Nachwuchs die Kleintierzucht "in die Wiege gelegt"

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Die Brüder Linus und Levin Spreemann wurden Jugendmeister.

Plettenberg – Nachwuchssorgen haben viele Vereine; bei den Kleintierzüchtern sieht es da nicht besser aus – im Gegenteil. Der Kleintierzuchtverein W 741 Lenhausen und Umgebung besteht nur noch aus 28 Mitgliedern. Einen Lichtblick gibt es jedoch: Unter den Mitgliedern befindet sich mit dem 19-jährigen Jannik Jehl ein überaus junges Mitglied.

Früher, so erklärte der 1. Vorsitzende des Vereins, Peter Jehl, seien alleine 15 Kaninchenzüchter Mitglied gewesen. Heute sei davon keiner mehr übrig. Die Auflagen seien zu groß, das jährliche Impfen sei ein „sehr teurer Spaß“, so Jehl. Der Nachwuchs fehle, die Jugend habe andere Interessen, beschäftige sich lieber mit der digitalen Welt.

Eine Ausnahme hat Jehl aber in der eigenen Familie: Sein Enkel Jannik (19 Jahre) kann sich ein Leben ohne die Kleintierzucht gar nicht vorstellen. „Mir haben sie es quasi in die Wiege gelegt“, sagte er am Samstag im Zuge der Kleintierausstellung am Bürgerhaus in Pasel. „Seitdem ich laufen kann, heißt es: ab in den Hühnerstall.“

Doch ist es nur die Gewohnheit, weil er es nicht anders kennt? Nein, sagte Jehl entschieden und kam ins Schwärmen: Man erlebe den kompletten Lebenszyklus eines Tiers mit, das fasziniere ihn. Vom Ei bis zum ausgewachsenen Huhn. „Das ist was anderes als Computer“, meinte er.

Farbkombination ist wichtig

Jehl selbst züchtet Zwerg-Orloff rot-bunt und ist damit sehr erfolgreich: Bereits in seinem ersten Jahr bei den Senioren konnte er sich über den Titel des ersten Vereinsmeisters freuen. Zweite Vereinsmeister wurden sein Opa Peter (Zwerg Australorps schwarz) und Dieter Mielke (Vorwerk gelb). Jugendmeister wurden die Brüder Linus und Levin Spreemann. Die Bewertung hatte Gustav Adolf Kleve aus Lüdenscheid vorgenommen.

Im Verein sowie der näheren Umgebung ist Jehl der Einzige, der die rot-bunten Zwerg-Orloff-Hühner züchtet. „Auf die richtige Farbkombination kommt es an“, erzählte der frischgebackene Vereinsmeister. So müsse beispielsweise der Hahn hell und die Henne dunkel sein. „Wenn ich den Zuchtstamm zusammenstelle, ist das Farbspiel entscheidend“, so Jehl weiter. Wenn die Küken schlüpfen, sollten sie dunkelorange mit einem dunklen Streifen auf dem Rücken sein.

Jannik Jehl wurde die Kleintierzucht quasi in die Wiege gelegt – er ist Züchter aus Leidenschaft. Zur Vollansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts.

Seit rund sieben Jahren züchtet Jehl bereits diese Hühnerrasse, die ursprünglich aus Russland stammt, doch erst im letzten Jahr sei ihm zum ersten Mal die richtige Kombination gelungen.

Mehr als 70 Hühner wurden am Samstag ausgestellt. Dazu kamen noch fünf Sachsenenten, Leihgabe eines befreundeten Züchters aus Schmallenberg, um für mehr Artenvielfalt zu sorgen, und außerdem einige Zierkaninchen.

Auch Hühner können Schnupfen kriegen

Mit der Resonanz war Peter Jehl sehr zufrieden: Die Schau sei „sehr gut angenommen worden“, freute sich Jehl, sogar besser, als es im Vorfeld zu erwarten gewesen sei. Dabei stellte sich die „Notlösung“ in Pasel sogar als Glücksgriff heraus: Bisher hatte die Geflügelschau immer in der Lenhauser Schützenhalle stattgefunden.

Doch die sei mittlerweile für den kleinen Verein zu groß, die Kosten nicht mehr tragbar. Außerdem hätte die Halle beheizt werden müssen. Das Problem dabei: Die Tiere lieben die Kälte, wenn sie einen Tag zu warm stehen, könnten sie sich anschließend schnell einen Schnupfen einfangen. Daher sei die Zeltlösung vor dem Bürgerhaus in Pasel „ideal“ gewesen, so Jehl.

Auch für das liebliche Wohl ihrer Besucher hatten die Kleintierzüchter bestens gesorgt: Chicken Nuggets wurden zwar nicht serviert, dafür Waffeln und Kuchen.

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