Ausbildung: So viele Bewerber bei der Polizei wie nie

Schlange stehen, um auf Streife zu gehen

Plettenberger Polizisten bei der alltäglichen Arbeit. Auch das „Blitzen“ gehört dazu.  Foto: ST-Archivbild

Plettenberg - Die jungen Leute wollen alle zur Polizei. Na ja, vielleicht nicht alle – aber ziemlich viele. Nie war die Anzahl der Bewerbungen so hoch wie aktuell, auch im Märkischen Kreis scheinen viele Schulabgänger eine Karriere im gehobenen Dienst bei der Polizei anzustreben.

„Ich kann gar nicht genau sagen, warum das momentan so ist!“, erklärt Markus Müller, Einstellungsberater bei der Polizei im Märkichen Kreis. Er ist der Hauptansprechpartner, wenn es um Ausbildungsfragen geht. 

Seit 2001 gibt es nur noch einen Ausbildungsweg bei der Polizei in NRW, nämlich den mit dem Berufsziel „Polizeikommissar“ – die Ausbildung verknüpft mit einem Bachelorstudiengang. Vorher gab es auch den mittleren Dienst, also nur eine klassische Ausbildung ohne berufsbegleitendes Studium. „Das waren dann diejenigen mit einem blauen Stern auf der Uniform“, erklärt Müller dazu. Mittlerweile gebe es nur noch die silbernen Sterne, für Auszubildende eine so genannte silberne Litze, also einen Streifen. Die dreijährige Ausbildung gliedert sich in praktische und theoretische Abschnitte, die wechseln. Auch die Wache in Plettenberg hat also hin und wieder einen Auszubildenden mit an Bord, der in den Alltag der Kollegen mit eingebunden wird. „Im Juni kommt wieder ein neuer Auszubildender nach Plettenberg, aktuell ist keiner auf der Wache“. Der oder diejenige – so genau konnte Müller es noch nicht sagen – sei dann insgesamt für knapp sechs Wochen in der Vier-Täler-Stadt beschäftigt. Anschließend käme dann ein Block an der Fachhochschule oder eine Trainingseinheit. „Dabei lernen die Auszubildenden dann neben dem Schießen erste Hilfe, wie man zum Beispiel einen Unfall aufnimmt oder trainieren ihre Fahrsicherheit“, erklärt der Personalbewerber, wie Müller sich zusätzlich bezeichnet. 

Wie in den vergangenen Tagen mehrfach in den Medien berichtet wurde, nehmen die Übergriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute zu – auch in Plettenberg gab es erst am vergangenen Wochenende noch einen Vorfall, bei dem eine zuerst hilflos scheinende Person handgreiflich gegenüber den Einsatzkräften von Rettungsdienst und Polizei wurde. „Leider kommt es immer wieder vor, dass die Helfer selbst zu Opfern werden. Dafür gibt es extra Schulungen, bei denen so genannten „Eingriffstechniken“ geübt werden“, so Müller. Diese Einheit sei dann ähnlich wie ein Selbstverteidigungskurs aufgebaut und obligatorisch für jeden Kommissaranwärter. 214 Bewerbungen sind bis jetzt bei der Polizei im Märkischen Kreis eingegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 13 Bewerbungen mehr. 

Wer von diesen Personen wirklich am Ende mit der Ausbildung zum 1. September beginnen kann, hängt von mehreren Faktoren ab. „Die Bewerber müssen erst einmal einen Gesundheitscheck durchlaufen. Starke Sehschwäche, Allergien oder andere Beeinträchtigungen können ein Kriterium sein, um abgelehnt zu werden“, so Müller. Auch die Fitness muss stimmen – ein Sportabzeichen in Bronze wird verlangt, ebenfalls ein Schwimmabzeichen wird benötigt. „Auch danach ist nichts mit faul werden“, ergänzt Müller lachend. „Einmal jährlich werden die Polizisten auf ihre Fitness überprüft. Wer nicht mehr aktiv genug ist, muss es wieder werden“, so der Personalberater. 

Auch wenn die Anforderungen für den Polizeiberuf hoch sind – es scheint, als sei er dennoch beliebter denn je. Liegt es auch am Verdienst? „Das kann ich so pauschal nicht sagen, aber ich kann verraten, dass Polizeikommissare nicht schlecht verdienen“, so Markus Müller

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