Grubenführer Thomas Jampe zeigt seinen Gästen das „Besucherbergwerk“

Auch in Limburg kennt man Plettenberg und seine „Grube“

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Die Gruppe aus Limburg besuchte Plettenberg – und warf bei dieser Gelegenheit einen Blick in die Grube „Neu Glück“.  

Plettenberg - Am Freitag hatte sich eine Besuchergruppe aus Limburg angemeldet, um einen Blick in den Plettenberger „Altbergbau“ zu werfen. Die sieben Herren waren auf einer Sauerland-Rundreise – und was lag da näher, als auch mal einen Blick in die Vier-Täler-Stadt zu werfen?

Besonders überrascht war der Besuch, als plötzlich das Steigerlied aus einem Bluetooth-Lautsprecher erklang. Bei dieser Premiere hielt es niemanden mehr – und es wurde gemeinsam gesungen. Der Lautsprecher kam übrigens zum ersten Mal zum Einsatz.

Bevor es los ging, erklärte Grubenführer Thomas Jampe, wie man sich in der Grube richtig verhält und natürlich auch, dass der Grubenführer immer weiß, was er tut. Jampe erklärte den Gästen auch einiges über das umliegende Bergland und den Märkischen Bergbau.

Verbunden mit Geschichten, die laut Jampe mal wahr und mal weniger wahr sind, ging es dann weiter in den Berg. Verwundert hat die Gäste, dass der Stollen nicht besonders breit und hoch ist. Der Grund: Die Bergleute waren damals nicht besonders groß.

Schlegel und Eisen ausprobiert

Die Besucher aus Limburg konnten Schlegel und Eisen selbst ausprobieren. Was ihnen aufgefallen ist: Es war ganz schön schwer, sich durch den Stollen voranzutreiben. Mit diesem Gezähe (Werkzeug) war es damals übrigens nicht möglich, mehr als zehn Zentimeter am Tag voranzukommen, wusste Jampe.

Der erklärte auch, was es mit der Schutzheiligen St. Barbara, der Schutzpatronin, auf sich hat. Sie wurde – weil ihr heidnischer Vater mit ihrem Bekenntnis zum Christentum nicht einverstanden gewesen sein soll – von ihrem Vater vor Gericht gebracht und eigenständig enthauptet. Von den Bergleuten wird sie verehrt, weil sie sich der Überlieferung zufolge auf der Flucht vor ihrem Vater in einer Felsspalte versteckte.

Danach wurde es noch einmal spannend: Denn es ging in den Luftschutzraum. Jampe: „Mit Technik habe ich demonstriert, wie es sich anhörte, wenn ein Bombenangriff drohte beziehungsweise über der Stadt hereinbrach.“

Jampe gibt Ausflugstipps

Wieder am Tageslicht erzählte der Grubenführer noch Wissenswertes über die Bedeutung der Industrie als Zulieferer. „Einer der Besucher arbeitet für den Werkstatt-Ausstatter „Würth“, welcher unter anderem Schrauben und Unterlegscheiben aus Plettenberg bezieht, was er bisher nicht wusste“, berichtet Jampe. Am Ende der Führung durften Ausflugtipps wie zum Beispiel ein Besuch im AquaMagis nicht fehlen.

„Anscheinend hat es sich schon weit herumgesprochen, dass es in Plettenberg ein Besucherbergwerk gibt“, schreibt uns der Grubenführer Jampe abschließend in Hinblick auf den Besuch aus Limburg. 

Nächste Führung im Juni

Am Samstag, 2. Juni, findet die nächste Führung durch den Museumsstollen „Bleierzgrube Neu Glück“ statt. Die Führung startet um 15.00 Uhr mit Grubenführer Thomas Jampe. Da pro Führung nur maximal zwölf Personen teilnehmen können, ist eine Anmeldung erforderlich. Kinder dürfen übrigens erst ab zehn Jahren mit in die Grube. Um das Tragen von festem Schuhwerk wird gebeten; eine Sicherheitsausrüstung wird vor der Führung ausgegeben. Treffpunkt für die Führungen ist der Parkplatz vor dem Kino Weidenhof. Der Eintrittspreis beträgt 2,50 Euro pro Person. Anmeldungen sind unter der Plettenberger Telefonnummer (0 23 91) 93 98 45 möglich.

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