Modepark Röther: Grünes Licht bei etwas kleinerer Fläche? 

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Per Werbebanner sucht der Modepark nach Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit.

Plettenberg - Die Uhr tickt. Ende August soll der Modepark Röther in Plettenberg eröffnet werden. Das schwäbische Unternehmen wirbt an der Fassade am Maiplatz für Mitarbeiter und hat bislang auch keine Bauarbeiter von der Großbaustelle abgezogen. Stattdessen wird weiter mit Vollgas an der Fertigstellung gearbeitet. Dass beim Innenausbau die Verkaufsfläche möglicherweise angepasst werden muss, ließ Bürgermeister Ulrich Schulte gestern durchblicken.

Konkrete Zahlen zur zukünftigen Verkaufsgröße ließ sich das Stadtoberhaupt dabei aber nicht entlocken. Offiziell war immer von rund 6 000 Quadratmetern Verkaufsfläche die Rede, doch letztlich standen durch umfunktionierte Lagerflächen rund 7 000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Diskussion.

Bei dieser Größenordnung sah Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil die Existenz des Einzelhandels in der Hansestadt gefährdet. Kurz vor dem Osterfest reichten die Attendorner bekanntlich Klage beim Verwaltungsgericht Arnsberg gegen die Baugenehmigung ein. Die Stadt Plettenberg hat nun nach der vom Gericht gewährten Fristverlängerung auf die Klage geantwortet. Beigefügt wurden der Stellungnahme eines Fachanwaltes die Ergebnisse einer Umweltverträglichkeitsprüfung und die bei der Gesellschaft für Markt und Absatzforschung (GMA) in Auftrag gegebenene Auswirkungsanalyse des Großprojekts. Das Fehlen dieser Analyse hatten die Attendorner bemängelt, weshalb Bürgermeister Schulte das Gutachten erstellen ließ, bevor das Gericht ein solches einfordert.

 Was genau in dem Gutachten steht, sagte Schulte mit Blick auf das laufende Gerichtsverfahren nicht. Er bestätigte aber, dass „der Modepark wohl nicht in der geplanten Form realisiert werden kann.“ Wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle erfuhr, soll in dem Gutachten eine Verkaufsfläche von rund 6 000 Quadratmetern empfohlen worden sein, damit die möglichen Kaufkraftverluste in Attendorn die Bemessungsgrenze nicht überschreiten. Ulrich Schulte wollte die Zahl gestern weder dementieren, noch bestätigen. Er betonte aber, „dass wir alle Entscheidungen in dieser Sache in Absprache mit dem Modepark Röther verhandeln.“

 Auf die Frage, ob die Stadt Plettenberg bei einer Verkleinerung der Verkaufsfläche mit Regressforderungen seitens des Modeparks zu rechnen habe, sagte Schulte: „Wenn wir von Einvernehmen sprechen, bedeutet das nicht, dass wir uns über den Tisch ziehen.“ Wie die Stadt Attendorn auf die Stellungnahme aus der Nachbarstadt reagiert, ist noch offen. Insgesamt vier Wochen haben die Hansestädter Zeit, um die Unterlagen und Gutachten ihrerseits zu prüfen und eine Stellungnahme abzugeben. 

Ob die Stadt Plettenberg Anfang Juli dazu erneut Stellung beziehen kann, konnte Pressedezernentin Silke Camen, Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Arnsberg, gestern nicht beantworten. „Auch wenn es ein Eilverfahren ist, können nicht alle Sachen immer in kurzer Zeit entschieden werden“. Das Verfahren, bei dem sich zwei Nachbarstädte in einem einstweiligen Rechtschutzverfahren (Eilverfahren) und im Hauptsacheverfahren wegen baurechtlicher Dinge vor Gericht treffen, bezeichnete die Pressesprecherin „als kein typisches Verfahren. Diese Konstellation hatte ich bisher noch nicht“, so Camen. 

Falls das Verwaltungsgericht tatsächlich noch kurz vor der Eröffnung des Modeparks einen Baustopp verhängen sollte, könnte die Stadt Plettenberg Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen. Das Oberverwaltungsgericht müsste dann eine Entscheidung treffen. „Bis dahin wäre die zuvor getroffene Entscheidung nicht rechtskräftig“, sagte Camen auf Anfrage. 

Dort, wo sich einst ein Döner-Laden befand, wurde gestern die neue Fassade gedämmt.

Ungeachtet der bald anstehenden Gerichtsentscheidung laufen die Arbeiten am Modepark Röther mit Hochdruck weiter. Teile der Fassade am Maiplatz und im Bereich der Parkhauszufahrt wurden bereits gestrichen. Im Parkhaus werden die Einfahrten noch mit einem kathodischen Korrosionsschutz versehen, ehe abschließend der Bodenbelag aufgebracht wird. In den Verkaufsräumen wurde der Fußboden verlegt und auch die Heizungs-_ und Lüftungsmonteure der Firma Schawag liegen voll im Zeitplan. Anfang Juli soll mit der Inneneinrichtung begonnen werden, damit bis Ende August alles fertig ist.

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