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Besondere Tüv-Prüfung: Auch Kutschen und Planwagen müssen auf den Prüfstand

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Pferdefuhrwerke müssen auch zum Tüv
Bei gewerblich genutzten Pferdefuhrwerken ist eine offizielle Prüfung der Kutsche durch Sachverständige einmal im Jahr gesetzlich vorgeschrieben. © Tüv Nord/Tanja Esser

Mit Pferdestärken unterwegs zu sein, bedeutet nicht automatisch, ein motorisiertes Kraftfahrzeug zu bewegen – auch Kutschen und Planwagen zählen dazu. Damit diese sicher und vorschriftsmäßig am Straßenverkehr teilnehmen können, müssen sie in regelmäßigen Abständen technisch überprüft werden. Ist alles frei von Mängeln, erhalten sie – ebenso wie Autofahrer – die Plakette vom Tüv Nord.

Plettenberg – Für gewerblich genutzte Pferdefuhrwerke für die Beförderung von Personen oder Gütern ist eine jährliche Prüfung der technischen Sicherheit durch amtlich anerkannte Sachverständige notwendig. Gemeinsam mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung hat der Tüv-Verband Richtlinien sowohl für den Bau als auch den Betrieb von pferdebespannten Fahrzeugen entwickelt, die bei einer Prüfung zum Einsatz kommen.

Wer darf ein „Pferde-Gespann“ führen?

Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung muss die fahrende Person für das Führen einer Kutsche oder eines Planwagens geeignet sein. Heißt: Ein Kutschenführerschein bei der Fahrt auf öffentlichen Straßen ist zwar nicht überall verpflichtend, aber durchaus von Vorteil, denn: Im Falle eines Unfalls muss man die fachliche Kenntnis belegen können, heißt es vom Tüv. Für Privatpersonen ist demnach der Kutschenführerschein A zu empfehlen. Alle, die aus gewerblicher Sicht das Gespann für den Güter- oder Personentransport nutzen möchten, sollten den Kutschenführerschein B ablegen.

Fahrzeugpapiere für Kutschen und Co.

War die Erstabnahme des Fahrzeuges erfolgreich, erhalte man einen sogenannten FN-Wagenpass. Dieser enthält neben technischen Daten, Maßskizzen und Bildern des Gespanns auch Dokumentationen der Erstabnahme und Folgeprüfungen. Zudem sei dort die Zulassung zur gewerblichen Personenförderung vermerkt. Die Untersuchung der Pferdefuhrwerke dürfen ausschließlich amtlich anerkannte Prüfer durchführen, die eine zusätzliche Ausbildung zum Kutschensachverständigen absolviert haben. Wie bei einem Auto oder Motorrad nehmen sie die technischen Sicherheitskomponenten des Pferdegespanns ab – darunter die Beleuchtung und Bremsen, Räder und Reifen, Fahrgestell und Achsen oder Fahrer- und Fahrgastplätze.

Um unschöne Überraschungen am Stichtag zu vermeiden, können Besitzerinnen und Besitzer bereits im Voraus diese Komponenten auf dem eigenen Hof überprüfen. Leuchten alle Blinker? Funktionieren Betriebs- und Feststellbremse einwandfrei? Sind die Reifen frei von Kratzern oder Schlitzen? Sind die Sitzplätze und Haltevorrichtungen richtig montiert? Lässt sich die Kutsche geschmeidig lenken? Werden diese Fragen im Vorfeld geklärt, spare man nicht nur Zeit, sondern auch Kosten für eine eventuelle Nachuntersuchung.

Je nach Größe, Umfang und Ausstattung des Gespanns dauert die Untersuchung ungefähr 30 Minuten. Der Bericht wird nach Abschluss der Prüfung ausgestellt und im FN-Wagenpass dokumentiert. War die Kutschenprüfung erfolgreich, erhält das Gespann die offizielle Plakette vom Tüv Nord samt FN-Emblem. So lässt sich mit einem Blick erkennen, dass die technische Sicherheit des Gefährts gewährleistet ist. Wie beim Kraftfahrzeug zeigt sie auch an, wann die nächste Untersuchung fällig wird. Wurden Mängel festgestellt, kann dies zu einer Nachkontrolle führen.

Regelmäßige Prüfung ist das A und O

Bei gewerblich genutzten Pferdefuhrwerken sei eine offizielle Prüfung der Kutsche durch Sachverständige einmal im Jahr gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch bei Kutschen und Planwagen im Privatbesitz sei eine Untersuchung der Sicherheitskomponenten im Abstand von mindestens drei Jahren sinnvoll, eine Verpflichtung bestehe jedoch nicht. Alle Fahrzeuge sollten jedoch in regelmäßigen Abständen gewartet werden, unabhängig von Einsatzart und Nutzungsgrad. Denn: Auch abgestellt in der Scheune kann es zu sogenannten Standschäden kommen.

Termine auf dem Hof oder an Tüv-Station

Die Kutschenprüfer von Tüv Nord untersuchen sowohl auf dem eigenen Hof als auch an der nächstgelegenen Tüv-Station – auch nach Feierabend oder am Wochenende (nach Vereinbarung). Termine können entweder unter der kostenlosen Servicenummer 08 00/8 07 06 00, per Mail an verkehr@tuev-nord.de oder über das Kontaktformular vereinbart werden.

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