Plettenberg und Herscheid: Jetzt fällt sogar die Marke von 1 200 Menschen ohne Job

Arbeitslosenquote steigt drastisch an: Das sind die Zahlen

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Erneut nur wenige gute Nachrichten kann die Bundesagentur für Arbeit Plettenberg geben.

Plbg./Herscheid – Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind am Arbeitsmarkt immer stärker zu spüren. In Plettenberg ist die Zahl der Arbeitslosen in diesem Monat auf exakt 1 200 Personen angewachsen, zudem sind viele Menschen in Kurzarbeit und der Stellenmarkt kommt nur ganz langsam wieder in Schwung.

Damit liegt die Arbeitslosenquote für Plettenberg und Herscheid (beide Kommunen gehören der Agentur für Arbeit Plettenberg an) bei 7,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind das satte 2,0 Prozentpunkte mehr, denn seinerzeit lag die Zahl der Arbeitslosen mit 888 Personen noch deutlich unter der magischen Grenze von 1 000.

Die Zahlen in Herscheid sehen nicht viel besser aus: Derzeit sind 213 Bürger in der Ebbegemeinde ohne Job – macht ein sattes Plus im Vergleich zum Vorjahr von 51 Personen. Nimmt man den Vormonat als Vergleich, sind es zwei Personen mehr, die nun als arbeitslos eingestuft werden. In Plettenberg brachte der Juli dagegen 23 Personen mehr als der Juni.

Der Blick auf die Situation im Märkischen Kreis zeigt, dass der Arbeitsmarkt auf ähnlich schlechte Zahlen wie im Krisenjahr 2009 zusteuert: 18 919 Arbeitslose sind der zweithöchste Wert im Jahresvergleich, der bis ins Jahr 2007 zurückreicht. Nur im Krisenjahr 2009 hatten mit 20 513 Personen noch mehr Menschen im Kreis keinen Job.

Zudem zeigen erste aktuelle Hochrechnungen, dass im März dieses Jahres rund 1 500 Betriebe mit 16 000 Personen im Märkischen Kreis in Kurzarbeit waren. Auch hier gibt es Paralleln zum März des Krisenjahres 2009 (675 Betriebe mit 20 971 Personen in Kurzarbeit). „Es handelt sich um eine enorm hohe Anzahl betroffener Betriebe und Personen. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld ist hoch und hilft vielen Unternehmen aktuell, ihre Beschäftigten zu halten“, sagt Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit. Die Zahl der Betriebe mit angemeldeter Kurzarbeit ist deutlich höher als 2009, weil von den Auswirkungen der Pandemie laut Pawlas nahezu jede Branche betroffen sei.

Vereinzelt gingen auch jetzt noch neue Anzeigen auf Kurzarbeit ein. „Im Juli wurden kreisweit noch rund 120 neue Anzeigen mit rund 1200 betroffenen Personen gestellt“, so die Agentur-Chefin.

Zumindest der Stellenmarkt kommt mit 625 gemeldeten Stellen (44 mehr als im Juni) ganz langsam wieder in Schwung. Der Bestand der offenen Stellen liegt mit 2376 allerdings um rund 900 unter dem Vorjahreswert.

Sandra Pawlas befürchtet, dass die Auswirkungen der Pandemie noch lange zu spüren sein werden: „Wir gehen davon aus, dass wir uns auch in den kommenden Monaten auf ähnlichem Niveau bewegen werden. Erste positive Zeichen sind zwar erkennbar – siehe Stellenmarkt – aber es wird nur in sehr kleinen Schritten vorangehen.“

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