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Bauwirtschaft als Konjunktur-Motor: Der Trend geht aber zu Mietwohnungen

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Von: Hartmut Damschen

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Moritz Hiby, Ulrich Schulte, Stefan Zimmermann und Steve Baltot (von links) vom Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen.
Moritz Hiby, Ulrich Schulte, Stefan Zimmermann und Steve Baltot (von links) vom Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen. © Damschen

Weltweit hat die Wirtschaft in den vergangenen Jahren unter der Corona-Pandemie gelitten. Dass die Auswirkungen nicht noch schlimmer waren, sei unter anderem auch dem Baugewerbe zu verdanken, wie im Rahmen der Mitgliederversammlung des Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens (GWU) erklärt wurde.

Plettenberg -Die Bauinvestitionen blieben demnach „die entscheidende Stütze der Konjunktur“ und die Nachfrage nach Wohnraum sei noch immer hoch – wenn auch der Trend hin zu Mietwohnungen zu beobachten sei.

Bauwirtschaft als Konjunkturmotor

Laut GWU habe sich der Wohnungsbau deutschlandweit wie bereits in den Vorjahren überdurchschnittlich entwickelt und sei um 2,1 Prozent angestiegen. Motor der Bauwirtschaft bliebe weiterhin der Wohnungsbau: Immerhin 61 Prozent der Investitionen seien in den Neubau oder die Modernisierung von Wohnungen geflossen.

Dabei zeige sich, dass die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen hoch sei – allerdings in einer gespaltenen Dynamik: Während die Zahl neuer Mietwohnungen deutlich zugelegt habe (+ 10,8 Prozent), sei die Zahl genehmigter Eigentumswohnungen spürbar eingebrochen (- 5,6 Prozent). Es gelte aber, künftig Hürden für mehr bezahlbaren Wohnraum aus dem Weg zu räumen.

Dass die Baubranche im Verhältnis zu anderen Wirtschaftszweigen weniger unter der Corona-Pandemie gelitten hat, zeigte auch ein Blick auf die Zahlen des GWU. Somit habe sich die Bilanzsumme um rund 0,7 Prozent auf rund 40 Millionen Euro erhöht. Die Vermögens- und Finanzlage sei geordnet, die Zahlungsfähigkeit sei jederzeit gegeben gewesen.

Die langfristigen Vermögenswerte in Höhe von rund 36 Millionen Euro seien vollständig durch Eigenkapital, langfristige Rückstellungen und Dauerfinanzierungsmitteln gedeckt. Darüber hinaus bestünde eine Überdeckung von 480 000 Euro.

Wie üblich beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat, vier Prozent des Geschäftsguthabens als Dividende auszuschütten.

Die Versammlung in der Schützenhalle hatte Steve Baltot genutzt, um sich auch offiziell den GWU-Mitgliedern und -Mietern vorzustellen. Ende November 2020 zum kommissarischen Geschäftsführer des GWU bestimmt, wurde er zum 1. Juni 2021 hauptamtliches Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens.

Ablösung von Thomas Scherzinger

Baltot löste somit Thomas Scherzinger ab (wir berichteten). Dessen Vertrag, der eigentlich noch bis zum Ende Dezember 2021 lief, wurde durch einen Beschluss des Vorstandes Ende November 2020 nicht mehr verlängert und Scherzinger mit sofortiger Wirkung freigestellt. Scherzinger verzichtete auf eine Stellungnahme.

Baltot ist als Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft mit anschließendem Studium seit über 20 Jahren im Unternehmen tätig, „seit mehreren Jahren in wichtige Entscheidungsprozesse eingebunden und zeichnete regelmäßig für die Implementierung neuer Projekte sowie deren anschließender Umsetzung verantwortlich.“

Es sei ihm wichtig, dass das GWU auch künftig seinen Mitgliedern ein zuverlässiger Vermieter für qualitativ hochwertigen Wohnraum in Plettenberg und Herscheid sein werde.

Altengerechtes Wohnen in Herscheid

Angesprochen auf das aktuelle Bauvorhaben in Herscheid berichtete Stefan Zimmermann, GWU-Aufsichtsratsvorsitzender: „Durch die zurzeit laufenden Abbrucharbeiten der ehemaligen Bakelitfabrik werden wir im Dezember das Gelände bodengleich haben.“ Und weiter: „Selbstverständlich haben wir schon Pläne zum Neubau, die wir aber im kommenden Jahr mit der Gemeinde Herscheid beraten werden. Die genehmigungsfähige Höhe des Gebäudes ist für uns ein großer wirtschaftlicher Faktor. Wir wollen moderne und altengerechte Wohneinheiten schaffen. Der Baubeginn wird im nächsten Jahr sein.“

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