Plettenberger Reisegruppe um Günter Heerich wandert über die Alpen

Zu Fuß über das ‘Herz Europas’

Am Schildsteinsattel, an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich, bot sich den Plettenbergern eine beeindruckende Aussicht, die für so manche Mühen während der Überquerung der Alpen entschädigte.

Plettenberg - Sie gelten als das ‘Herz Europas’ und stellen mit bis zu rund 4 300 Metern Höhe auch heute noch eine große Herausforderung für Wanderer dar. Günter Heerich und seine Plettenberger Reisegruppe stellten sich dieser Aufgabe und überquerten die Alpen in mehreren Etappen.

Ihre Reise begannen die Plettenberger mit einer circa 23 Kilometer langen Rundwanderung um den vielleicht saubersten See Bayerns: Der rund 50 Kilometer von München entfernte Tegernsee wurde bereits in den 1960er Jahren mit einer durchgängigen Ringkanalisation versehen. 

Das ringförmige Kanalnetz verhindert, dass ungeklärtes Abwasser in den See fließen kann.Woher der See seinen Namen hat, ist bisher nicht eindeutig geklärt worden. Manche führen die Benennung auf das althochdeutsche ‘tegarin seo’ (‘großer See’) zurück. 

Andere Experten vermuten, dass der Name vom alten Stamm der Tiguriner abgeleitet wurde.Bei wunderschönem Wetter wanderten Lutz Ehmig, Falko und Günter Heerich von Bad Wiessee am Seeufer entlang in Richtung Gmund. Über einen Holzsteg passierten die Plettenberger den Seeablauf und kamen nach einem Kilometer auf den Tegernseer Höhenweg. „Von hier hat man immer wieder wunderschöne Ausblicke auf den See“, sagt Heerich. 

Zur Mittagszeit erreichten die Wanderer den Ort Tegernsee. Dort kehrten die Plettenberger ins Klosterbrauhaus ein, um sich für den weiteren Weg zu stärken. Gemütlich ging es nach der Rast weiter über Stege und Fußwege am See entlang. Die Ruderfähre nach Rottach-Eggern bietet zwar einen malerischen Anblick, befand sich aber zu diesem Zeitpunkt am anderen Ufer, sodass sich die Plettenberger dazu entschlossen hatten, ihre Wanderung fortzusetzen.

Nach den ersten beiden Etappen hatten Heerich und seine Wandergruppe bereits die Grenze nach Österreich überschritten.


Am Wegesrand lud ein kleiner Strand zum Abkühlen der Füße im Seewasser ein. Mit ‘erfrischten Sohlen’ erreichte die Wandergruppe am späten Nachmittag wieder die rund fünf Kilometer lange Seepromenade von Bad Wiessee, an der die Wanderung begonnen hatte.Bad Wiessee ist seit 1922 ein anerkannter Kurort mit knapp 5 000 Einwohnern. Er besitzt die zwei deutschlandweit stärksten Jod-Schwefel-Heilquellen.

Unterwegs mit Europas größtem WandervereinAm folgenden Tag begaben sich die Plettenberger auf die zweite Etappe, die sie von Wildbad Kreuth über Achenwald nach Achenkirchen führte. Es war die erste ‘richtige’ Bergetappe von vielen, die in den kommenden Tagen noch folgen sollten. 

In der malerischen Landschaft des Tegernsees bildete die Fähre nach Rottach-Eggern ein besonders schönes Fotomotiv.

„Durch einen kühlen Wald ging es 300 Höhenmeter steil bergab bis zur Geiß Alm“, erklärt Heerich.Hier traf die heimische Reisegruppe auf Claudia und Verena Becker sowie auf Wolfhart Rolke vom Schwäbischen Albverein (Ortsgruppe Tamm). Der 1888 gegründete Verein ist einer der ältesten deutschen Wandervereine. Darüber hinaus ist er mit derzeit circa 100 000 Mitgliedern der größte deutsche und europäische Wanderverein.

Gemeinsam mit den beiden Wanderexperten führten die Plettenberger ihre Tour fort. Entlang eines sanften Bergrückens ging es zum bayerisch-tiroler Grenzkamm – mit traumhaften Ausblicken zur Ebene des Tegernsees und zu den Zillertaler Alpen.Nach einem weiteren steilen Anstieg kehrten die Plettenberger nach insgesamt 920 Höhenmetern glücklich auf der urigen Blaubergalm ein. 

Hier konnten sie unter anderem frische Buttermilch genießen. Nach weiteren 800 Höhenmetern, die hinab nach Achenwald führten, genossen die Plettenberger die vier Kilometer lange Fahrt mit dem Bus nach Achenkirchen. Im Hotel ließen die Plettenberger den Tag noch einmal Revue passieren und kamen zu neuen Kräften – denn vor ihnen lag noch ein anstrengender Weg über das ‘Herz Europas’.

 

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