Gefälle-Streit: Was machen die Berliner Planer damit?

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Die Sanierung der Innenstadt – hier werden die nun gelieferten Baumeinfassungen an der Graf-Dietrich-Straße installiert – hat sich etwas verzögert und noch gibt es auch keine Lösung für das Gefälle-Problem.Ü

Plettenberg – Seitdem die Heimatzeitung über das mit Gegengefälle verlegte Pflaster an der Graf-Dietrich-Straße berichtete, ist viel Wasser die Lenne hinuntergelaufen. Die ganz großen Regenfälle gab es bisher glücklicherweise noch nicht, denn dann wäre Wohl Land unter bei Lederwaren Köhler.

Deshalb wollten wir wissen, wie das Problem gelöst werden soll und sprachen dazu mit Bauamtsleiter Sebastian Jülich. 

Herr Jülich, gibt es eine Art Eingeständnis des Berliner Planungsbüros bbz, den Fehler in der Graf-Dietrich-Straße verursacht zu haben?

Sebastian Jülich: Bisher nicht. Wie ist die Lösung nun geplant und wer trägt die Kosten? Das Büro bbz wurde zu einem Lösungsvorschlag aufgefordert, der mir noch nicht vorliegt. Insofern kann ich zu den Kosten nichts sagen. 

Wird das Mobilitätsband an dieser Stelle nun ein Stück verlängert oder bleibt es so?

Die Notwendigkeit einer Verlängerung ergibt sich aus dem Lösungsvorschlag und ob für diesen eine Verlängerung (d.h. Schaffung eines zusätzlichen Entwässerungspunktes in der Straße) erforderlich ist oder nicht. 

Das Mobilitätsband endet in den jeweiligen Stichstraßen zum Alten Markt jeweils einige Meter vor dem Platz, weil das Büro bbz damit eine spinnennetzartige Struktur vermeiden wollte. Was können Sie zur Gestaltung des Mobilitätsbandes sagen?

 Die Länge und Lage des Bandes ergibt sich aus der Entwurfsplanung. Das Mobilitätsband ist auch ein Gestaltungselement und für die Barrierefreiheit der Innenstadt nicht zwingend erforderlich. Das einfache und barrierefreie Begehen der Straßen wird über den verwendeten Pflasterstein erreicht. Diese sind jetzt gesägt (vorher gebrochen) und haben damit eine ebene Oberfläche. Durch die Verlegung dieser Steine ergibt sich dann auch ebene Oberfläche der gesamten Pflasterfläche. Das ist mit dem Bestand nicht zu vergleichen. Das sieht (und fühlt) man auch in der Graf-Dietrich-Straße. Die Oberfläche der Steine liegt sehr eben.

Stellung bezogen Sebastian Jülich, Bürgermeister Ulrich Schulte und Planungsamtsleiter Till Hoffmann auch zu den übrigen Themen der Innenstadtgestaltung in Plettenberg. Die Entscheidung, letztlich erneut auf einen Pflasterbelag in der Innenstadt zu setzten, habe beispielsweise mit den vielen Rundungen und Höhenunterschieden zu tun. Mit einem großformatigen Pflasterstein könne den Gegebenheiten angesichts weniger rechter Winkel und gerader Linien nur schwer Rechnung getragen werden. Die Gesamtkosten für die Innenstadtsanierung belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro.

 Dazu gehören auch die Rathauspromenade (gemeint ist die Gestaltung des Ufers am Oesterbach) und die Sanierung des Wiedens für 350 000 Euro, die nach aktuellen Stand wohl erst im Jahr 2021 umgesetzt werden soll. Für den ersten Bauabschnitt ohne Maiplatz und Kirchplatz werden rund 3,7 Mio. Euro fällig. An Fördermitteln kann die Stadt Plettenberg rund 8 Mio. Euro erwarten.

Solche Rundbänke sollen installiert werden.

 Bedauerlich sei, so Schulte, dass die fast ein Jahr dauernde Diskussion über die zu fällenden Bäume viel Zeit und Energie gekostet habe und andere Planungsdetails wie die Spielgeräte und die Wasserspiele dadurch in den Hintergrund gerückt seien. Da manche Planungsdetails untergegangen sind, präsentierten die städtischen Planer im Rahmen der Gesprächsrunde die ausgewählte Rundbank Landi, die demnächst am Ende der Graf-Dietrich-Straße zum Verweilen einladen soll. Weil genau dort die Arbeiten immer noch andauern und aktuell die Umrandungen der Bäume und der Untergrund für die Pflasterarbeiten bearbeitet werden, will der Inhaber des Imbisses „Döner Kebab 88“ im Plettenberger Rathaus vorstellig werden, um Entschädigungsleistungen durch die Baustelle vor seiner Haustür einzufordern. 

Ungeachtet dessen hofft Bürgermeister Ulrich Schulte abschließend auf eine gute Lösung bei der Frage nach dem richtigen Gefälle des Pflasters. Um diese und weitere offene Punkte mit den verantwortlichen Planern von bbz klären zu können, habe er Geschäftsführer Timo Herrmann zur nächsten Planungsausschussschusssitzung am Donnerstag, 21. November, persönlich nach Plettenberg eingeladen. Auch die Heimatzeitung hatte dem Planungsbüro in Berlin mehrer Fragen geschickt, die bisher aber unbeantwortet blieben.

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