Regel lässt Pegel steigen

Die Plettenberger Oestertalsperre läuft über

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Nach den Regenfällen der vergangenen Wochen läuft die Oestertalsperre derzeit über.

Plettenberg – Durch die Regenfälle der vergangenen Wochen haben sich die Pegelstände der Talsperren nach dem trockenen Sommer wieder erholen können. Die Oestertalsperre ist aktuell voll bis zum Anschlag.

„Die Oestertalsperre läuft über“, sagt Horst Koester, Vorsteher des Oester-Wasserverbands, der für die Oestertalsperre zuständig ist. Die Talsperre hat ein Fassungsvermögen von 3,1 Millionen Kubikmetern. Die Niederschläge in diesem Jahr seien so gut gewesen, dass man in diesem Jahr keine Probleme gehabt habe. Dank der Regenfälle in den vergangenen Wochen sei die Talsperre nun randvoll und laufe über.

„Man meint, es hätte in diesem Jahr wenig Niederschlag gegeben, aber es ist so viel gewesen wie eh und je.“ Trotz der großen Wassermenge sieht Koester keinen Anlass zu Sorge, auch wenn es weiterregnen sollte. „Selbst der Oesterbach hat noch Kapazitäten, sodass ich da keine Probleme sehe.“

Die Oestertalsperre mit einem Volumen von 3,1 Millionen Kubikmetern ist voll.

 

Von Hochwasser weit entfernt

Probleme sieht man angesichts der Pegelstände auch nicht beim Ruhrverband. Am Lenne-Durchfluss in Bamen-ohl misst der Verband aktuell 12 Kubikmeter pro Sekunde (m3/s). Damit befindet man sich im Bereich des mittleren Durchflusses, der 9,3 m3/s beträgt, sagt Markus Rüdel, Pressesprecher des Ruhrverbands. Der leicht erhöhte Pegel sei aber kein Grund zur Sorge, von einem Hochwasser sei man weit entfernt. „Ein mittleres Hochwasser wäre ab einem Durchfluss von 107 m3/s.“

Die Daten am nächsten Messpunkt flussabwärts in Rönkhausen – zwischen Bamenohl und diesem fließt die Bigge in die Lenne – bestätigen das. „Wir liegen ziemlich exakt auf dem mittleren Durchfluss“, sagt Rüdel, nämlich bei aktuell 20 m3/s; der mittlere Durchfluss beträgt 19,6 m3/s. Der Wert für ein mittleres Hochwasser wäre hier erst bei 157 m3/s.

An der Bigge selbst ist der Durchfluss am Messpunkt Ahausen derzeit sogar unter dem Mittelwert, nämlich bei aktuell 5,3 statt 8,3 m3/s. „Dieser Wert ist aber sehr stark davon abhängig, wie wir die Biggetalsperre steuern“, sagt Rüdel. Die Biggetalsperre habe sich nach dem trockenen Sommer durch die Regenfälle der vergangenen Wochen erholen können, sagt der Ruhrverbands-Sprecher. „Wir sind wieder bei einem Füllgrad von 79,3 Prozent des Vollstaus.“ Sprich, die Biggetalsperre ist mit 136 von möglichen 171 Millionen Kubikmetern Wasser gefüllt.

Biggetalsperre ist gut aufgestellt

„Wir liegen damit 5 Prozent über dem langjährigen Mittel“, sagt Rüdel. Damit sei die Biggetalsperre etwas besser aufgestellt als die Talsperren des Ruhrverbands insgesamt.

Die Sorpetalsperre beispielsweise führt aktuell 50,79 Millionen Kubikmeter Wasser bei einer Kapazität von 70 Millionen Kubikmetern; das sind 72,2 Prozent des Vollstaus. Damit liegt die Sorpe 4 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert, wie Rüdel erklärt.

Der Wasserstand der Sorpetalsperre ist dagegen momentan relativ niedrig.

Insgesamt liegen die Talsperren des Ruhrverbands 5 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert. Daher wäre es eher begrüßenswert als bedenklich, wenn es in den kommenden Wochen weiter viel regnen würde, so Rüdel: „Wir wollen möglichst den langjährigen Mittelwert erreichen oder übertreffen, damit wir für den nächsten Sommer ausreichend Wasser in den Talsperren haben.“ Während die Talsperren sich von der Trockenheit somit etwas erholt haben, müsse es wesentlich länger regnen, damit sich auch die Grundwasserspiegel wieder erholten.

Obere Bodenschichten gut durchfeuchtet

„Die oberen Bodenschichten sind wieder ganz gut durchfeuchtet“, bestätigt der für den Forstbetriebsbezirk Plettenberg zuständige Förster Thomas Kroll-Bothe. Bis das Wasser auch in den unteren Schichten ankomme, dauere aber eine gewisse Zeit. „Das Defizit ist noch nicht ausgeglichen.“ Trotzdem seien die jetzigen Niederschläge besser als weitere Trockenheit.

Inwiefern der Wald sich dadurch erhole, könne man noch nicht sagen, aber die Feuchtigkeit komme ihm auf jeden Fall zugute, sagt Kroll-Bothe. Zwar schade die nasse Witterung der Borkenkäferbrut nicht direkt, aber insbesondere die Nadelbäume, die anders als Laubbäume nicht in einen winterlichen Ruhemodus verfallen, könnten nun noch Feuchtigkeit aus dem Boden ziehen und ihre Widerstandskräfte fürs kommende Jahr stärken. „Die Bäume können sich hoffentlich im kommenden Frühjahr besser wehren, wenn es jetzt so bleibt.“

Doch der nasse Boden bringt für Förster Kroll-Bothe auch einen Nachteil mit sich. „Die Wege sind schlechter befahrbar, das hindert teilweise bei der Abfuhr des Käferholzes.“ Denn auch jetzt im Winter versuche man, weitere vom Borkenkäfer befallene Bäume zu fällen und abzufahren, während Teile der Käferbrut noch unter der Rinde sind.

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