Interview

Abschied von Gute-Laune-Barbara: Kulturamtsleiterin Benner geht

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Barbara Benner mit allen Kultursommer- und Plewo-Heften seit 2002.

Plettenberg - Sie wird gern als „Sonnenschein“ im Rathaus bezeichnet. Am Freitag endete das Berufsleben für Plettenbergs Kulturamtsleiterin Barbara Benner. Im Interview erzählt sie von den besonderen Momenten.

Sie wird gern als „Sonnenschein“ im Rathaus bezeichnet. Am  Freitag endete das Berufsleben für Barbara Benner mit ihrer Verabschiedung und einer anschließenden Feier im Baubetriebshof, an der  neben Bürgermeister Ulrich Schulte und Vorgänger Klaus Müller auch viele andere Kollegen und Freunde teilnahmen. 

Wir sprachen mit der scheidenden Kulturamtsleiterin über die besonderen Momente in den letzten Jahren.

Frau Benner, der Einstieg in den Kulturbereich verlief mit der TheaterZeitReise 1997 rasant...

Benner: Ja, das war ein Einstieg von null auf hundert. Vorher ging es bei mir um Familienrecht und dann hatte ich plötzlich ganz andere Aufgaben. Als Amtsvormund habe ich aber auch sehr gerne gearbeitet und dabei geholfen, herauszubekommen, wer der Vater eines Kindes ist. Mir hat meine Arbeit immer Spaß gemacht im Rathaus.  

Welche Künstler haben Sie besonders gut in Erinnerung?

Wir haben ja über die Jahre eine Menge Leute nach Plettenberg geholt. Die Pantominen-Künstler von ‘Dekru’ aus der Ukraine, der Circo Pitanga und die Stones waren aber etwas ganz Besonderes. Der Auftritt der israelischen Künstlergruppe im Böhler Park war gruselig, traurig aber auch fröhlich – das war schon sehr beeindruckend. Genau wie die australischen Stelzenkünstler. Viele Künstler konnten wir nur durch die Förderung des Kultursekretariats Gütersloh bekommen.  

Bürgermeister Ulrich Schulte sorgte für eine amüsante Verabschiedung.

Sind Sie denn mit dem Kulturetat trotz der Sparzwänge klar gekommen?

Mit den Mitteln, die wir hatten, haben wir das bestmögliche Ergebnis erzielt. Zu viel ist in den letzten Jahren nicht gespart worden. Durch die Sparkommission im Jahr 2013 fiel allerdings das Kinderrockfestival weg. Die Qualität muss stimmen, auch wenn es dafür vielleicht mal eine Veranstaltung weniger gibt. Immerhin konnten wir Dr. Ludger Stratmann, Herbert Knebel, Jörg Knörr, Florian Schroeder und das N.N.-Theater nach Plettenberg holen.

Vor zehn Jahren sind Sie dann Leiterin des Kulturamtes geworden...

Ja genau, Siegfried Griebsch wurde damals Bürgermeister in Werdohl, was ich bedauerte, da wir ein sehr gut eingespieltes Team waren.  

Also musste er Sie vorher um Erlaubnis fragen...?

(Lacht): Ja, natürlich. Ich hab schweren Herzens zugesagt. Wie heißt es: Never change a winning team...  

Sie waren wirklich gut befreundet...

Ja und deshalb hat es mich auch sehr getroffen, als er vor zwei Jahren viel zu früh verstarb. Siegfried Griebsch hat in Plettenberg vieles auf einen guten Weg gebracht, was ich dann weiterführen konnte.  

Was sagen Sie zum Engagement der PSG und und zu den Veranstaltungen in Attendorn?

Ich finde es es gut, was die PSG an neuen Großveranstaltungen macht. Das können wir mit unserem Budget nicht anbieten. Neidisch auf Attendorn war ich nie. Dort gibt es ein ganz anderes Konzept mit vielen Sponsoren und Geldgebern. Wir sind uns da aber nie ins Gehege gekommen. Mit Hilfe unserer Sponsoren haben wir das Maximale für Plettenberg erreicht.

Haben Sie den Kultursommer 2019 noch mitgeplant?

Nein, das liegt jetzt voll in der Hand von Sonja Büsing und sie hat das alles sehr gut im Griff und viele schöne neue Ideen. Die Plettenberger dürfen gespannt auf den nächsten Kultursommer 2019 sein.

Die weiteste Anreise hatte der "alte Chef", Klaus Müller.

Was sagen Sie zur neuen Kultur GmbH?

Ich wünsche der neuen GmbH viel Glück und Kreativität. Das kann die Stadt nur weiter voranbringen. Dass Steffen Reeder geht, bedauere ich aber sehr. Er hat seine persönlichen Gründe, aber er ist so ein kreativer Kopf, der ganz bestimmt fehlen wird.

Als „Tunnel-Barbara“ haben Sie ja einen schönen Auftritt gehabt bei der Einweihung der Westtangente im Jahr 2006.

Es war schon toll neben Minister Horstmann, Landespolitikern und Martin Zimmer in Bergmannskluft zu stehen und gemeinsam das Steigerlied zu singen.  

Was steht für Sie im Ruhestand auf dem Programm?

Ich freue mich jetzt auf Reisen mit dem Wohnmobil, Fahrradfahren mit dem E-Bike, gemütliche Leseabende und auf mehr Zeit mit Familie und Freunden.

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