Voller Energie und Inspiration

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Volker Hauer (rechts) von der Werkstatt Plettenberg hatte die Vernissage im Rathausfoyer im Beisein vieler Interessierter eröffnet.

Über 20 Gemälde, weihnachtliche Klänge und ein besonderer Gast aus Kanada umrahmten eine Ausstellung mit dem Titel „Liberté“ (Freiheit) im Rathausfoyer.

Annie Joan Gagnon Schubert, Buchautorin und Künstlerin aus Kanada, stellte am Dienstagabend ihre Kunstwerke bei einer Vernissage im Rathausfoyer vor.

Kulturamtsleiterin Barbara Benner wurde durch einen Arbeitskollegen vom Baubetriebshof auf die Künstlerin aufmerksam und lud sie zu sich ins Rathaus ein. „Annie kam zu mir und hat mir eine ganze Mappe vorgelegt. Ich fand das so inspirierend und interessant, was sie so macht. Sie ist so voller Energie und voller Inspiration“, zeigte sich Benner zufrieden über die Entscheidung.

Der November gilt als graue Zeit und so hatte das Kulturamt die Idee, mit den Gemälden, die nun 3 Wochen lang im Rathausfoyer besichtigt werden können, etwas Farbe zu präsentieren.

„Ich lasse mich viel von Plettenberg, aber auch von meinen Wurzeln inspirieren“, erklärt Schubert die Entstehung ihrer Werke. Sie malt mit Farbpalette und Pinsel aus ihrem Gefühl heraus. Eines ihrer Werke zeigt eine Nachbildung des Filmes „Der letzte Mohikaner“, den sie im Alter von 15 Jahren im Fernsehen bewundert hatte. Sie fühlt sich mit der Landschaft und dem Leben der Indianer verbunden.

Manche Gemälde wirken eher als ideenlos und wilde Malerei ohne Hintergedanken. Doch durchaus ist es Kunst und mit Liebe auf Leinwand gebracht.

„Ich habe bereits zwei Ausstellungen in Deutschland organisiert, doch diese wird die Wichtigste für meine professionelle Laufbahn sein“, erklärte sie in einer Unterhaltung mit der Zeitung Le Courrier.

Vor einigen Monaten kreuzten sich die Wege von Schubert und dem bekannten Künstler Lutz Bernsau, der der Künstlerin sein Atelier in Brilon zur Verfügung gestellt hatte für die Entstehung weiterer Gemälde. „Er hat mir eine Richtlinie für meine eigene Arbeit gegeben. Er hat mir geholfen zu reflektieren, damit ich meine Wurzeln für meinen eigenen Stil finde“, freute sich Annie Joan Gagnon Schubert über das Treffen.

Die 42-Jährige lässt sich besonders von den Landschaften inspirieren, die sie umgeben. Mit allen Emotionen, die in ihrem Inneren hervorgerufen werden, und den Farben, die von ihrem Innersten kommen, gibt sie ihre eigene Interpretation der besuchten Orte preis.

Ein Waldbrand mit lodernden Flammen in Kanada inspirierte sie ebenfalls dazu, zu Farbe und Pinsel zu greifen. Doch hier steckt eine besondere und emotionale Geschichte dahinter. „Eine Freundin von mir ist gestorben während ich an diesem Kunstwerk gemalt habe. Als ich es fertiggestellt hatte, kam Feuer in meine Wohnung und ich hatte das Gefühl, sie war präsent, als ich den letzten Strich machte auf diesem Kunstwerk“, erinnert sich Schubert noch heute.

Annie Joan Gagnon Schubert (links) freute sich über die vielen Gäste, die zur Eröffnung ihrer Ausstellung in das Rathausfoyer gekommen waren. Die weiteste Anreise hatte ihre Freundin Christiane Miller: Sie reiste aus dem kanadischen Montreal an.


Weitere Gemälde zeigen unter anderem Plettenberg, Landschaften im Sauerland und den Weihnachtsmarkt in Köln. Die Burgruine Schwarzenberg entstand anhand einer vorgezeichneten Skizze im Atelier von Lutz Bernsau.

„Ich liebe es, zu experimentieren“, gibt die Künstlerin darüber preis, wie sie Acryl, Öl und Tinte miteinander vermischt. Während den Besuchen bei Freunden in Plettenberg und Herscheid lässt sie sich ebenfalls von der Umgebung inspirieren. Dabei entstanden sehr enge und freundschaftliche Kontakte.

Den weitesten Weg hatte Christiane Miller aus Montreal nach Plettenberg hinter sich gebracht, um die Ausstellung ihrer Freundin zu besuchen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte an diesem Abend „Herscheid Sounds“ unter der Leitung von Georg Neukirch. Langsame Balladen und weihnachtliche Klänge drangen durch das Rathausfoyer.

Zu Beginn der Vernissage hatte Volker Hauer von der Werkstatt Plettenberg das Wort ergriffen. Er nannte fünf Begriffe, die die Künstlerin beschreiben sollen: „Expressionistische Malerei, transitorisch, Spurensucherin, Seelenverwandtschaft und ‘prodesse et delectare’ (lat.: nützen und erfreuen). Wie passen diese Begriffe zusammen? Dieses lässt sich nur erklären, wenn man sich die Biografie von Annie Joan Gagnon Schubert anschaut.“

Die Künstlerin zeichnet sich als expressionistische Malerin aus. Hier wird nicht das gemalt, was man sieht, sondern das, was man fühlt. Als Spurensucherin sucht sie in der Literatur und in der Kunstgeschichte des Abendlandes nach Inspiration. Weiter dazu gehören ihre Reisen, auf denen sie Skizzen von Landschaften anfertigt, die später auf Leinwand kommen. Die Kunst dem Menschen nahebringen, bezeichnet der Begriff „prodesse et delectare“ – locker und unterhaltsam informieren. Mit einigen berühmten Künstlern fühlt sich die Künstlerin seelenverwandt.

Mit Sicherheit wird man von Annie Joan Gagnon Schubert noch in Zukunft hören, denn sie lässt sich weiterhin inspirieren von den Landschaften im Sauerland, in Deutschland und weltweit.

S. Rein

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