Einkaufen in Corona-Zeiten: Auf der Suche nach der Warteschlange

Während die meisten Freizeitaktivitäten aktuell nicht möglich sind, wird der Wocheneinkauf zum richtigen Erlebnis.
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Unter anderem im Lidl-Markt werden Kunden gebeten, beim Besuch einen Einkaufswagen zu benutzen.

Plettenberg – Während die meisten Freizeitaktivitäten aktuell nicht möglich sind, wird der Wocheneinkauf zum richtigen Erlebnis.

Jedenfalls macht das in anderen Städten den Eindruck. Etwa in Soest kam es schon zu riesigen Warteschlangen vor den Märkten, weil viele mit der ganzen Familie angereist waren. Wie ist die Lage in Plettenberg?

Samstag, 11.54 Uhr, Einkaufszentrum Bredde: Der Parkplatz ist gut gefüllt. Es sind aber noch reichlich Lücken zu haben. Schlangen bilden sich hier vor keinem Laden – auch nicht mit den verschärften Maßnahmen. Denn seit letztem Dienstag ist in Läden bis 800 Quadratmeter eine Person pro 10 Quadratmeter erlaubt; ab 801 dann nur noch eine pro 20 Quadratmeter. „Das heißt, dass in einem Geschäft mit 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche 90 Kunden gleichzeitig einkaufen dürfen“, erklärt Isabel Lehmann von der Lidl-Pressestelle. „Zum Vergleich: Bislang waren bei einer Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern 100 Kunden gleichzeitig zugelassen.“

Lidl und Rewe setzen diese Vorgaben mit Einkaufswagen um. Schilder machen darauf aufmerksam, dass jeder Kunde sich einen solchen Wagen nehmen muss. Wer ihn vergisst, wird von den Mitarbeitern an der Kasse darauf hingewiesen, doch beim nächsten Besuch dran zu denken. Beim Gang durch die beiden Supermärkte hat man nicht das Gefühl, dass hier große Einkaufs-Ausflüge unternommen werden. Der normale Wocheneinkauf steht an, alleine, paarweise, teilweise mit der Familie. „Wir kaufen immer am Wochenende ein“, sagt ein älterer Herr, als er seine Einkäufe ins Auto packt. Viel mehr als sonst sei heute nicht los, meint er.

Keine Schlangen vor den Filialen

Das deckt sich mit Aussagen der Lidl-Pressestelle: „In Plettenberg ist für unsere Kunden der Einkauf schnell und bequem möglich, es kam zu keinen Schlangen vor den Filialen“, berichtet Lehmann von Lidl. Bei Rewe sieht das ähnlich aus: „Aktuell sind uns keine größeren Probleme bekannt“, so Pressesprecher Thomas Bonrath auf Nachfrage, wenngleich er mit Blick auf deutschlandweit 3700 Filialen keine markspezifischen Angaben machen konnte. Das Gros der Bevölkerung trage die Corona-Regeln mit und halte sich entsprechend diszipliniert und konsequent daran im Sinne der Solidarität in dieser Pandemie-Zeit, erklärt er. „Denn allen ist bewusst, dass sich das Infektionsgeschehen nur wieder absenken lässt, wenn man sich regelkonform verhält und damit einhergehende Einschränkungen akzeptiert.“

Übrigens: Die Nachfrage nach herbstlichen und weihnachtlichen Lebensmitteln und Artikeln bewege sich auf Vorjahresniveau und zum Teil darüber, heißt es von Rewe. „Denn angesichts ausgefallener Weihnachtsmärkte, geschlossener Gastronomie und Reisebeschränkungen holen sich Verbraucher mit entsprechenden Artikeln die Weihnachtsstimmung nach Hause“, schätzt Bonrath ein. Dieses Phänomen im Corona-Jahr hatten auch heimische Baumärkte schon beobachtet und von einer erhöhten Nachfrage beispielsweise nach Lichterketten berichtet.

Gut was los, bei weitem aber nicht rappelvoll ist es gegen Mittag am Roller-Markt in Teindeln. Auch am Nachmittag bietet sich ein ähnliches Bild. Warten muss auch hier niemand vor der Tür, bis er rein kommt. In dem Möbel-Discounter machen alle paar Meter Schilder auf die Hygiene-Maßnahmen aufmerksam. Eine Einkaufswagenpflicht gibt es hier nicht. „Wir suchen Deko für den Winter“, sagt eine junge Familie im Gespräch und schaut sich Kerzen an. Es schlendern noch weitere Familien durch die Gänge, dazu wird gerne auch paarweise geshoppt.

Großer Ansturm bliebt noch aus

Auch unter der Woche war von einem großen Ansturm auf die Geschäfte noch nichts zu bemerken. In der Vier-Täler-Stadt ließ es sich relativ entspannt einkaufen, das bestätigten sowohl Kunden als auch Marktleiter. „Es ist alles ganz normal, alles im Lot“, beschreibt Jochen Bastert, der Plettenberger Filialleiter von Modepark Röther, die Lage. Ein erhöhtes Kundenaufkommen in der ersten Adventswoche, habe man nicht verzeichnet. „Ich kann keinen Unterschied erkennen.“ Die Stimmung bei Angestellten und Kundschaft sei entspannt, die Regeln würden routiniert befolgt. „Da haben sich alle dran gewöhnt.“

Das bestätigt auch eine Kundin nach dem Einkauf im Modepark. „Es ist angenehm und offen, man hat breite Gänge und fühlt sich nicht gedrängt“, sagt Frau Schäfer nach dem Einkauf im Modepark und lobt die unaufdringliche stressfreie Atmosphäre. Es hielten sich alle an den Mindestabstand und das Personal würde schon am Eingang darauf achten, dass die Kunden eine Maske tragen.

In der Plettenberger Innenstadt bietet sich am Freitag ein Bild, das sich nicht von dem der Vorwochen unterscheidet. Es sind einige Menschen unterwegs um Einkäufe zu erledigen, aber große Menschenströme: Fehlanzeige. Schlangen vor den Geschäften gibt es nicht.

Einzig vor der Engel-Apotheke stehen um die Mittagszeit einige Menschen an, da Kunden die Apotheke nur einzeln betreten dürfen. Warten zu müssen, sei zwar ein wenig nervig, sagt eine Frau, die ihren Namen allerdings nicht nennen möchte. „Bei der Lage ist das aber schon richtig so. Es gibt schließlich Schlimmeres.“

Ähnlich äußert sich ein Kunde auf dem Parkplatz des P-Centers, wo sich am Freitagmittag ebenfalls ein recht entspanntes Bild bot. „Es gibt Schlimmeres als eine Maske aufzusetzen: Eine Erkrankung wäre schlimmer“, sagt Dr. Peter Baetzel. Dass es jetzt zu Beginn der Adventszeit und dann noch unter Corona-Bedingungen stressiger wäre einzukaufen, kann er nicht feststellen, denn der Arzt im Ruhestand kann sich aussuchen, wann er seine Einkäufe tätigt. „Ich sehe das ganz entspannt und stressfrei.“ Und die anderen Kunden erlebt er ebenfalls als diszipliniert, was die Einhaltung der Corona-Regeln angeht. „Ich hab noch nichts Negatives erlebt“, sagt Baetzel. „Ich habe den Eindruck, die Leute halten sich an die Abstände, auch mit den Einkaufswagen an der Kasse.“

Ein Indiz dafür, dass es gar nicht so voll ist, war auch die Zahl der Einkaufswagen. Die waren noch reichlich vorhanden, obwohl dm wie Hit Kunden nun ebenfalls darauf hinweisen, nur noch mit einem Einkaufswagen die Geschäfte zu betreten. Zudem wurde vor dem Eingang des Hit-Markts eine Art Einbahnstraßenregelung eingerichtet. Die Schleuse zum Markt habe

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