Grundsanierung nach 16 Jahren

Sechs Millionen Gäste hinterlassen Spuren im AquaMagis

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Teile der Deckenverkleidung im Strömungskanal des AquaMagis stürzten herab. Eine Sanierung ist dringend notwendig.

Plettenberg – Mit 16 Jahren ist man zwar noch nicht wirklich alt, aber auch nicht mehr richtig jung. Das gilt in besonderem Maße für das AquaMagis, das im Februar 2003 eröffnet wurde und seitdem von fast 6,1 Millionen Bade- und Saunagästen betreten wurde.

Damit war statistisch gesehen jeder dritte Einwohner Nordrhein-Westfalens schon Besucher des Plettenberger Freizeitbades. In Wahrheit kommen die Besucher aber nicht nur aus NRW, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet, aus Dänemark und Holland. 

Und so verwundert es nicht, dass das gut besuchte Freizeitbad unter dem Massenansturm leidet. Auf die Kritik an den Duschen hat AquaMagis-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann bereits reagiert. „Die Duschbereiche haben wir größtenteils schon auf Vordermann gebracht“, erklärte er. Demnächst würden auch die WC-Bereiche saniert.

Arg strapazierte Technik fit machen

Die zuletzt getätigten Investitionen im Rutschenbereich stimmen Allmann nur bedingt zufrieden. Mit der neuen Formel 1-Rutsche und der 2Fake Illusion laufe es nach einigen Anfangsschwierigkeiten gut, auch wenn vermehrte Ausfälle den Unmut einiger Badegäste hervorriefen. Auch die Rutschen-Weltneuheit Storm Force lief nicht wirklich rund. „Wir befinden uns dabei immer noch im Projektstatus“, bedauert Allmann angesichts anhaltender Probleme mit den Sitzkissen und der richtigen Windgeschwindigkeit. 

Statt weiterer Rutschenattraktionen sei es nun an der Zeit, die arg strapazierte Technik des Bades für den zweiten Lebensabschnitt fit zu machen. Und die Liste, die er mit der Gesellschafterversammlung abstimmen muss, ist lang und kostenintensiv. 

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Sechsstellige Kosten für Sanierung des Hubbodens

„Der Fallstart der Green-Kick-Rutsche hat in den letzten sieben Jahren allein 1,3 Millionen Mal ausgelöst. Da wundert es nicht, dass die Technik in die Jahre gekommen ist“, erklärt Allmann mit Verweis auf Korrosionsschäden an der Mechanik. Die größte Hürde sei aber der Hubboden im Sportbecken, der nach einer Empfehlung des Tüv in den nächsten zwei Jahren saniert werden muss. Dabei wird mit einem sechsstelligen Kostenaufwand gerechnet.

Zudem müssen die Fliesen im gesamten Wellenbecken ausgetauscht werden. Die Kanäle der Lüftungsanlage müssen ebenfalls ausgetauscht bzw. gereinigt werden und auch im Rutschenturm stehen Arbeiten an der Luftzirkulation an.

 Eine weitere Großbaustelle, die schon angegangen wurde, sind die Duschbereiche, die nach und nach im gesamten Bad erneuert werden. Bereits abgeschlossen ist die Sanierung des Solebereiches, wo Decken und Duschbereiche erneuert wurden. „Wir haben alles deutlich schöner und zeitgemäßer gemacht“, so Allmann.

Michael Brauckmann, Leiter der Instandhaltung, vor dem neuen Whirlpool, der den Vorgänger im Bereich neben dem Strömungskanal demnächst ersetzen soll.

Deckenelemente runtergekommen 

Wie notwendig der Rundumschlag ist, zeigen die in diesen Tagen abgefallenen Deckenelemente in der Grotte des Strömungskanals. „Glücklicherweise wurde kein Badegast verletzt. Aber der Vorfall zeigt, dass wir unbedingt aktiv werden müssen“, sagt Allmann, der auch den Whirlpool vor dem Solebereich altersbedingt komplett austauschen muss.

Noch erstaunlich gut funktioniert die komplizierte Wassertechnik im Untergeschoss des Bades. Hier stehen lediglich bei den Schwallwasserbehältern des Wellenbeckens Sanierungsarbeiten an – was darauf hindeutet, dass die einst verbaute Filter- und Pumpentechnik qualitativ hochwertig war.

Problematisch sind für den Geschäftsführer die für die Arbeiten notwendigen Schließzeiten. „Die tun uns richtig weh“, betont Allmann, der im Tagesschnitt rund 1 120 Besucher zählt und einen Teil der Arbeiten voraussichtlich vor den Weihnachtsferien 2019 durchführen lässt. Die Gesamtsanierungskosten 2019 und 2020 gehen je nach den Entscheidungen der AquaMagis-Gesellschafterversammlung im Juni in Richtung 1 Mio. Euro – ohne den noch zusätzlich zu berücksichtigen Umsatzausfall. 

Die entstehenden Kosten sollen aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden. „Wir wollen alles aus eigenen Mitteln stemmen“, sagt der Bäderchef gegenüber unserer Zeitung, um abschließend festzustellen: „Eine Anlage dieser Größenordnung heute neu zu bauen, würde voraussichtlich 50 Mio. Euro und mehr kosten, sodass man diese Sanierungskosten einordnen kann und nach 16 Jahren eben auch zu akzeptieren hat.“

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