

Es war das erste Mal für die 25 Schüler, dass sie ein Halbjahreszeugnis bekamen, da es in der ersten und zweiten Klasse nur am Ende des Schuljahres ein Zeugnis gibt. Eigentlich mussten die Kinder aber gar nicht aufgeregt sein, denn sie wissen schließlich, wie sie im Unterricht mitgearbeitet haben. Auch für die Eltern sei das Zeugnis selten eine Überraschung, wenn diese regelmäßig zum Elternsprechtag kämen, erklärt Schulleiter Gerhard Haas.

„Am Elternsprechtag werden die Eltern nicht nur darüber informiert, wie die Kinder in der Schule stehen, sondern auch beraten, falls es Probleme gibt. Die meisten sehen die Leistungen ihrer Kinder bei uns an der Schule realistisch“, führt er weiter aus. Lediglich in zwei Einzelfällen sei es in den letzten Jahren so gewesen, dass die Eltern die Noten ihres Kindes nicht akzeptieren wollten. Das ist allerdings nicht überall so, wie gestern auf der Titelseite unserer Zeitung zu lesen war, denn einige Eltern würden die Noten ihrer Kinder nicht akzeptieren und Widerspruch einlegen.

Gerhard Haas glaubt, dass das häufiger in weiterführenden Schulen auftritt, als an den Grundschulen. Dennoch kann er sich vorstellen, dass es auch irgendwann auf diese über geht.

Klassenlehrerin Anne Henze verteilte der 3b die Zeugnisse.

Doch auch die weiterführenden Schulen in Plettenberg, wie die Geschwister-Scholl-Realschule und das Albert-Schweitzer-Gymnasium, können nicht bestätigen, dass die Eltern oder Schüler die Noten, die sie bekommen, nicht akzeptieren würden. „Es sind bei weitem nicht so viele, wie man den Eindruck hat“, sagt Jochen Weber, Schulleiter der Realschule. In den letzten beiden Jahren habe es an seiner Schule zwei Widersprüche gegeben und beide habe die Bezirksregierung in Arnsberg zurückgewiesen. „Es kommt mal vor, aber nur selten“, erklärt Weber. Schließlich würde an den Elternsprechtagen über die Entwicklungen der Schüler gesprochen und dann könne man auch rechtzeitig aktiv werden.

Elisabeth Minner, seit acht Jahren Schulleiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, kann sich während dieser Zeit nicht erinnern, dass Eltern überhaupt einmal Widerspruch gegen die Noten ihrer Kinder eingelegt hätten. Sie führt dies auf das Maß an Transparenz bei der Notenvergabe an der Schule zurück. Im Abitur gibt es ein Bewertungsraster für die Klausuren. In den sprachlichen Fächern ginge das zum Beispiel auf die inhaltliche Bewertung sowie auf die Darstellungsleistung ein. Mittlerweile habe man das Bewertungssystem am Gymnasium ab der fünften Klasse eingeführt. „Alle wissen somit, wie die Anforderungen sind und können sich daran messen“, erklärt Elisabeth Minner. Wenn es dann doch einmal Nachfragen gebe, würden diese beim Elternsprechtag geklärt beziehungsweise mit den Schülern.

Obwohl es beim Zeugnis am Ende des Schuljahres erst um die Versetzung geht, ist auch für viele das Halbjahreszeugnis wichtig, zum Beispiel wenn es darum geht, sich für eine Ausbildung zu bewerben, um einen Studienplatz oder die Schule zu wechseln. So sieht es zum Beispiel beim vierten Schuljahr der Grundschule aus, die mit dem Halbjahreszeugnis auch eine Empfehlung für eine weiterführende Schule bekamen.

Den Viertklässlern der Hallenschule wurde dieses Zeugnis daher bereits am Donnerstagnachmittag beziehungsweise gestern Nachmittag gemeinsam mit den Eltern überreicht, um über die Empfehlung der Schule zu sprechen. Somit bekam nur das dritte Schuljahr während des Unterrichts Zeugnisse.

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