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Barren: Entsetzen über mutmaßliche Misshandlung von Pferden

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Von: Georg Dickopf

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Pferdezüchter „Friwi“ Schulz-Wiemann ist das Wohl der Pferde als Seniorchef auf dem Langenhof in Plettenberg-Bremcke wichtig. Wie Ludger Beerbaum mutmaßlich seine Springpferde erzieht, kann er nicht nachvollziehen.
Pferdezüchter „Friwi“ Schulz-Wiemann ist das Wohl der Pferde als Seniorchef auf dem Langenhof in Plettenberg-Bremcke wichtig. Wie Ludger Beerbaum mutmaßlich seine Springpferde erzieht, kann er nicht nachvollziehen. © Langenhof

Mehr als 30 Jahre, nachdem Springreiter Paul Schockemühle in einem Video gezeigt wurde, wie er mit einer Holzstange Springpferde barrt, ihnen also mit der Stange im Sprung vor die Vorderbeine schlägt, gibt es einen neuen Skandal. 

Plettenberg/Balve - Im Mittelpunkt steht diesmal Springreiter Ludger Beerbaum, über dessen Trainingsmethoden am Dienstagabend in einem Beitrag in der Sendung RTL-Extra berichtet wurde.

Am Mittwoch bezog Beerbaum Stellung zu dem TV- Beitrag, der nachweislich in vielen Punkten „falsch, verleumderisch und ehrverletzend“ sei und er deshalb „juristische Schritte“ einleiten werde. In den im TV gezeigten Videos sieht man, wie einem Springpferd mit einer Stange vor die Beine geschlagen wird.

Friedrich Schulz-Wiemann, der den Langenhof in Plettenberg-Bremcke aufgebaut hat, zeigte sich schockiert von den Fernsehbildern. „Das ist für mich nicht zu vertreten. Gerade bei jemandem, der so wie Ludger Beerbaum im Fokus steht.“

Er habe bei dem mehrfachen Olympiasieger mal eine Stute decken lassen und ihn als ganz normalen Menschen kennengelernt. Auch deshalb hätten ihn die Videos schockiert. „Schlimm genug, dass Touchieren erlaubt ist, sollte es aber für jeden Pferdeliebhaber ein absolutes No Go sein. Womöglich wird mit dieser unglaublichen Entdeckung nun auch dem Springsport insgesamt ein Schaden zugefügt“, vermutet der 70-jährige Pferdezüchter.

Ein Pferd zu barren, ist tierschutzrechtlich nicht vertretbar und nichts anderes als Tierquälerei.

Pferdezüchter Friedrich-Wilhelm Schulz-Wiemann vom Langenhof

„Ein Pferd zu barren, ist tierschutzrechtlich nicht vertretbar und nichts anderes als Tierquälerei“, so der Plettenberger. Wie und ob Ludger Beerbaum nun auf seiner Anlage in Riesenbeck die Europameisterschaften im Springreiten im Jahr 2022 ausrichtet, sei gerade schwer vorstellbar.

Im Juni 2011 gewann Ludger Beerbaum letztmalig in Balve die Deutschen Meisterschaft im Spring-Finale und wurde bei der Siegerehrung von Dieter Graf von Landsberg-Velen (†) und Tochter Rosalie beglückwünscht.
Im Juni 2011 gewann Ludger Beerbaum in Balve die Deutschen Meisterschaft im Spring-Finale und wurde bei der Siegerehrung von Dieter Graf von Landsberg-Velen (†) und Tochter Rosalie beglückwünscht. © imago sportfotodienst

Mit der Ausrichtung von großen Turnieren ist auch Rosalie Freifrau von Landsberg-Velen bestens vertraut. Wir baten die Organisatorin des Balve Optimum um eine Stellungnahme zum Fall Ludger Beerbaum: „Ich finde es wichtig abzuwarten, wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung in dem Fall reagiert und weiter vorgeht“, betonte Landsberg-Velen.

„Die Stellungnahme von Ludger Beerbaum kenne ich nicht. Es ist nie schön, etwas dergleichen zu sehen, zu hören oder zu lesen, wenn man dem Reitsport so zugetan ist wie ich. Ich mache seit über 35 Jahren das Balve Optimum, ich liebe Pferde, ich liebe den Reitsport und bin selbst jahrelang Turniere geritten. Von daher ist es mir natürlich ganz wichtig, dass der Reitsport nach wie vor seine Bedeutung behält und auch das Schöne gesehen wird“, so die Balverin.

„Will kein vorschnelles Urteil abgeben“

„Was das Thema Barren angeht, steht es mir nicht zu, ein vorschnelles Urteil abzugeben. Grundsätzlich bin ich für sauberen Sport und wir werden alles daran setzen, dass wir in Balve den Sport sehen, den wir uns alle wünschen – in der harmonischen Verbindung von Reiter und Pferd. Es finden tausende von Turnieren statt. Deswegen kann man jetzt nicht den gesamten Reitsport in Frage stellen“, findet die Freifrau.

„Wir haben es 2020 und 2021 trotz Pandemie geschafft, durchgehend ein Turner zu organisieren – das ist außer uns niemandem gelungen. Deshalb schätze ich die Chancen hoch ein, dass wir vom 9. bis 12. Juni wieder tollen Reitsport in Balve-Wocklum sehen werden“, sagt Landsberg-Velen.

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