Ohler Bahnbrücke wird doch gebaut, aber erst im Jahr 2021

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Blick auf die Fußgängerbrücke in Ohle, die noch vier Jahre halten muss, ehe der Abriss erfolgt und dort eine Straßenbrücke entsteht.

Plettenberg - Eigentlich hätte die Fußgängerbrücke, die vom Ohler Aldi-Markt über die Ruhr-Sieg-Strecke führt, schon seit vielen Jahren abgerissen sein sollen, denn das marode Bauwerk hat die besten Tage lange hinter sich. Doch bis die Abbruchbagger anrücken, werden noch einmal fast vier Jahre vergehen.

Wer die Geschichte um das geplante neue Straßenbauwerk und den gleichzeitigen Rückbau des Bahnübergangs Nordstraße in den letzten Jahrzehnten (!) verfolgt hat, der weiß, dass bei der deutschen Bahn nicht immer alles ganz zielstrebig verlief bei den Planungen. So war man bereits vor einigen Jahren an dem Punkt, an dem die Bahn die sogenannte Sperrpausen beantragte, die für die sensiblen Abrissarbeiten im Bereich der Ruhr-Sieg-Strecke notwendig sind.

Doch dann wechselten die Zuständigkeiten und das Plettenberger Projekt landete offenbar wieder tief unten im Aktenstapel und die Jahre vergingen. Auch bei der letzten CDU-Sommerbesichtigung der Bahnbrücke konnte Bauamtsleiter Bernd Merhofe noch nichts Handfestes vermelden, obwohl seit einer Anfrage der Heimatzeitung bei der Bahn-Pressestelle wieder deutlich Bewegung in das „Dornröschen-Projekt“ gekommen war. „Ich habe die bei der Bahn für das Projekt zuständige Mitarbeiterin Andrea Vierhaus jetzt endlich erreicht und es gibt echte Neuigkeiten“, konnte Bernd Merhofe auf Anfrage vermelden. „Für den Rückbau des Bahnübergangs an der Nordstraße benötigt die Bahn einen Bauantrag, der an das Eisenbahnbundesamt geht.“

Dieses Genehmigungsverfahren sei jetzt angelaufen und man rechne bis Anfang nächsten Jahres mit der Genehmigung. Parallel dazu plane die Bahn den an der Nordstraße notwendigen Umbau der Oberleitung und des im Bereich der geplanten Fußgängerbrücke stehenden Abspannmastes. Die Fußgängerbrücke bekommt eine aufwändige Rampenzuführung und führt über die Bahn zur höher gelegenen Straße Am Stübel.

Da beschrankte Bahnübergänge immer auch eine erhöhte Unfallgefahr bedeuten, ist die Bahn grundsätzlich an einem Rückbau solcher Bahnübergänge interessiert. Das Eisenbahnkreuzungsgesetz regelt den Bau solcher Anlagen und auch die Kostenaufteilung. Nach den Angaben von Bernd Merhofe betragen die Gesamtkosten für den Rückbau des beschrankten Bahnübergangs, den Neubau einer Fußgängerbrücke, an der Nordstraße, den Abriss der maroden Brücke am Aldi-Markt und den Neubau einer Straßenbrücke an gleicher Stelle rund 6,5 Mio. Euro. Die Kosten werden zwischen Bahn, Land und Stadt aufgeteilt. Dank der zu erwartetenden Zuschüsse beläuft sich der städtische Eigenanteil auf rund 800 000 Euro.

Wann wirklich mit dem Startschuss der Baumaßnahme zu rechnen ist, deren Anfänge in den 90er Jahren liegen, weiß Bernd Merhofe nach dem letzten Telefonat endlich. „Die notwendigen Sperrpausen für eine solche Baumaßnahme müssen drei Jahre zuvor von der Bahn beantragt werden“, berichtetder Bauamtsleiter. Die Beantragung werde nun durch die Bahn erfolgen. Mit einem Baustart sei also nicht vor 2021 zu rechnen.

„Im Jahr 2020 könnte die Ausschreibung erfolgen. Unsere Ausführungsplanung dazu liegt seit Jahren nahezu fertig in der Schublade“, sagte Merhofe, der sich bei der voraussichtlichen Fertigstellung des Gesamtprojektes im Jahr 2022 schon fast fünf Jahre im Ruhestand befindet. „Aber immerhin gibt es jetzt einen realistischen Zeitplan“, freut sich Merhofe. Ob die Stadt Plettenberg nach dem Neubau der Straßenbrücke neben dem Aldi-Markt die Ausweisung von Neubauplätzen Am Hasentanz „reaktiviert“, ist noch offen, aber denkbar, wenn öffentliches Interesse daran besteht.

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