Großes Apotheken-Schließen in Plettenberg

Nach Stern- und Stadt-Apotheke schließt jetzt auch die Berg-Apotheke

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Die Berg-Apotheke hat seit Samstag geschlossen und wird auch nicht mehr öffnen.

Plettenberg - Wer am Montag spontan ein Rezept bei der Berg-Apotheke einlösen wollte, stand vor verschlossenen Türen. Und daran wird sich auch nichts ändern, denn die bisherige Inhaberin Claudia Lukkassowitz hat sich vor gut fünf Wochen entschieden, die Filiale der Graf-Gottfried-Apotheke (Neheim) Ende Juni zu schließen.

Anfang 2016 hatte die 60-Jährige die Berg-Apotheke von Gabriele Schmidt übernommen, die diese einst von ihren Schwiegereltern geführte Apotheke selbst im Jahr 1980 übernommen hatte und 35 Jahre lang führte.

Zu den Gründen für die Aufgabe der Filiale wollte sich die bisherige Eigentümerin Claudia Lukkassowitz auf Anfrage unserer Zeitung nicht konkret äußern: „Das ist meine Privatangelegenheit“, so die Neheimerin, die von einer „wirtschaftlichen Entscheidung“ sprach. Sie sei aber erfreut, dass alle ihre Mitarbeiter wieder in Lohn und Brot seien.

Neue Gesetzgebung möglicher Grund

Ermöglicht hat dies Claudia Sielermann, Inhaberin der Märkischen Apotheke. Sie übernahm zum 1. Juli die Berg-Apotheke mitsamt dem Kundenstamm, wird die ein wenig in die Jahre gekommenen Räume an der Ecke Grafweg / Wilhelm-Seissenschmidt-Straße aber nicht weiternutzen. „Die fünf Mitarbeiter arbeiten jetzt bei uns in der Märkischen Apotheke“, so Sielermann. Der Grund für die Aufgabe der Berg-Apotheke dürfte auch mit der Gesetzgebung zu tun haben, die vorsieht, dass ein ausgebildeter Apotheker die gesamte Öffnungszeit über vertreten sein muss. „Das entsprechende Fachpersonal ist in Plettenberg schwer zu bekommen“, sagt Sielermann und glaubt ähnlich wie beim Krankenhaussterben an Absicht: „Der Gesetzgeber will, dass die Apothekenzahl schrumpft.“

Apotheken-Schließen in Plettenberg

Und blickt man auf Plettenberg, so trifft dies zu. Waren es einst neun Apotheken, schlossen in den letzten Jahrzehnten mit der Stern-Apotheke am Eschen, der Stadt-Apotheke an der Kaiserstraße, der St. Martin-Apotheke in Ohle und nun der Berg-Apotheke fast die Hälfte aller Anlaufstellen.

Es verbleiben damit die Nocken-Apotheke in Holthausen, die Märkische Apotheke am Grafweg, die Engel-Apotheke und die Wieden-Apotheke in der Innenstadt sowie die Victoria-Apotheke in Eiringhausen.

Seit 55 Jahren Berg-Apotheke

Die Berg-Apotheke an der Ecke Grafweg / Wilhelm-Seissenschmidt-Straße 1 hieß bis 1964 „Obere Apotheke“ und wurde im Jahr 1950 als damals dritte Apotheke in Plettenberg gegründet. Am 9. Dezember1964 wurde sie unter dem neuen Pächter Apotheker Albert Klimmeck als „Berg-Apotheke“ wiedereröffnet. Von 1980 bis Ende 2015 wurde sie von Apothekerin Gabriele Schmidt geführt. Im Jahr 2016 übernahm Claudia Lukkassowitz die Filiale, die zum 1. Juli von Claudia Sielermann übernommen, aber nicht weiterbetrieben wird.

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