Plettenberg und Attendorn offenbar vor außergerichtlicher Lösung

Streit um Modepark Röther: Kompromiss-Suche beim Geheimtreff

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Diese zukünftigen Mitarbeiterinnen im Modepark Röther sind derzeit schon mit der Warensicherung beschäftigt. Doch nun muss die Eröffnung verschoben werden.  

Plettenberg - Im Streit um die Baugenehmigung für den Modepark Röther hätten sich die Städte Attendorn und Plettenberg in den nächsten Tagen vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg getroffen. Eigentlich. Doch hinter den Kulissen wird an einem Kompromiss gearbeitet.

Wie die Redaktion nun aber aus sicherer Quelle erfuhr, scheint eine gerichtliche Entscheidung vorerst vom Tisch zu sein. Stattdessen trafen sich Vertreter der Stadt Attendorn um Bürgermeister Christian Pospischil, Stellvertreter Carsten Graumann und die beauftragten Anwälte mit dem Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte, Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier sowie der beauftragten Kanzlei, um eine Lösung im Städte-Streit herbeizuführen. Mit von der Partie waren auch Michael Röther, Geschäftsführer des Modeparks, und der Expansionsleiter.

Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte wollte das „geheime Treffen“ auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Nach Informationen unserer Zeitung wurde den Attendornern offenbar ein Kompromissvorschlag unterbreitet, um damit eine außergerichtliche Lösung zu finden, mit der beide Städte sowie der Modepark-Betreiber leben können.

Ein Bestandteil des Vorschlags war nach ST-Informationen eine nochmalige Reduzierung der Verkaufsfläche um zehn Prozent (bislang unbestätigt). Zuvor waren bekanntlich zunächst 7.000 Quadratmeter geplant, dann reduzierte man die Fläche auf 6.000 Quadratmeter. Zusätzlich soll auf bestimmte Sortimente verzichtet werden. Dabei soll unter anderem über das Sortiment der Damenwäsche gesprochen worden sein.

Im Modepark sind viele Marken-Abteilungen schon weitgehend fertig. Nur die Waren müssen noch eingeräumt werden und die Schaufensterpuppen angezogen werden. Der neue Eröffnungstermin ist aktuell noch offen.  

Carsten Graumann, Beigeordneter der Stadt Attendorn und Vertreter des zurzeit im Urlaub befindlichen Bürgermeisters Christian Pospischil, bestätigte das Treffen auf konkrete Anfrage. „Es hat ein gemeinsames Gespräche gegeben. Wir haben uns dabei gut verständigt. Die Gesprächsinhalte werden jetzt bewertet und dann werden wir aus unserer Sicht zeitnah unsere Entscheidung bekanntgeben“, sagte Graumann. Was mit „zeitnah“ gemeint ist, ließ er dabei offen. Er betonte aber, dass die Entscheidungsfindung unabhängig vom Urlaub des Attendorner Bürgermeister erfolge, der überdies am Montag wieder im Rathaus sei.

Zudem erklärte der Beigeordnete, dass auch die Stadt Attendorn an einer außergerichtlichen Lösung interessiert sei und es zwischen den Rathäusern „keine atmosphärischen Störungen“ gebe.

Die Klage(n) – insgesamt sind vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg vier Verfahren anhängig – wurde bislang jedoch nicht von den Attendornern zurückgezogen, wie Gerichtssprecher Stefan Schulte auf Anfrage bestätigte. Damit müsste die Stadt Plettenberg eigentlich bis zum Monatsende eine neuerliche Stellungnahme zur letzten Einlassung der Attendorner abgeben oder eine Fristverlängerung beantragen.

Weil die Hansestädter besagte Entscheidung zum Kompromissvorschlag noch nicht getroffen haben, davon aber die gesamte Planung beim Modepark Röther abhängt, hat man am Mittwoch in der schwäbischen Zentrale kurzerhand entschieden, die ursprünglich für den 13. September geplante Eröffnung zu verschieben.

„Wir hätten es bis zu dem Datum geschafft“, sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter des Röther-Montageteams. Und in der Tat hat sich viel getan im ehemaligen Real-Kaufhaus, wo die zukünftigen Mitarbeiter am Mittwoch schon Damenschuhe mit Diebstahlsicherungen versahen und tagtäglich Waren angeliefert werden. Doch nun muss kurzfristig umgeplant werden. Noch dazu weiß man nicht, wie „zeitnah“ die Entscheidung in Attendorn fällt.

Und bis dahin legt man sich noch nicht auf einen Eröffnungstermin fest. Die Plettenberger müssen also noch ein wenig Geduld haben, bis der Modepark Röther tatsächlich am Maiplatz in Plettenberg seine Türen öffnet.

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