Schafft es Maulis Wüstenflitzer bis ins Ziel? 

Bis es der Wüsten-Twingo ins Ziel schaffte, mussten einige Hindernisse bewältigt werden.

St. Louis/Plettenberg – Es ist geschafft: Der Plettenberger Andreas „Mauli“ Braach hat das Ziel der Rallye Dresden-Dakar-Banjul nach fast 8 500 Kilometern erreicht.

Doch der Weg dorthin hatte es nach der absolvierten Sahara-Durchquerung in sich: „Nachdem wir die Grenze von Mauretanien zum Senegal überschritten hatten, war ich froh, dass das Auto noch fuhr. Es gab wirklich kaum ein Loch im Boden, das keine 50 Zentimeter tief war.“ Aber auch hier habe der Wüstenflitzer aus dem Hause Renault gut durchgehalten. „Gott sei Dank hat der Unterbodenschutz, den ich vorher gebaut habe, seinen Zweck erfüllt, denn ich bin teilweise nur über den Unterboden gerutscht“, berichtet der Plettenberger. Der Schutz habe sich dadurch so weit eingedrückt, dass der Plettenberger den fünften Gang nicht mehr rein bekam – aber irgendwas ist ja immer. 

Solche Autos fahren durch Afrika...

Im Senegal angekommen wurde der Rallye-Konvoi aus Deutschland dann vom Zoll abgeholt. Dort war eine kurze Verschnaufpause angesagt: „Der Tag in Saint-Louis war ein Traum. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt, an den Straßenständen super gegessen und Kinder getroffen, die mir 20 Minuten durch die Haare gefahren sind und damit gespielt haben, weil die solche Haare noch nie gesehen haben. Das werde ich niemals vergessen, das war so schön“, berichtet „Mauli“ ganz gerührt.

 Die letzte Etappe zum Ziel in Banjul hatte es dann in sich. Morgens um 6 Uhr erfolgte der Start, abends um 19.40 Uhr kamen die Rallye-Teilnehmer an. „Im Auto war es heiß wie im Ofen, draußen waren es 40 Grad und es gab kein Schatten. Ich war klitschnass geschwitzt. Mir lief das Wasser einfach nur noch runter...“ Doch all das war nach dem Grenzübertritt vergessen. „Die an den Straßen haben gefeiert und gewunken und getanzt . Es war toll zu sehen, wie sich die Menschen in dem Land, in das man zum Helfen hinfährt, freuen, dich zu sehen. Am nächsten Tag hatte ich Muskelkater vom winken“, berichtet der Plettenberger. Dann wurde es für Andreas Braach persönlich emotional, als der Besuch einer Krankenstation und einer Schule anstanden. „Danach wussten wir, dass hier wirklich Hilfe benötigt wird“, sagte der Plettenberger, der echte Glücksmomente erlebte: „Die Kinder haben gefeiert, gesungen und getanzt und ich natürlich mittendrin“, so „Mauli“, der seine mitgebrachten Stifte und Blöcke und viele andere Sachen an die Kinder übergab und dabei in viele glückliche Augen schauen dufte. „Das werde ich niemals vergessen“, sagt „Mauli“, der aber auch seinem Wüsten-Twingo großen Dank und Respekt zollte.

Die Kinder standen Schlange bei Mauli, der viele Geschenke verteilte.

 „Es waren dann am Ende 8 457 Kilometer und ich kann mich nur vor dem verneigen, was der kleine Wüstenflitzer geschafft hat.“ Sein Dank gilt aber auch allen Sponsoren, „die mir geholfen haben, das hier zu realisieren.“ Zum Abschluss wurde es dann noch einmal richtig emotional, als die Versteigerung der Rallye-Autos auf dem Programm stand. „Zunächst einmal muss gesagt werden, dass bei unserer Versteigerung über 113 000 Euro zusammen gekommen sind“, berichtet „Mauli“. Noch nie zuvor sei dabei so viel Geld eingenommen worden, was nun in verschiedene Hilfsprojekte vor Ort fließe. „Mein Twingo ist dabei für 66 000 Dalasi weggegangen. Das sind 1 178 Euro und damit bin ich natürlich mehr als zufrieden. Aber der Trennungsschmerz war trotzdem groß. Ich war schon ziemlich traurig #mauliswüstenflitzer abzugeben“, schreibt der Plettenberger.

Diese Frau ersteigerte den Wüstenflitzer von Andreas "Mauli" Brach für knapp 1200 Euro.

 „Die Auktion selber war sehr aufregend, wir haben geklatscht und gefeiert, wenn die Preise in die Höhe gesprungen sind und die Bieter sich überboten haben“, so der erfolgreiche Rallye-Teilnehmer. „Maulis Wüstenflitzer wird nun ein Frauen-Auto und ich freue mich jetzt schon, 2021 ein weiteres Auto nach Afrika zu bringen und hoffe, dass nach meiner Rallye der eine oder andere Plettenberger oder Sauerländer Interesse hat und vielleicht auch an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teilnimmt. Die Menschen hier brauchen das und sind sehr dankbar. Außerdem erlebt man ein unglaubliches Abenteuer mit Gleichgesinnten“, wirbt Braach für die Veranstaltung. 

Die Kinder streichelten "Mauli" fasziniert durch das Haar.

Er selbst werde zukünftig versuchen, an Schulen alte Stifte zu bekommen, um weiter für die Kinder zu sammeln. „Denn ein Stift bedeutet, dass ein Kind etwas schreiben und lernen kann“, so der Plettenberger, der froh und dankbar ist „für alles was ich erleben konnte.“ Aktuell genießt er die letzten Tage in Afrika. „Ich freue mich, wenn ich meine Frau und meine Tochter in die Arme schließen kann“, sagt „Mauli“ abschließend.

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