Lieder und Lyrik mit Lill

Begeistert aufgenommenes Konzert bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft

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Ein eingespieltes Team: Valerie Lill und Dirk Benner wussten ihr Publikum zu begeistern. Musikalische Stücke und Lyrik wurden gekonnt gemischt.  

Plettenberg - Ihre Textpassagen – flüssig, sehr betont und gefühlvoll vorgetragen (nicht vorgelesen!) – erinnern schon durch ihre Wortakrobatik an Poetry-Slam. Doch bei Valerie Lill handelt es sich mehr um Poesie als um Worte mit der Brechstange. Davon konnten sich jetzt auch die zahlreichen Besucher des Konzerts in den Räumen der Evangelisch Landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen überzeugen.

Der Saal reichte gerade so aus, um am Samstagabend die vielen Besucher für ein ungewöhnliches Konzert aufzunehmen. Die Evangelisch Landeskirchliche Gemeinschaft Plettenberg-Holthausen hatte die bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnete Sängerin, Komponistin und Schriftstellerin Valerie Lill eingeladen. Gespannt erwartete das Publikum nach der herzlichen Begrüßung durch Gemeinschaftspastor Johannes Westhoff auf das erste Lied von Valerie Lill.

Geboren in Unna lebt sie heute mit ihrem Mann Rüdiger, der auch für die Tontechnik an dem Abend zuständig war, und den drei Söhnen in Reichshof. Bestens begleitet wurde die Sängerin von Dirk Benner am E-Piano. Mit ihrer Stimme und eingängiger Musik zog Lill die Zuhörer sogleich in ihren Bann. In ihren Liedern und mit ihrer Gitarre erzählt sie von ihren Träumen, Hoffnungen und Erlebnissen. Es ist eine selten gelungene Mischung aus Liedern und Lyrik, in denen sie Übergänge und Zusammenhänge in ungewöhnlichen Wortzusammenstellungen schafft, wobei mancher Besucher ins Schmunzeln aber auch ins Grübeln kam. 

Gott als Schöpfer, Christus als Erlöser und der Mensch mit all seiner Liebe, liebenswerter Unzulänglichkeit und lebenswerten Fehlern sind ihr Thema. Ihre neue CD trägt den Titel ‘Heiliger Boden’. Dazu passte die kleine Episode: „Wir wohnen ja jetzt im Oberbergischen. Da gibt es natürlich auch viel Wald. Eines Tages, bei einem Waldspaziergang, kam ich auf eine Lichtung mit einer dichten Moosdecke. Es überkam mich plötzlich das Verlangen, mit bloßen Füßen über den Moosteppich zu gehen, die Natur zu spüren.“ Mit dem Nachsatz: „Denken Sie nicht: Ich mache es nicht ständig, meine Schuhe auszuziehen“, überraschte sie umgehend die dann lächelnden Anwesenden. 

„Die Hoffnung lebt zuletzt“ 

Ihre positive Denkweise äußert sich in dem aus dem Originalen abgewandelten Spruch: „Die Hoffnung lebt zuletzt.“ Oder: „Die Zeiten ändern mich.“ Und: „Was mich antreibt, ist Spuren zu hinterlassen.“ Aber auch eine gewisse Unrast verrät sie, als sie erzählt, dass sie morgens denkt: „Wäre es doch schon Abend, am Montag: Wäre es doch schon Wochenende, und am Jahresbeginn: Wäre das Jahr doch schon zu Ende.“ Sie negiert das alles aber mit: „Wenn es so geschähe, würde ich es versäumen, die vielen bunten Blumen auf dem Weg zum nächsten Ziel zu sehen.“ Und wenn es ihr gut geht: „(Ich bin) vielleicht ein Stück verrückt, doch dafür bin ich heut‘ beglückt.“ 

Ebenso ruft sie zur Mitverantwortung auf, wenn sie meint: „Ich wünsche mir mehr Hirn ins Hirn“ und „Ich wünsche mir mehr Herz ins Herz“. Immer wieder überrascht sie mit ihrer ausgebildeten Sopranstimme, die auch leicht im Alt zu Hause ist: Ideal für kräftige Liedelemente, die von Zeit zu Zeit auch an ihre Ausbildung in Hamburg erinnert. Wunderschön rockig!

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