Corona- und Automobilkrise sind schuld

Unternehmen entlässt bis zu 150 Mitarbeiter - auch  Werk im MK betroffen

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Das Werk von C.D. Waelzholz in Plettenberg ist auch von den Personalkürzungen betroffen.

Plettenberg – Nach der Betriebsaufgabe der Firma Dura in Plettenberg und einigen Entlassungen im Zuge der Übernahme der Verzinkerei Rentrop müssen nun auch die Mitarbeiter im Werk der Firma C.D. Waelzholz an der Breddestraße in Plettenberg um ihren Job fürchten.

In Zukunft soll eine Mannschaft von etwa 1 500 Mitarbeitern an den vier deutschen Waelzholz-Standorten in Hagen, Plettenberg, Oberkochen und Wickede die Zukunft gestalten. Dies bedeutet einen Abbau der Belegschaft um rund zehn Prozent, wobei die Gespräche mit den Betroffenen in Bezug auf die einzelnen Maßnahmen noch im Gange sind. Im Plettenberger Werk, in dem 230 Mitarbeiter beschäftigt sind, wären demnach 23 Mitarbeiter betroffen, doch diese Zahl konnte und wollte man gestern nicht bestätigen. Dazu sei es zu früh.

 „Es gibt Anfang September in Plettenberg eine Betriebsversammlung. Die betroffenen Mitarbeiter wurden aber bereits schriftlich informiert“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Der erforderliche Personalabbau erfolgt nach Angaben der Unternehmensgruppe mit Sitz in Hagen in deutlich geringerem Umfang als zunächst erwartet und werde „in voller sozialer Verantwortung gemeinsam mit den Betriebsräten und der Agentur für Arbeit sozialverträglich und fair gestaltet.“ Neben Altersabgängen und Arbeitszeitreduzierungen werde mit Hilfe der Agentur für Arbeit eine Transfergesellschaft eingerichtet. Die PEAG Transfer aus Dortmund soll als Träger dieser Transfergesellschaft tätig werden. Eine Anpassung der Kosten ist nach Mitteilung der Geschäftsführung um den Vorsitzenden Dr. Hans-Toni Junius unausweichlich, um das Unternehmen für die Zukunft sicher aufzustellen.

 Negativtrend beobachtet

Die Geschäftsentwicklung von Waelzholz sei in einem hohen Maß von der Entwicklung der Automobilbranche abhängig. Für die deutschen Werke sei insbesondere die westeuropäische Auto-Produktion entscheidend. Hier ist seit 2018 ein Negativtrend zu beobachten: Wurden in Westeuropa im Jahr 2018 noch rund 14 Millionen Fahrzeuge gebaut, so waren es 2019 noch 13 Millionen Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2020 war der Einbruch unter dem Einfluss der Corona-Krise enorm, es liefen nur noch vier Millionen Fahrzeuge vom Band. Alle Prognosen besagen nun, dass die Automobilproduktion bis zum Jahr 2023 das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht haben wird. 

Ein organisches Wachstum in Europa und speziell in Deutschland wird deshalb aufgrund der Transformation der Automobilindustrie auch dauerhaft nicht erwartet. Waelzholz geht davon aus, dass die Umsätze in den nächsten Monaten und darüber hinaus auf einem geringeren Niveau als vor der Corona-Krise liegen werden. Ungeachtet dessen müsse Waelzholz weiterhin in Zukunftstechnologien sowie die Digitalisierung des Geschäftes investieren, um dieses abzusichern. Eine Anpassung der Belegschaft auf das neue Marktniveau sei daher unerlässlich. Dr. Hans-Toni Junius äußert sich gestern wie folgt zur aktuellen Situation: „Es ist unsere Aufgabe, das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu garantieren. Die großen Herausforderungen sind: die Energiewende, die Transformation der Automobilindustrie und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Hierauf müssen wir reagieren und die Weichen richtig stellen.“

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