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Bedrohung aus der Luft: Milan greift Jogger an

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Ein Milan kreist derzeit über dem Fahrradweg zwischen Landemert und Plettenberg. Jogger berichten, dass sie immer wieder angegriffen werden.
Ein Milan kreist derzeit über dem Fahrradweg zwischen Landemert und Plettenberg. Jogger berichten, dass sie immer wieder angegriffen werden. © Rabus

Ein Greifvogel hat eine Joggerin bedroht. So ist sie dem Tier entkommen und das sollte man in ähnlichen Situationen beachten.

Plettenberg – Es ist noch gar nicht so lange her, da bedrohte ein Bussard Jogger und Spaziergänger am Tanneneck – nicht aus Boshaftigkeit natürlich, sondern lediglich seinem natürlichen Instinkt folgend. Wenige Kilometer weiter treibt derzeit ein anderer Greifvogel sein Unwesen: Auf dem Fahrradweg von Landemert nach Werdohl attackierte mich ein Milan.

Als Joggerin musste ich mich schon öfter mit Tieren auseinandersetzen, die meine schnellen Bewegungen als Bedrohung ansahen. Dabei handelte es sich in der Regel aber immer um Hunde. Mit einem Angriff aus der Luft hätte ich nie gerechnet – bis Samstag. Ich lief gerade auf dem Fahrradweg von Landemert nach Plettenberg. Ich bemerkte plötzlich, wie ein ein Tier über mir kreiste – erst noch in ziemlicher Höhe, dann jedoch immer tiefer kommend, bis er zum Sturzflug ansetzte, der wenige Zentimeter über meinem Kopf beendet wurde.

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Wiederholt hatte ich versucht, dem Greifvogel zu entkommen – ohne Erfolg. Der Milan flog mir hinterher. Es wurde so schlimm, dass ich am Ende mit dem Auto vom Fahrradweg abgeholt werden musste. Erst als die Autotür ins Schloss gefallen war, war ich endgültig sicher vor dem Vogel.

Nicht nur mir erging es so, auch andere Jogger machten nach eigener Aussage Bekanntschaft mit dem Milan, der weiterhin den gut benutzten Weg besetzt, vermutlich weil er dort gebrütet hat.

Sich in so einer Situation richtig zu verhalten, ist laut Förster Markus Ingenohl nicht ganz einfach: „Das ist natürlich ganz schwierig. Gerade wenn man beim Joggen unterwegs ist. Am besten ist es natürlich, wenn man eine Kopfbedeckung hat, denn die Vögel kommen doch immer recht nah auf den Kopf zugeflogen. Aber so richtig schützen kann man sich nicht. Die Tiere haben ihren Eltern-Instinkt und wollen folglich ihre Jungvögel beschützen. Wenn sie eine vermeintliche Bedrohung erkennen, kann man sie schlecht aufhalten.“

Das sind schlechte Neuigkeiten für alle Jogger, denn umsiedeln kann man den Vogel auch nicht, das ist laut deutscher Gesetzgebung nicht erlaubt. Die Strecke wird erst dann wieder völlig sicher sein, wenn die Jungtiere keinen elterlichen Schutz mehr benötigen. Bis dahin werde ich mir wohl eine andere Laufstrecke ohne Vögel suchen müssen. LARISSA RABUS

Der Milan

Der Milan ist eine Gattung der Greifvögel innerhalb der Familie der Habichtartigen. Die meist gesellig lebenden Milane sind Suchflugjäger und ausgezeichnete Segelflieger. Sie sind bräunlich gefärbt, der Kopf ist sehr hell, zuweilen fast weiß. Milane ernähren sich sowohl von lebender Beute als auch von Aas.

Der Horst, wie man die großen Nester der Greifvögel nennt, befindet sich häufig auf Bäumen am Waldrand und wird vom Vogelvater aufmerksam beobachtet. Große, sich schnell bewegende Menschen werden manchmal als Bedrohung empfunden.

Den Angriff des Greifvogels bemerken die betreffenden Personen meist erst, wenn das Tier sich mit seinen Krallen schmerzhaft auf dem Kopf niederlässt, da es lautlos von hinten anfliegt. Wehrt man den Vogel dann ab, kommt es meist noch zu Verletzungen an den Händen.

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