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„Möchten uns entschuldigen“: Bahn verspricht Verbesserungen bei IC-Fahrten

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Von: Christos Christogeros

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Verspätungen und Ausfälle: In den ersten Tagen des Intercity auf der Ruhr-Sieg-Strecke leider keine Ausnahme. Die Bahn entschuldigt sich dafür.
Verspätungen und Ausfälle: In den ersten Tagen des Intercity auf der Ruhr-Sieg-Strecke leider keine Ausnahme. Die Bahn entschuldigt sich dafür. © dpa

Der Start des IC im Lennetal verlief ruckelig: Viele Verspätungen, Zugausfälle und eine nicht immer glückliche Kommunikation mit den Kunden (wir berichteten) sorgten vielerorts für Unmut. Die Deutsche Bahn entschuldigt sich nun in einem Schreiben an Paul Ziemiak (CDU-Generalsekretär) und Thorsten Schick (CDU-Landtagsabgeordneter) für die Probleme, gelobt Besserung und erklärt, die Ruhr-Sieg-Strecke besitze eine große Priorität für das Unternehmen.

Lennetal - Im November hatten sich Schick und Ziemiak in einem Brief an Werner J. Lübberink, den Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für NRW, dafür eingesetzt, dass die Deutsche Bahn Regio NRW ab 1. Februar die Linien RB91 und RE16 übernehmen soll. An diesem Tag endet bekanntlich die Bedienung der Ruhr-Sieg-Strecke durch das insolvente Unternehmen Abellio. Seit Ende vergangenen Jahres verkehrt parallel zu den Regionalbahnen auch der Intercity auf der Ruhr-Sieg-Strecke. Im Dezember wurde bekannt, dass die DB Regio die Ruhr-Sieg-Strecke im Nahverkehr von Abellio übernehmen wird.

Betreiberwechsel würde vorbereitet

In seinem Schreiben erklärt Lübberink den Abgeordneten, dass die DB Regio NRW „sich unter hohem Zeitdruck auf den Betreiberwechsel Ende Januar“ vorbereite, „um den Pendlern und Reisenden von Anfang an ein stabiles Angebot auf den Linien RE16 und RB91 anbieten zu können.“ Für die Bahn sei die Ruhr-Sieg-Strecke von Hagen nach Siegen „als zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn für die Region von großer Bedeutung“ – nicht nur für Pendler.

Der Konzern erkenne auch, dass die Strecke eine immense Bedeutung für die heimische Industrie besitzt. Denn hier wird der überregionale Güterverkehr abgewickelt. „Für die regionale Industrie sind zahlreiche Gleisanschlüsse vorhanden, ein Schwerpunkt bildet hier die Stahlindustrie“, schreibt Lübberink.

Die Probleme, die durch die aktuelle Sperrung auf der A 45 in der heimischen Region entstehen, seien dem Konzern sehr wohl bewusst. Dementsprechend würde die Bahn „mit höchster Priorität und in allen Bereichen an einer Stabilisierung der Betriebsqualität arbeiten“, erklärt Lübberink.

Dass die Betriebsqualität bei der gerade erst vor Kurzem eingeführten Intercity-Linie laut vielen Pendlern und Reisenden noch zu wünschen übrig lässt, sei der Bahn durchaus bewusst. Für die Fahrdienstleiter in den Stellwerken entlang der Strecke habe die Anlaufphase des IC eine besondere Herausforderung bedeutet.

„So ist einerseits das Betriebsprogramm – nach Einführung der neuen IC-Linie – völlig neu, andererseits führen vereinzelte Störungen an Fahrzeugen, Stellwerken und an zwei noch nicht vollständig nach dem Hochwasser wiederinstandgesetzten Bahnübergängen zu den von Ihnen geschilderten Verspätungen und Zugausfällen“, erklärt Lübberink. Man arbeite weiter „mit Hochdruck“ an der Beseitigung der letzten Schäden an den Bahnübergängen entlang der Ruhr-Sieg-Strecke. Darüber hinaus stünden die Fahrdienstleiter der Strecke und die Disposition in der Betriebszentrale Duisburg in kontinuierlichem, engen Austausch, um bei Störungen und Fahrplanabweichungen den Betrieb auf der Ruhr-Sieg-Strecke flüssig zu halten.

„Für die in Teilen unzureichende Information der betroffenen Pendler und Reisenden bei Verspätungen und Zugausfällen möchten wir uns entschuldigen. Störungen im Betriebsablauf erfordern immer eine sehr zeitnahe und direkte Pflege der Betriebsleitsysteme der Bahn“, erklärt Lübberink. Diese Pflege erfolge dann über entsprechende Schnittstellen in den Anzeigen an den Bahnsteigen, in DB-App und auf der Webseite des Unternehmens. Auch hier gebe es noch eine „Einschwingphase“. Da noch nicht alles perfekt eingespielt sei, komme es „zu nicht zeitgerechten Kundeninformationen und damit dann verständlicherweise zu Verärgerung“.

„Potentiale zur Optimierung“

Wie Lübberink erklärt, arbeite die Bahn eng mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen zusammen und analysiere und bewerte die Situation. „Daraus werden dann entsprechende Optimierungspotentiale abgeleitet – dies ist auch für die Ruhr-Sieg-Strecke der Fall“, schreibt Lübberink. Durch zusätzlichen Personaleinsatz soll die Fahrzeugverfügbarkeit bei den Intercity-Zügen weiter stabilisiert und Störungen vermieden werden.

„Seien Sie versichert, dass sich die Deutsche Bahn der Bedeutung der Ruhr-Sieg-Strecke für die Region sehr bewusst ist“, schreibt Lübberink. Es gelte jedoch, zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Genannt wird vor allem die „anspruchsvolle Topographie“ mit zahlreichen Steigungen, Gefällen und Tunneln.

Schick und Ziemiak zeigten sich über die schnelle und für die Ruhr-Sieg-Strecke positive Aussage des NRW-Bahnchefs zufrieden. In einer gemeinsamen Erklärung der beiden CDU-Abgeordneten dankt man dem Konzern „für eine Lösung im Interesse aller Pendler.“ Es sei gut, dass die Bedeutung der Ruhr-Sieg-Strecke für die heimische Region von der Deutschen Bahn erkannt würde. „Der funktionierende Betrieb ist, nicht zuletzt mit Blick auf die aktuelle Situation der A 45, wichtig für die Region“, schreiben Ziemiak und Schick abschließend.

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