AquaMagis-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann stellt sich im Bürgerforum den Fragen der Gäste

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Zahlreich waren die Besucher zum Bürgerforum gekommen. Im Mittelpunkt stand das Thema AquaMagis, danach ging es um die Kulturarbeit in Plettenberg.

Plettenberg - Fast schon erstaunlich ruhig und sachlich verlief am Donnerstagabend im Bürgerforum die Diskussion über das AquaMagis, eines der „Meckerthemen der Plettenberger“, wie Bürgermeister Ulrich Schulte es formulierte.

Zunächst verfolgten die rund 80 Gäste im Ratssaal die Ausführungen von AquaMagis-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann. Anschließend konnten sie ihre Fragen stellen. Wir haben nachfolgend die wichtigsten Themen und Antworten aus der Diskussion zusammengefasst.

Dr. Uwe Allmann ... über die Preise im AquaMagis

„Wir wissen, dass wir im Freizeitbereich nicht der billige Jakob sind. Wir vergleichen uns nicht mit Bädern in Hagen, Lüdenscheid oder Olpe, sondern mit Freizeitparks, oder anderen Bädern, die in etwa vergleichbar sind. Trotzdem versuchen wir, unsere kommunale Aufgabe zu erfüllen. Wir bieten zum Beispiel eine 5er Karte an, sodass Stammgäste nur zwölf Euro zahlen [Anm. d. Red.: Der Preis gilt für eine 5er Karte für Drei-Stunden-Besuche; 5er Karten für Tagesbesuche kosten auf den einzelnen Besuch gerechnet 15 Euro].“ Darüber hinaus erinnerte Allmann auch an den Sprintertarif, der bei drei Euro für anderthalb Stunden liegt – „ein faires Angebot“, befand er. Auf die Nachfrage nach einem günstigen Familientarif sagte Allmann, man habe diverse Angebote ausprobiert, aber könne gerade an Wochenenden Familien nicht für 20 Euro den Zutritt gewähren, denn „das tut uns im Umsatz weh“.

... über die Besucherzahlen

Drei Viertel der rund 400 000 jährlichen AquaMagis-Besucher nimmt laut Allmann eine Anreise zwischen einer halben Stunde und zwei Stunden auf sich. Vor allem dank dieser Gäste könne das AquaMagis wirtschaftlich betrieben werden. „230 000 Gäste, die für die Rutschen- und die Erlebniswelt kommen, bringen 3,3 Millionen Euro für das Gesamtergebnis von 5 Millionen Euro“, berichtete Allmann, der vor diesem Hintergrund auch betonte: „Wir brauchen die Gäste aus Köln und dem Ruhrgebiet.“ Nur dadurch sei das AquaMagis eines der fünf Bäder Deutschlands, die einen operativen Gewinn machen.

...über die neuen Rutschen

Im harten Wettbewerb der Freizeitanlagen müsse sich das AquaMagis abheben. „Jetzt die Windrutsche oder vor Jahren der AquaLooping sorgen für ein derart großes Interesse – sowas trägt uns drei Jahre wirtschaftlich.“

...über weitere Investitionen in der Zukunft

Neue Rutschen werde es so bald nicht mehr geben, sagte Allmann, „dafür haben wir auch schlichtweg keinen Platz mehr.“ Stattdessen stünden für die Zukunft die Themen Resort, Tourismus und Familienwiese auf dem Plan.

...über den Sauna-Rückbau

„Der langfristige Trend zeigt, dass der Wettbewerb für FKK-Saunen zu groß ist. Uns ist es nicht gelungen, den Anlagenblock auch nur halbwegs wirtschaftlich zu betreiben. Wir und die Politik haben uns die Entscheidung für den Rückbau in sieben Sitzungen nicht leicht gemacht. Ich weiß, dass das manchen Kunden wehgetan hat. Aber für eine 25 000-Einwohner-Stadt ist das immer noch ein erstaunlicher Schatz, wenngleich alle recht haben, dass es früher noch schöner war.“ Für die Wirtschaftlichkeit habe sich der Sauna-Umbau gelohnt: „Das hat zu einer Verbesserung von einer Million Euro geführt.“

...über den Freibad-Rückbau

„Der Umbau des Freibadbeckens zum Panoramabad wurde schnell positiv aufgenommen und ich denke, das ist für die Plettenberger auch eine gute Entscheidung.“ Auf die Nachfrage, ob künftig ein neues Außenbecken mit Liegewiese denkbar sei, antwortete Allmann: „Machbar ist alles. Aber wir haben das Freibad nicht deshalb überbaut, weil dort jeden Tag 100 Leute geschwommen sind. Ich glaube nicht, dass wir ein Außenbecken in absehbarer Zeit realisieren werden.“

...über das häufig gesperrte Sportbecken

„Wir werden da Abhilfe schaffen, denn das ist uns selber ein Dorn im Auge.“ Den Schulen werde das Sportbecken während der Unterrichtszeiten komplett zur Verfügung gestellt – auch wenn die Klasse gar nicht erscheine. „Ich verspreche, da sind wir dran, denn das kann man dem Kunden auch nicht mehr vermitteln.“

...über die Gastronomie

Dem „appetitanregenden Geruch“ im ganzen Bad nach Fritten, wie es ein Besucher des Bürgerforums formulierte, habe das AquaMagis erfolgreich entgegengesteuert. „Wir haben eine neue Küche und neue Abzugshauben installiert – seitdem ist das deutlich besser“, sagte Allmann. Auf die Nachfrage, ob die Öffnungszeiten im Sauna-Gastrobereich wieder verlängert werden können, sagte Allmann: „Ich nehme diese Anregung mit.“

...über Vorwürfe, es sei dreckig und zu kalt

„In Sachen Sauberkeit haben wir, so glaube ich, einen guten Standard.“ Eine Besucherin des Bürgerforums, selbst Stammgast, bestätigte das. „Das hat sich im Vergleich zu früher wirklich geändert. Es ist sehr angenehm, weil sich das Personal immer bemüht, alles sauber zu halten.“ Zur Kälte betonte Allmann, dass die Wassertemperatur im AquaMagis extrem hoch sei und es sich dann kühler anfühle, wenn man aus dem Wasser komme. Seit der letzten Gesellschafterversammlung habe man die Temperatur nun um ein Grad erhöht.

...über die regelmäßigen Defekte an den Rutschen

„Bei so vielen Attraktionen, wie es sie im AquaMagis gibt, muss man damit rechnen, dass auch schon mal was kaputt geht.“ In dieser Woche zum Beispiel hatte es zwei Luftkissensessel der neuen Windrutsche an einem Tag zerlegt, weswegen die Rutsche vorübergehend gesperrt blieb und an der „Green-Kick“, die ausschließlich aus der Schweiz gewartet werde, sei ein Dichtungsring defekt.

...über die Beteiligungsstrukturen

Das AquaMagis gehört zu einem technisch wirtschaftlichen Verbund mit den Stadtwerken Plettenberg und ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt Plettenberg. Die Stadtwerke, deren Geschäftsführer Dr. Allmann ebenfalls ist, gehören der Stadt wiederum nur zu 60 Prozent. Mit den restlichen 40 Prozent ist der Energieversorger Enervie an den Stadtwerken beteiligt. Diese Beteiligungsstrukturen sorgen laut Allmann dafür, dass er alleine niemals eine Entscheidung treffen könne, sondern dass immer weitere Verantwortliche beteiligt seien. Gleichzeitig bezeichnete Allmann dieses Konstrukt als „Steuersparmodell“, von dem am Ende auch die Stadt Plettenberg profitiere, der nicht nur die Gewinne des AquaMagis zugeführt werden, sondern auch Gewerbesteuer oder Grundstücksbeiträge. Nach derzeitiger Prognose könnte das AquaMagis, das komplett aus Darlehen finanziert wurde, ab dem Jahr 2022 schuldenfrei sein, sagte Allmann.

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