Zentimeterarbeit mitten in der Nacht

Wir begleiten Bauhof bei erstem Räumdienst des Jahres

Plettenberg – Die Dächer weiß gepudert, die Straßen glatt und matschig: Der Bauhof hatte es gestern erstmals in diesem Jahr mit Schnee zu tun. Gegen 5 Uhr morgens wurden die Mitarbeiter zum Einsatz gerufen, um die Straßen freizuschieben. Die Heimatzeitung ist bei einer Tour mitgefahren.

Gestern, 10.10 Uhr. Auf der Kreisstraße 5 liegt Schnee. Zwar nicht viel, bleibt der Matsch aber liegen, „wird es schnell glatt“, erklärt Bauhof-Mitarbeiter Patrick Minkau, der den großen Lkw fährt. Deswegen: Nichts wie raus. Bevor es losgeht, füllt Minkau noch ein paar Schaufeln Salz in den zum Schneeschieber umfunktionierten MAN-Lkw. Vier Kubikmeter passen rein. Dazu noch gut 1700 Liter Flüssigsalz. Für wieviele Kilometer das reicht? Das könne man nicht so genau sagen. „Das ist immer unterschiedlich“, so Minkau.

Dann geht’s los in Richtung Landemert. Ist der 3,40 Meter breite Pflug einmal unten, fliegt der Matsch bei Tempo 50 meterhoch. „So schnell kann ich in der Stadt natürlich nicht fahren“, erklärt er. Fußgänger und Häuser innerorts sollen die Ladung natürlich nicht abbekommen.

Der Bauhof schiebt die K5 für den Kreis. Die Grenze ist kurz vor Hülschotten. „Ab da übernimmt Olpe“, erklärt Minkau und zeigt auf einen Leitpfosten mit einer gelben Markierung. „Wir schieben bis hier“, sagt er. „Irgendwo müssen die Grenzen sein“.

Breitere Straßen wie die K5 zu räumen sei entspannter, nicht so die kleinen Nebenstraßen, erklärt er. Hier geht es dann schnell um Zentimeter. Nicht nur in der Nacht, auch am Tag ist viel Konzentration gefragt, wie später auf der Bracht deutlich wird. Hier wird die Straße bis zum Tanneneck geschoben, dann gedreht. Die Straßen sind eng. Autos stehen am Rand. Rechts muss Minkau den Bordstein im Auge behalten, links die Spiegel der Autos. Mit der Erfahrung kommt die Sicherheit. Seit elf Jahren ist er beim Bauhof dabei. Solange schiebt er auch schon im Winter.

Salzlager noch gut gefüllt

Gestreut werden musste in diesem Winter „schon öfter“, erklärt Robert Wieseler vom Bauhof. Gut 30 Tonnen Salz wurden bereits auf den Straßen verteilt. Salznot kommt vorerst aber nicht auf. „Wir haben über 400 Tonnen Salz gelagert.“ Auch soll es in den nächsten Tagen wieder wärmer werden. Wieseler: „Richtiger Winter ist noch nicht in Sicht.“

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