Der Arbeitsmarkt ächzt in Plettenberg und Herscheid unter den Corona-Folgen

Coronavirus lässt angezeigte Kurzarbeit massiv steigen

+
Die Kurzarbeit ist aufgrund der Corona-Pandemie im heimischen Bereich im März stark angestiegen: In Herscheid waren 117 Personen in Kurzarbeit, in Plettenberg 1777 (*aus Datenschutzgründen werden die Werte für manche Monate nicht genannt, um nicht Rückschlüsse auf die Kurzarbeit in einzelnen Betrieben zuzulassen).

Erstmals kann die Agentur für Arbeit Iserlohn die Auswirkungen des Coronavirus auf den heimischen Arbeitsmarkt abbilden – und gerade die Zahlen für Plettenberg sind besorgniserregend: 1 777 Plettenberger befinden sich demnach im April in Kurzarbeit; die Arbeitslosenquote für den heimischen Bereich beträgt sieben Prozent.

„Wir spüren die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Kurzarbeit ganz massiv. Uns sind im März und April Anzeigen zu Kurzarbeit aus nahezu jeder Branche zugegangen“, erklärt Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn. Es handele sich kreisweit um eine enorme Anzahl in Personen, die sich derzeit in Kurzarbeit befänden – die Zahl übertreffe sogar die Werte der Finanzkrise in 2008 und 2009.

In Plettenberg hat sich die Zahl der Personen in Kurzarbeit von Februar auf März mehr als verdoppelt: 1 777 Plettenberger wurden von ihren Betrieben in Kurzarbeit geschickt. In Herscheid liegt die Zahl bei 117. Kreisweit wurde für circa 66 000 Beschäftige Kurzarbeit angezeigt.

Auch die Arbeitslosenquote ist infolge der Corona-Pandemie stark angestiegen: Sie liegt für Plettenberg und Herscheid im April bei sieben Prozent. Insgesamt sind im heimischen Bereich 1 270 Personen arbeitslos gemeldet – 148 mehr als im März und 389 mehr als im April vergangenen Jahres.

Besonders in Plettenberg ist der Anstieg hoch: 1 079 Plettenberg sind im April ohne Job – 124 mehr als im März und 335 mehr als im April 2019. Unter den arbeitslos gemeldeten Plettenbergern befinden sich im April 441 Frauen und 638 Männer.

In Herscheid sind derzeit 191 Personen arbeitslos gemeldet – 24 mehr als im März und 54 mehr als im April vergangenen Jahres. Unter den joblosen Herscheidern befinden sich im April 79 Frauen und 112 Männer.

Die Prognose für die kommenden Monate lassen wenig Hoffnung auf Entspannung der Situation zu. Wie Pawlas erklärt, sei die Nachfrage nach Arbeitskräften stark gesunken. Die saisonal übliche Frühjahrsbelebung des Arbeitsmarktes sei aufgrund der Pandemie-Folgen in diesem Jahr ausgeblieben.

„Wir rechnen damit, dass sowohl die Kurzarbeit, als auch die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten weiter steigen wird. In welchem Ausmaß können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös einschätzen“, sagt Pawlas, die auch wenig Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt erkenne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare