Warum das zweite Verkehrschaos in Plettenberg ausblieb

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Bis in den Tunnel staute sich am Dienstag der Verkehr zurück. Und der Hestenbergtunnel soll am 12. Dezember gesperrt werden. Dass in Plettenberg in der Zeit noch eine Baumaßnahme auf der Herscheider Straße läuft, war bislang in der tunnelleitzenrale unbekant.

Der Start der Straßenbauarbeiten an der Herscheider Straße im Einmündungsbereich Dürerstraße traf die Autofahrer und sonstigen Verkehrsteilnehmer am Dienstag mit voller Wucht. Schon auf dem Weg zur Arbeit war viel Geduld gefragt. Zahlreiche Plettenberger, die keinen großen Puffer eingeplant hatten, dürften erst verspätet abgestempelt haben.

Plettenberg - Nach der Einrichtung der Baustelle am Montag starteten die Mitarbeiter der Baufirma Rode erst gegen 16 Uhr mit den ersten Arbeiten. Am Dienstag in der Frühe ging es dann los mit den Fräsarbeiten auf der maroden Herscheider Straße. Bis zum 18. Dezember sollen die Arbeiten dauern. 

Warum die Straße saniert werden muss, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte als Antwort auf über 140 Kommentare zum ST-Artikel in den sozialen Medien. Demnach sei der Untergrund der Herscheider Straße kaputt. „Und wenn ich kaputt schreibe, dann meine ich richtig kaputt. Die jahrzehntelangen Belastungen haben teilweise die ohnehin dürftige Schotterschicht unter dem Asphalt zermahlen. Dadurch fließt das Wasser nicht mehr ab. Erkennbar ist das daran, dass zwischen den Asphaltrissen dreckiges Wasser hochspritzt, wenn Lkws darüber fahren. Der Boden „schwimmt“ quasi.“ Eine Grundsanierung der Straße sei nur unter Vollsperrung möglich. Daran sei aber ohne Ausweichmöglichkeit (Stichwort Elsetalentlastungsstraße) nicht zu denken.

 „Also müssen wir uns vorerst damit helfen, die schlimmsten Stellen abzufräsen und neu zu asphaltieren. Ist eigentlich Pfusch, aber mehr ist zurzeit nicht drin“, so Schulte, der im weiteren Verlauf die ST-Berichterstattung kritisierte: „Ob eine Baustellenampel auf der Herscheider Straße wirklich den Verkehr zusätzlich stark belasten wird, wird sich zeigen. Nicht umsonst macht das Süderländer ja hinter seiner Schlagzeile ein Fragezeichen.“ 

Zudem verwies er auf die Aldi-Baustellenampel, die den Verkehrsfluss massiv störe. Hier will Schulte nun das Gespräch mit Straßen.NRW suchen. Ein Ortstermin wurde bereits vereinbart. Den Vorschlag im ST-Artikel, die Nachbargemeinde anzurufen und die Maßnahme im Vorfeld abzustimmen, um lange Staus zu vermeiden, empfand Schule als nicht sinnig, schließlich - so sagte er tags darauf im persönlichen Gespräch - fließe der Verkehr zur Autobahn von Plettenberg nach Herscheid und nicht flussabwärts. Insofern hätten sich die Herscheider melden müssen.

 Gar nicht gemeldet hat sich die Stadtverwaltung indes bei der Tunnelleitzentrale. Die legt zu Beginn des Jahres die Wartungstermine für den Hestenbergtunnel fest und teilt die Termine der Stadtverwaltung mit. Die nächste Tunnelsperrung erfolgt am Samstag, 12. Dezember, von 7.00 bis 20 Uhr. Eine Woche vor dem geplanten Abschluss der Sanierung der Herscheider Straße. „Ich habe unsere Mitarbeiter nach Ihrem Anruf nun darüber informiert, dass dort eine Baumaßnahme läuft“, sagte Pressesprecher Markus Migletti nach dem Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Koordinierung einzelner Baumaßnahmen gebe es seines Wissens nur für Autobahnen. Einen Gesamtüberblick habe niemand und dass in Plettenberg gebaut würde, höre er gerade zum ersten Mal. 

Allerdings zeigte sich der in Hamm arbeitende Pressesprecher verwundert, dass eine solche Baumaßnahme auf der Herscheider Straße sich noch auf den Verkehr im Tunnel auswirke. Doch genau dort stauten sich gestern am frühen Morgen die Autos.

 Am Nachmittag blieb der ganz große Stau überraschenderweise aus. Warum? Weil die Baufirma Rode die Arbeiten auf Anordnung der Stadtverwaltung in den ersten Tagen um 14 Uhr beendet und um 16 Uhr fortsetzt. Damit sollen Rückstaus von Lastzügen im Kreisel vermieden werden. Nach der Fertigstellung des ersten Abschnittes starten die Arbeiten ab Donnerstag erst gegen 8.30 Uhr und laufen ohne Pause bis gegen 16 Uhr. "Es soll so verhindert werden, dass zwei Mal am Tag ein großer Stau entsteht", betonte Stefanie Schade vom Ordnungsamt. Zudem sei gestern die Ampelregelung von der Baufirma in der Schichtpause nachgebessert worden, nachdem es am Vormittag zu langen Rückstaus gekommen war.

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