Hilfe in Uganda: Mann aus dem MK versorgt die Ärmsten vor Ort mit Lebensmitteln

Ali Ihsan Karaman aus Plettenberg zwischen Kindern in Fort Portal Uganda.
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Ali Ihsan Karaman zwischen Kindern in Uganda.

Ali Ihsan Karaman war schon mehrfach in Uganda. Immer bringt er privates Geld und Spenden von Freunden und Bekannten mit, um den ärmeren Menschen dort zu helfen. Die Geschichte eines Mannes, der sich für die Schwachen einsetzt.

Plettenberg – Geld ist für ihn nur etwas Materielles, sagt Ali Ihsan Karaman (50) aus Plettenberg. Er brauche nicht viel davon, um glücklich zu sein.

Andere Menschen auf der Welt hingegen können ihr Glück kaum fassen, wenn sie sich von ein paar Münzen Bohnen, Mehl oder Seife kaufen können. Ali Ihsan Karaman hilft ihnen dabei. Von Plettenberg aus fliegt er regelmäßig in afrikanische Länder, um dort arme Menschen zu unterstützen – so wie vor wenigen Wochen, als er zum wiederholten Male nach Uganda reiste.

Sein Ziel: Fort Portal, eine Kleinstadt im Westen Ugandas, etwas größer als Plettenberg, gelegen im Zentrum des afrikanischen Kontinents, in direkter Nachbarschaft zur Demokratischen Republik Kongo.

Die Stadt wird im Internet als Touristenregion beworben. Aber Ali Ishan Karaman kommt nicht wegen der Seen, der Höhlen und der Nationalparks mit ihren Schimpansen; er bereist die Stadt, um ein wenig Licht in den düsteren Alltag vieler Stadtbewohner zu bringen.

Da sind zum Beispiel die vielen Waisenkinder vor Ort. Für sie hat er ein Waisenhaus in Fort Portal von Grund auf renovieren lassen. Dieses und zwei weitere Waisenhäuser versorgt er regelmäßig mit Spenden, damit die 200 Kinder etwas zu essen und zu trinken bekommen.

Da sind die vielen Familien, die in einfachsten Lehmbehausungen wohnen, sich nicht selten zu zehnt 20 Quadratmeter Dach über dem Kopf teilen und ständig in Sorge sind, nicht mehr genug zu essen oder zu trinken zu haben. Auch ihnen will Ali Ishan Karaman etwas von seinem regelmäßigem Einkommen als Maschineneinrichter bei der Firma Prinz abgeben.

Er sagt, er liebt es, Menschen zu helfen. Ihnen Momente des Glücks zu bescheren. „Wenn Gott es gewollt hätte, dann wären wir jetzt an deren Stelle und sie an unserer“, sagt Ali Ishan Karaman über das Los der Armen und Reichen.

 Wenn Gott es gewollt hätte, dann wären wir jetzt an deren Stelle und sie an unserer.

Ali Ishan Karaman

Seine Unterstützung in Afrika kam ins Rollen, weil er ein tiefreligiöser Mann ist und weil der Koran die Gläubigen lehrt, zu teilen. Egal, ob im Alltag, während des Fastenmonats Ramadan oder zum Opferfest im Juli – überall auf der Welt sind Muslime dazu aufgerufen, etwas abzugeben.

Seine Religionsgemeinschaft, die Ditib-Gemeinde, brachte ihn vor sechs Jahren zum ersten Mal für ein Hilfsprojekt nach Afrika. Er war seinerzeit Vorstandsmitglied, stieg in den Flieger und kehrte mit dem Entschluss nach Deutschland zurück, dass das nur der Anfang gewesen sein sollte. Sechs Mal war er seitdem in Uganda, ein Mal in Tansania, zuletzt nicht mehr für die Ditib-Gemeinde, sondern rein privat. Jedes Mal vor einer Reise sammelt er im Vorfeld zusätzlich zu seiner Spende auch Geld von Freuden und Bekannten, um vor Ort Lebensmittel kaufen zu können. Die Reise- und Unterbringungskosten, so betont er, zahle er aus eigener Tasche. Jeder Cent solle den Menschen vor Ort zu Gute kommen.

30 000 Euro hatten er und zwei Mitstreiter so bei ihrem letzten Uganda-Besuch vor zwei Wochen im Gepäck – die Höchstgrenze an Bargeld, die der Zoll für drei Personen erlaubt. Mit dem Geld ging es in Fort Portal in die Lagerhalle eines Großhändlers. Reis, Bohnen, Sonnenblumenöl, Mehl, Zucker und Seife standen auf dem Einkaufszettel des Plettenbergers. Durch die Hilfe einer Schule wurden die Waren zu gleichen Teilen in Säcke gepackt, jeder von ihnen 30 Kilogramm schwer. Am Ende sollten 1 300 dieser Säcke zusammenkommen.

Überall Lebensmittelsäcke: Ali Ihsan Karaman hat sie bereit stellen lassen, damit Bedürftige sie abholen können.

Ein Imam in Fort Portal, zu dem Ali Ihsan Karaman regelmäßigen Kontakt über Handy und Internet hat, half ihm, die bedürftigen Menschen ausfindig zu machen. Die Ausgabe der Säcke erfolgte auf zentralen Plätzen in den einzelnen Stadtteilen.

„Die Menschen können ihr Glück kaum fassen“, beschreibt der Plettenberger die Situationen, wenn die Bedürftigen die Lebensmittel entgegennehmen und sich mit einem Gebet bedanken. Denn Unterstützung bekämen sie in Uganda, einem der ärmsten Länder der Welt, sonst nicht.

Ali Ihsan Karaman und dem Imam sei dabei nicht wichtig, welchen Glauben die Bedürftigen haben. Ob Muslime oder Christen – letztere sind in Fort Portal wie auch im ganzen Land in der deutlichen Mehrheit –, jeder Mensch in Not bekomme die Unterstützung.

Überhaupt, diese Religionsfrage: Auch wenn er ein tiefreligiöser Mann sei, helfe er inzwischen vor allem aus einem anderen Grund – aus Nächstenliebe, aus Menschlichkeit, sagt Karaman. Und dieses Handel erhoffe er sich auch von anderen Menschen, egal, welcher Religion. „Jede Person, die helfen kann, sollte eine helfende Hand haben.“ Er selbst will schon in zwei Monaten wieder in den Flieger nach Afrika steigen. Wenn die Muslime in Deutschland und weltweit am 20. Juli das Opferfest, das höchste islamische Fest, feiern, dann will Ali Ihsan Karaman wieder in die Gesichter von Menschen blicken können, die es nicht so gut haben wie er und denen er einen Moment des Glücks bescheren konnte.

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