Mächtig Feuer unterm Dach

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Frank Hinkelmann (links) übernimmt kommissarisch die Nachfolge als Leiter der Feuer- und Rettungswache von Peter Hemscheidt (2. von rechts). Hemscheidt wird zwei Jahre vor dem Ende seiner Dienstzeit „auf eigenen Wunsch“ ins Rathaus versetzt.

Plettenberg – Bei der Plettenberger Feuerwehr herrscht derzeit eine explosive Stimmung. Es ist mächtig Feuer unter dem Dach. Dabei geht es um Querelen in der Feuerwehrführung um Markus Bauckhage, Dipl.-Ing. Peter Hemscheidt und Frank Hinkelmann, Kommunikationsprobleme und das Austrittsgesuch der Löschgruppe Holthausen.

Doch der Reihe nach: Peter Hemscheidt, seit 17 Jahren Leiter der Feuer- und Rettungswache, wird nach Auskunft von Bürgermeister Ulrich Schulte „vorbehaltlich der Zustimmung des Personalrates auf eigenen Antrag von der Leitung der Feuer- und Rettungswache in den vorbeugenden Brandschutz umgesetzt werden.“ Doch diese Aufgabe hat in der Realität nur bedingt mit der Feuerwehr und den alle sechs Jahre erforderlichen Brandverhütungsschauen zu tun, denn Peter Hemscheidt sitzt zukünftig als Mitarbeiter des Bauordnungsamtes im Rathaus und nicht mehr als Brandamtsrat in der Feuer- und Rettungswache.

 Bis zur Ernennung eines neuen hauptamtlichen Leiters der Feuer- und Rettungswache wird diese durch den stellvertretenden Leiter Frank Hinkelmann kommissarisch geleitet, den Hemscheidt in den letzten Jahren gefördert hatte. Wer die durch das Aufrücken entstandene Personallücke füllen soll, ist ebenso offen wie der genaue Grund für die Versetzung des Wachenleiters. 

Die Redaktion sendet dem Bürgermeister deshalb insgesamt 14 Fragen zum Themenkomplex Feuerwehr, von denen Schulte drei Fragen beantwortete. Auf den Hinweis unserer Zeitung, dass der Leser und Plettenberger Bürger und Steuerzahler ein Recht habe, zu erfahren, wie der Führungswechsel begründet wird, antwortete Bürgermeister Schulte wie folgt: „Neben einem Informationsanspruch werden die Plettenberger Bürger in erster Linie ein Interesse daran haben, dass die haupt- und die ehrenamtliche Feuerwehr im Einsatzfall funktionieren.“ Doch genau dieses „Funktionieren“ ist aktuell nur bedingt gewährleistet, denn nach Informationen unserer Zeitung hat die Löschgruppe Holthausen dem Plettenberger Bürgermeister ein Austrittsgesuch überstellt – ab dem morgigen Sonntag will ein Großteil der Löschgruppe den freiwilligen Dienst niederlegen.

 Die Löschgruppe, die im letzten Jahr neben diversen Übungen rund 90 Einsätze hatte und eine wichtige Stütze für den Brandschutz im Industriegebiet Köbbinghausen ist, will mit dem in dieser Form bislang einzigartigen Austrittsgesuch erreichen, dass die Führungsstruktur bei der Feuerwehr auf den Prüfstand kommt. Auch wird die mangelnde Kommunikation zwischen dem Wehrleiter und der Löschgruppe kritisiert. Im Vorfeld gab es bereits den Rücktritt eines Zugführers, der auch andere ehrenamtliche Aufgaben niederlegte.

Markus Bauckhage (im Hintergrund) ist aktuell Chef der Plettenberger Feuerwehr und hat damit als Ehrenamtlicher Befehlsgewalt über die Freiwillige Feuerwehr und alle hauptamtliche.n Kräfte

 Der Bürgermeister hat in in dieser Situation die Möglichkeit, die Löschgruppe zu verpflichten, den Dienst wieder aufzunehmen – um den Brandschutz in Plettenberg zu gewährleisten. Offen ist auch, ob die aktuelle Feuerwehrführung noch den vollen Rückhalt der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte hat. Während bei der Stadtverwaltung der ehrenamtliche Bürgermeister (Otto Klehm †) vor 20 Jahren abgelöst wurde, steht bei der Plettenberger Feuerwehr heute mit Markus Bauckhage ein Ehrenamtlicher an der Spitze der hauptamtlichen Kräfte sowie der freiwilligen Feuerwehr. Beim gestrigen Versuch, Wehrleiter Bauckhage auf die Probleme anzusprechen, saß dieser gerade in einer Sitzung mit dem Bürgermeister. Ulrich Schulte ließ die Redaktion daraufhin folgendes wissen: „Es gibt nochmal ein gemeinsames Gespräch mit der gesamten Löschgruppe, der Verwaltung und der Wehrleitung.“ Ob bei dieser „außerordentlichen Versammlung“ am heutigen Samstag der Burgfrieden wieder hergestellt werden kann, bleibt abzuwarten. Wir berichten weiter.

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