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Hängepartie um den Innenstadt-Plan: Fühlen Sie sich gut informiert?

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Grünes licht für den Ausführungsplan zur Innenstadt gibt es noch nicht, dafür grünt es aber an den Baumstümpfen der sechs abgesägten Platanen am Alten Markt.

Plettenberg – Stell Dir vor, die Innenstadt wird saniert und niemand weiß wie. So ähnlich kommt es in diesen Tagen vielen Bürgern vor, denn schon Ende Juni soll nach Informationen unserer Zeitung der Startschuss für die langersehnte Innenstadtsanierung fallen.

Doch wie sieht diese aus und was ändert sich noch bei der Gestaltung des Kirchplatzes? Der soll im zweiten Bauabschnitt nicht vor 2020 umgestaltet werden. Auch Leserin Karin Vieregge wandte sich an die Heimatzeitung, um zu erfahren, wie die Innenstadt denn nun aussehen soll. Zugleich ließ sie ihren Unmut ab: „Ich höre im gesamten Freundeskreis, wie hässlich die Innenstadt geworden ist. Und jetzt soll alles noch steiniger werden. Dabei hatten wir so viele schöne Bäume am Alten Markt. Wo gibt es denn jetzt noch ein gemütliches Eckchen hier in der Stadt?“, will Vieregge wissen.

 Um ihr die Antwort möglicherweise mit Hilfe des Ausführungsplanes geben zu können, fragten wir bei der Stadtverwaltung nach. Dort erreichten wir Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier, der erklärte, dass Anfang Dezember 2018 in einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses über Pflastersteine und Sitzbänke entschieden worden sei. Die Ausführungsplanung habe man danach mit Eigentümern erörtert, bei denen Privatflächen betroffen waren sowie mit betroffenen internen und externen Dienststellen abgestimmt.

Planung soll auf Homepage präsentiert werden

 „Aktuell laufen die letzten Abstimmungen noch. Daher wäre es nicht gut, einen noch nicht ganz abgestimmten Plan jetzt zu veröffentlichen“, bat der Planungsamtsleiter um Verständnis. Damit erübrigte sich auch die Frage, ob die im Jahr 2017 auf der städtischen Homepage veröffentlichten ISEK-Pläne noch aktuell sind. Laut Engelkemeier habe die Stadt Plettenberg aber eine Agentur beauftragt, die Innenstadtplanungen auf einer Homepage zu präsentieren. „Wir gehen davon aus, dass diese Homepage vor Baubeginn freigeschaltet werden kann“, sagte der Planungsamtsleiter am Freitag.

 Gibt man aktuell das Stichwort „Plettenberger Innenstadtsanierung“ im Internet ein, landet man auf einer Unterseite der städtischen Webseite: Unter dem Oberbegriff „Konzepte“ ist dort folgendes zu lesen: „Demografischer Wandel, Wohnen, Wirtschaft, Verkehr, Handel... Im Rahmen sich immer schneller wandelnder Vorzeichen stellen sektorale und integrierte Konzepte Orientierungen für eine nachhaltig ausgerichtete Stadtenwicklung.“ 

Diese zwei Jahre alte Ansicht ist die aktuellste zum Alten Markt. Die drei großen Bäume sind allerdings Geschichte und Parkmöglichkeiten sind auch nicht mehr vorgesehen. Dafür sind offenbar Wasserspiele geplant, über die am Dienstag entschieden werden soll.

Nähere Angaben zu den „sektoralen und integrierten Konzepten“ gibt es keine. Stattdessen wird auf das im Jahr 2013 erstellte Handlungskonzept Wohnen, das Einzelhandelskonzept 2013 und das im Oktober 2013 beauftragte und im Dezember 2014 beschlossene ISEK (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) hingewiesen. Beim weiteren Suchen findet man dann den vor dreieinhalb Jahren prämierten „Realisierungswettbewerb Innenstadt Plettenberg“, der einige Visualisierungen zeigt, wie die Innenstadt aussehen könnte. Die aktuellste Ansicht datiert vom 13. Juli 2017. Allerdings sieht man dort noch Parkflächen und drei riesige Bäume auf dem Alten Markt. Die neun Bäume dort sind heute nur noch Stümpfe. Sie sollen durch drei Neuanpflanzungen hinter dem Stephansdachstuhl teilersetzt werden. Auch die bei der Visualisierung gezeigten Parkflächen sind nicht mehr aktuell, denn der Alte Markt soll in Zukunft autofrei sein.

 Ein Grund für den immer noch nicht vorliegenden Plan könnten auch die Wasserspiele sein, die am Dienstag, 18. Juni, um 17 Uhr Thema im Planungsausschuss sein sollen. Doch im Bauamt war darüber keine Auskunft zu bekommen.

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