Der große Test

Mit dem Rad zur Arbeit? Läuft in Plettenberg!

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Ein Radfahrer fährt die Lenne entlang. 

Plettenberg  Sommerzeit ist Radfahrzeit. Gerade bei uns in der Vier-Täler-Stadt gibt es viele sportliche Bürger, die das Auto an den sonnigen Tagen gern mal stehenlassen und mit Mountainbike, E-Bike und Co. zur Arbeit oder in die Stadt fahren. Doch, wie gut kommt man auf Plettenbergs Radwegen eigentlich voran und wie sicher ist es auf dem ausgebauten Wegenetz in Plettenberg?

Stefan Brunert vom Skiklub Oestertal (Abteilung Mountainbiken) hat sich mit einigen weiteren Mitgliedern der Abteilung für uns auf den Weg gemacht und die beschilderten, ausgebauten Radwege für unsere Leser getestet.

Innenstadt bis Teindeln (Tour 1)

 Gestartet wurde die Tour Im Wieden / ZOB Grünestraße. Es geht los in Fahrtrichtung Umlauf. Vor Optik Bitzhenner könnte man versehentlich zu früh in die Fußgängerzone abbiegen, wenn der Wegweiser falsch gedeutet wird. 

Die Richtung des Pfeiles ist nicht ganz klar angezeigt. Die Fahrt führt über den Umlauf in Richtung Weide (Radweg beim Hestenbergtunnel) und dann über das Lennekreuz Richtung Böddinghausen / Eiringhausen. Bis dahin ist alles unauffällig. Der Weg ist gut ausgeschildert und ohne große Anstrengung zu meistern. Am Lennedamm angekommen geht es an der Gabelung weiter Richtung Böddinghausen, an der Lenne entlang. Hier führt auch die Lenneroute entlang. Am Sport- und Schulzentrum vorbei geht es weiter zum AquaMagis bis zur Fischbauchbogenbrücke. 

Hinauf zur Pappenkuhle sind einige Löcher im Boden bemerkbar, und vereinzelt scharfe Kanten. „Das ist teilweise wirklich gefährlich“, gerade aus Ohle kommend Richtung AquaMagis, sagt Brunert. Außerdem fällt unserem Tester auf, dass gerade auf dieser Strecke viele Fußgänger unterwegs sind, teilweise mit unangeleinten Hunden. Man sollte hier sehr aufmerksam und vorsichtig fahren, da es sich um einen Weg handelt, der von Passanten und Radfahrern gleichzeitig genutzt werden darf. Etwa in Höhe des Asylantenheimes Ohler Straße 100, wo es Richtung Gringel geht, fällt ein zugewachsenes Schild auf. 

Die restliche Strecke bis Teindeln führt noch an einem Gasthof vorbei, hier wär es wünschenswert, wenn dies zuvor von einem Hinweisschild angekündigt würde. Zurück möchte der Tester dann aus Richtung Teindeln (2) fahren und muss also Richtung Eiringhausen die Lenne überqueren. Dort fällt ihm auf, dass ein Schild fehlt, das über die Breddebrücke Richtung Waterkant / Bahnhof führen würde. Die Beschilderung führt Radfahrer aber über die alte Lennebrücke am Haus Hanebeck vorbei, also quasi in einer großen Schleife nach Eiringhausen. „Das ist schade, schließlich ist die Waterkant ja mittlerweile zu einem beliebten Ausflugsziel mit Einkehr- Möglichkeit geworden!“, so Brunert, und von der Grutmecke kommend ist es so ausgeschildert.

Eiringhausen nach Pasel (Tour 2) 

Von Eiringhausen Richtung Pasel führt der Weg vom Industriegebiet Bannewerth an der Lenne entlang Richtung Grutmecke und dannan Brockhausen und dem Soen vorbei Richtung Siesel. Die Ortschaft liegt aber leider auf der anderen Lenneseite und ist nicht erreichbar. Eine Erschließung wäre an dieser Stelle wünschenswert. Fährt man weiter Richtung Schwarzenberg, wird es richtig steil. Von einem Familienausflug mit kleineren Kindern wird abgeraten. Der Rest, Richtung Pasel und Rönkhausen, ist gut zu fahren, wie unsere Tester finden. Über die Qualität des Radwegs sagen die Mountainbiker ganz klar: „Da gibt es nichts zu beanstanden“ – bis auf die Sauerländer Anstiege.

Innenstadt bis Landemert (Tour 3) 

Von der Grünestraße aus geht es in Richtung Haus Battenfeld und der alten Schmelzhütte bis zum Heveschotten, dann kurz entlang der K5, auf den relativ neu ausgebauten Radweg bis nach Landemert. Achtung, die Strecke ist hinter der Steinkuhle ziemlich steil, Kinder und sportlich wenig aktive Personen könnten ihre Probleme haben, auch mit dem E-Bike, besonders aus Landemert kommend bergab. Ansonsten hat Stefan Brunert nichts zu beanstanden. Auch auf dieser Route könnte ein Hinweis auf Gastronomiebetriebe (Battenfeld / Käsebrink) mit aufgenommen werden.

Innenstadt bis zur Oester (Tour 4) 

Die dritte Strecke führt Stefan Brunert von der Innenstadt (Standort Wieden) entlang der Königstraße Richtung Beiese / Oesterhammer, neben der Oestertalstraße bis Oesterau, dann geht es auf die andere Straßenseite, hinterm Sportplatz entlang Richtung Kückelheim weiter, wo es wieder auf die Ebbetalstraße geht. Vor Himmelmert, An der Mühle, führt der Weg links ab Richtung Oestertalsperre, an deren Ufer man an der Waldseite bis zum Talsperrenende/Einlauf fahren kann. Die Straßenseite ist als Radweg nicht ausgebaut worden, hier müssten Radfahrer auf die Straße ausweichen. „An dieser Stelle gibt es auf jeden Fall Potential zum Ausbau“, ist sich Brunert sicher. Ansonsten lässt sich die Strecke gut fahren, bis auf ein paar leichte Anstiege und ist ebenfalls gut ausgeschildert. Unterhalb der Firma Mahle/ Frauenthal gibt es lediglich einige scharfe Kanten und auf Höhe der Firma Schulte-Wiese/An der Mühle, ist der Weg nicht ganz so leicht zu fahren. „Auch auf dieser Route könnte man einen Gastronomie-Hinweis (Gasthof Zur Oestertalsperre/ Haus Wiesenthal) anbringen“, findet Brunert.

Innenstadt bis Köbbinghausen (5)

 Auch der Radweg Richtung Holthausen, am Wall entlang, ist gut ausgeschildert und durchgehend gut ausgebaut. Man kommt problemlos Richtung Köbbinghausen und Bahnhof Hüinghausen, Es gibt sogar die Möglichkeit, mit ein bisschen Ortskenntnis auf der anderen Seite über Mühlhoff bis zum Kreisverkehr Osterloh zurückzufahren und dort auf einen Radweg weiterzufahren. Aus der Stadt kommend führt dieser leider über die Landstraße. Stefan Brunert hat nichts zu bemängeln auf dem Weg bis zum Bahnhof Hüinghausen – zwischendurch wird es jedoch an manchen Stellen steil, so ist es im Sauerland eben.

Fazit: Das innerstädtische Radwegenetz ist gut ausgebaut und sicher befahrbar. An den meisten Stellen gibt es genügend Beschilderungen. An manchen Örtlichkeiten (Ohle, Oestertal) sind bei den Sanierungsarbeiten in den vergangenen Jahren scharfe Kanten an den Stellen entstanden, an denen neuer Asphalt auf den Weg aufgetragen wurde. Diese Kanten sind teilweise gefährliche Hindernisse für Radfahrer und sollten – wie im Bereich Papenkuhle/Gringel) noch einmal bearbeitet werden. Tipp der Radler: Man sollte auch an den Schildern, bei Gabelungen oder vermutlichen Startplätzen, mit einem Schild den nächst gelegenen Gasthof erwähnen. „Bei einer Radtour mit der Familie für Nicht-Ortskundige, wäre das ein schöner Service“. Ein weiterer Wunsch der Radfahrer wären mehr Stellplätze für Räder – eventuell auch abschließbar in der Innenstadt. Es gibt auch in den Boden eingelassene Luftpumpen mit Werkzeug bei kleineren Pannen. „Das wäre doch klasse, wenn solche auch an der Lenneroute zu finden wären“, findet Brunert. Ein Kritikpunkt, den die Biker des SK Oestertal ansprachen, ist die teilweise irreführende Beschilderung. Man wird beispielsweise von Landemert kommend nicht am Kreisverkehr Richtung Unterm Grünen Berg und dann die Königstraße entlanggeführt, wenn man ins Oestertal will, sondern geradeaus zum Wieden. Die Tester wünschen allzeit gute Fahrt!

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