Begeisterte Kinder beim Videoworkshop in der Stadtbücherei

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Colin, Mischa und Lukas bei den Dreharbeiten in der Stadtbücherei. Sie hatten verdammt viel Spaß bei der Sache und wollen ihre neu erworbenen Kenntnisse auch zuhause nutzen

Plettenberg - „Ein paar Schwierigkeiten hatten wir damit, Colin die Handschellen anzulegen, ansonsten war es recht einfach“, stellt Lukas fest. Der Grundschüler macht nicht etwa ein Praktikum auf der Polizeiwache, sondern war beim Videoworkshop in der Stadtbücherei zu Gast.

An zwei Vormittagen hatten zwölf Kinder im Rahmen des Sommerleseclubs die Möglichkeit, mit Medienpädagogin Selma Brand aus Münster zu lernen, wie man mit dem Tablet und einer passenden App ein Video dreht, einzelne Szenen schneidet und sinnvoll miteinander verknüpft.

„Dieser Workshop findet zum ersten Mal statt und wir waren überrascht, wie viel Begeisterung das Thema schon im Vorfeld bei den Kindern ausgelöst haben muss, denn die Plätze waren sofort vergeben“, so Büchereileiterin Gundhilde Herzig-Schürmann im Gespräch. Bei diesem besonderen Angebot habe keines der zwölf angemeldeten Kinder abgesagt, und es seien auch alle erschienen. „Es macht mega viel Spaß und ist auch echt einfach. Ich werde das zuhause auch ausprobieren“, freut sich Schüler Lukas, der mit seinen Mitstreitern Colin und Mischa einen kleinen Gangster-Streifen gedreht hat. Mit Spielzeugpistole und echten Bösewicht-Kostümen verkleidet, ging es in ihrem kleinen Video um einen Dieb, der Bücher gestohlen hatte, letztendlich aber gestellt werden konnte. Mithilfe einer Video-App bastelten die drei Jungs den kleinen Film mit passender Action-Musik und spannenden Hintergrundbildern zusammen.

Bei der Lagebesprechung im Team: Was ist besonders gut gelaufen, und an welchen Dingen müssen die Teilnehmer noch arbeiten?

Am Mittwoch traf man sich erstmals in der Bücherei zusammen. „Wir haben erst einmal mit dem Fotografieren angefangen“, erklärt Medienpädagogin Selma Brand, die durch die zwei Tage führte und den Kindern immer wieder mit Rat und Tat zur Seite stand. Nachdem die Kinder zu verschiedenen Themen ihre Fotos geschossen hatten, klärte Selma Brand über Kameraeinstellungen, Perspektiven und Lichtverhältnisse auf – denn diese Themen sind ebenfalls fürs Filmen wichtig. Anschließend konnten die Kinder aus ihren Fotos eine persönliche und ganz individuelle Collage erstellen.

Die Kinder wurden für die anstehenden „Dreharbeiten“ in vier Gruppen eingeteilt und bekamen vier verschiedenen Genres für ihre Filme zugewiesen. Dann ging es mit dem Ausdenken der Geschichten los – die sogenannten „Storyboards“ wurden erstellt. Gestern kam es dann zum eigentlichen Dreh, und die Schülerinnen und Schüler konnten noch einmal richtig kreativ werden. Auch in der Innenstadt waren die Kinder unterwegs, um die besten Motive für ihre kleinen Filmchen perfekt in Szene zu setzen. Später gab es dann noch einmal ein allgemeines „Brainstorming“, also eine Gesprächsrunde, bei der noch mal ein Resümee gezogen werden konnte. „Ich fand die Szene leicht, wo wir alle nur durch das Bild gelaufen sind“, äußerte eine Teilnehmerin. Ebenso wurde über die Schwierigkeiten beim Dreh diskutiert.

Medienpädagogin Selma Brand hatte viel Spaß bei der Sache.

Da die App für verschiedene Sequenzen jeweils zeitliche Rahmen vorgibt, wurde es an manchen Stellen ganz schön knifflig für die Kinder, den Vorgaben gerecht zu werden. Dennoch waren sich am Ende des Tages alle Teilnehmer einig, dass der Workshop ein absoluter Erfolg war. Auch Gunhilde Herzig-Schürmann war sich ziemlich sicher, dass dieser Videoworkshop noch einmal angeboten werden soll. Die Büchereileitung Gunhilde Herzig-Schürmann und ihre Mitarbeiterin Christiane Bauckhage konnten selbst auch vieles an Wissen zum Videodreh dazugewinnen und nutzten dieses, um einen eigenen kleinen Film für die Facebookseite der Bücherei zu drehen.

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