Überlegungen laufen

Aus für drei Schulstandorte? Stadt im MK prüft Zusammenlegungen

Nach dem geplanten Umzug der Zeppelinschule nach Böddinghausen soll der Standort an der Zeppelinstraße möglicherweise zum großen Grundschulstandort für die bisherige Grundschule im Oestertal und die Martin-Luther-Schule werden.
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Nach dem geplanten Umzug der Zeppelinschule nach Böddinghausen soll der Standort an der Zeppelinstraße möglicherweise zum großen Grundschulstandort für die bisherige Grundschule im Oestertal und die Martin-Luther-Schule werden.

Zum Ferienende und dem Auftakt in den Plettenberger Schulen sickerte aus dem Umfeld der Schulen eine Nachricht durch, die aufhorchen lässt und die für Diskussionen sorgen dürfte.

Plettenberg - So prüfe die Stadt Plettenberg derzeit die Aufgabe von gleich drei Schulstandorten im Stadtgebiet. Die Grundschule Oesterau soll nach den Überlegungen gemeinsam mit der Martin-Luther-Schule im Komplex der Zeppelinschule untergebracht werden. Die Grundschule Ohle soll ebenfalls aufgegeben werden und die Schüler in der Hallenschule untergebracht werden. Dort soll ein zusätzlicher Anbau geschaffen werden.

Laufender Entscheidungsprozess

Noch sind diese Schließungen nicht amtlich beschlossen und werden auch nicht kurzfristig umgesetzt. Es laufen aber – und das bestätigte Bürgermeister Ulrich Schulte auf Anfrage unserer Zeitung – Gespräche innerhalb der Schulleiterkonferenz, auf Lehrerebene sowie unter Hinzuziehung eines externen Fachmanns. Es sei „ein laufender Entscheidungsprozess“, sagte Schulte. Auch deshalb wollte das Stadtoberhaupt die Planungen weder bestätigen noch dementieren. „Da werde ich nichts zu sagen“, so Schulte gegenüber unserer Zeitung.

An der Martin-Luther-Schule herrscht Platznot und es gibt in Sachen Brandschutz einiges zu tun, weshalb die größte Plettenberger Grundschule möglicherweise mittelfristig umzieht in die bisherige Zeppelinschule.

Dass die Stadtverwaltung die Schließung von Schulstandorten überlegt, verkündete man bereits in der Vorlage der letzten Ratssitzung im Juni. Zur Entwicklung des Grundschulbereichs in Plettenberg hieß es dort: „Aufgrund der beschriebenen Problematik erscheint es der Verwaltung dringend erforderlich, eine Optimierung der Grundschullandschaft zu planen, um an allen Schulen unter Berücksichtigung der pädagogischen und baulichen Anforderungen, der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen OGS-Platz und den Ansprüchen an die Mensen bestmögliche Bedingungen zu schaffen und die Grundschulstandorte zukunftssicher aufzustellen. Dabei ist auch die Zusammenführung von Standorten zu prüfen. Es ist erstrebenswert, an einer geringeren Zahl an Standorten eine deutlich bessere Ausstattung zu erreichen. In diesem Prozess ist eine externe pädagogische Beratung zur Begleitung der Prozesse notwendig.“

Zeppelinschule zieht um nach Böddinghausen

Den notwendigen ersten Dominostein stürzten Politik und Stadtverwaltung bereits vor den Sommerferien selbst, als man beschloss, die Zeppelinschule komplett am bisherigen KBOP-Standort in Böddinghausen unterzubringen, womit dann in naher Zukunft alle weiterführenden Schulen in Böddinghausen vertreten sind.

Auch die Grundschule Oestertal soll möglicherweise aufgelöst werden und umziehen zur Zeppelinstraße.

Klar ist auch, dass vor der möglichen Nutzung des Schulstandorts an der Zeppelinstraße als Grundschule einige Investitionen notwendig wären. Der bisherige Hauptschulstandort weist laut Verwaltung „deutliche Defizite im Bereich technische Ausstattung, Barrierefreiheit und Brandschutz auf. Zudem besteht ein Sanierungsstau bei der Instandhaltung von Fach- und Klassenräumen.“ Die erforderlichen baulichen Maßnahmen seien so umfangreich, dass die Arbeiten nicht nur in den Schulferien durchgeführt werden könnten.

Spätestens in zwei Jahren muss der Umzug der Zeppelinschule nach Böddinghausen vollzogen sein. So lange gilt die verlängerte Ausnahmegenehmigung der Bezirksregierung noch. Nach dem erfolgten Umzug könnten der Umbau und die Sanierung an der Zeppelinstraße starten, ehe dort dann ein großer Grundschulstandort entsteht. Ein mögliches Zeitfenster wäre also 2023/24.

Nachholbedarf beim Brandschutz

Grundsätzlich gibt es in den aktuell sechs Grundschulgebäuden einen zum Teil erheblichen Nachholbedarf in den Bereichen Brandschutz, Barrierefreiheit, Wärmeschutz, Bauphysik und technischer Gebäudeausstattung, was die Verwaltung in Abstimmung mit der Kommunalpolitik dazu bewog, die Aufgabe von Schulstandorten zu prüfen.

Die Grundschule in Ohle soll möglicherweise aufgegeben und mit der Hallenschule zusammengelegt werden.

Laut Stadtverwaltung „führen die sechs Standorte zu entsprechend hohen Unterhaltungsaufwendungen. An einigen Standorten gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten mangels entsprechender Flächenreserven. Wegen der beschriebenen geänderten Anforderungen an Schulen wird es jedoch in allen Standorten einen steigenden Raumbedarf geben, der insbesondere die OGS einschließlich der Mensen betrifft“. Statt einer Unterbringung in umgewidmeten Klassenräumen sei eine qualitativ gute Versorgung der Schüler wünschenswert, heißt es bezüglich der Grundschulentwicklung.

Wird Grundschule Holthausen abgerissen?

In die Gesamtüberlegungen dürfte auch die Zukunft der Grundschule Holthausen einfließen. Denn nach dem geplanten Abriss der Vier-Täler-Schule ist weiter offen, ob die Grundschule erhalten bleibt oder ebenfalls zugunsten eines Neubaus abgerissen wird. Die FDP hatte dies prüfen lassen und um entsprechende Zahlen gebeten, was den Entscheidungsprozess hinauszog.

Klar ist angesichts der aktuellen Baupreisentwicklung, dass das Vorhaben teurer wird. Klar erscheint auch, dass die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik das Thema Schulentwicklung in den nächsten Jahren beherzt anpacken wollen und dabei auch heiße Eisen wie die Schließung von Schulstandorten nicht scheuen, um die Schullandschaft neu, besser und zukunftsfähig aufzustellen. Und das dürfte auch im Sinne von Eltern und Schülern sein, auch wenn die mögliche Schließung der kleinen Schulstandorten sicherlich stark bedauert wird.

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