Maskenpflicht in Aldi im MK - Unternehmen äußert sich

Diskriminiert wegen fehlender Maske? Aldi-Personal lässt kranke Frau nicht einkaufen

Aldi
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Aldi sieht sich wegen der Maskenpflicht Diskriminierungsvorwürfen einer kranken Frau ausgesetzt. 

In den Aldi-Märkten gilt eine strenge Maskenpflicht. Eine Frau aus Plettenberg ist krank, hat ein Attest, dass sie die Maske nicht tragen muss. Ein Aldi-Mitarbeiter ließ sie dennoch nicht rein. Die Frau spricht von Diskriminierung. 

  • Aldi verwehrt einer kranken Frau den Zutritt zum Markt.
  • Die Frau hat ein Attest, spricht von Diskriminierung.
  • Jetzt äußert sich Aldi zu dem Vorfall in einem Markt in Plettenberg. 

Die Plettenbergerin (Name ist der Redaktion bekannt) berichtete über ihren Besuch bei Aldi folgendes: „Es wird so viel über Corona geschrieben, aber was es für Folgen hat, wenn man von der Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen befreit ist, das schreibt keiner. Man wird diskriminiert“, sagt die Plettenbergerin, die selbst schwer lungenkrank sei und mit den Symptomen eines Lungenemphysems zu kämpfen habe.

Kein Zugang ohne Maske: Kranke Frau fühlt sich von Aldi diskrimiert

 „Aus diesem Grunde bekomme ich unter der Maske gar keine Luft und bin daher befreit von der Maskenpflicht.“ Als sie zum Einkaufen in den Aldi-Markt an der Herscheider Straße fuhr und ohne Maske einkaufen gehen wollte, habe ein dortiger Aldi-Mitarbeiter von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und ihr den Zugang verweigert. 

Frau beklagt, dass sie keine Lebensmittel im Aldi einkaufen kann

„Ist es denn Sinn der Sache, dass ein Mensch, der krank ist, sich die Maske aufsetzt, um Lebensmittel zu holen, trotz der Gefahr, dass dieser Mensch keine Luft mehr bekommt und umfällt?“, fragt die Frau. Schließlich könne jeder in die Lage kommen krank zu werden, so die Plettenbergerin, die findet, dass nicht nur im Aldi mehr Rücksicht auf alte und auch auf kranke Menschen genommen werden sollte. 

Ausgehverbot für Kranke, die keine Maske tragen können? Aldi reagiert

„Man ist schon bestraft mit der Krankheit und wird noch ausgeschlossen. Wenn man keine Maske tragen kann, hat man wohl zu Hause zu bleiben“, sagt die Plettenbergerin, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte, „weil man genug dumme Sprüche und Anfeindungen bekommt, wenn man keine Maske trägt.“ Dass sie dies nicht tun müsse, könne man schließlich nicht erkennen. 

Aldi-Sprecher antwortetAnfeindungen wegen fehlender Maske

Den Fall der Plettenbergerin leitete unsere Redaktion an die Aldi-Pressestelle in Essen weiter. Ein Sprecher von Aldi Nord, der den Vorfall in der Plettenberger Filiale bestätigte, bezog Stellung zu den nachfolgenden Fragen. 

Wie sieht die Masken-Regelung bei Aldi aus und gibt es da einen Ermessensspielraum?

Aldi-Sprecher: Für unsere Kunden gilt in den Märkten von Aldi Nord flächendeckend eine behördlich angeordnete Pflicht zum Tragen einer Maske. Hier sind wir insbesondere auf die Mithilfe und das Verständnis unserer Kunden angewiesen.

Im Sinne aller sind unsere Mitarbeiter jedoch auch dazu angehalten, auf die Einhaltung der aktuellen Regelungen zu achten und Kunden, die sich nicht daran halten, auf die Vorgaben hinzuweisen. Soweit es erforderlich ist, behalten wir uns jedoch auch das Anwenden unseres Hausrechtes vor, um die aktuellen Nutzungsbestimmungen durchzusetzen und damit unsere Kunden und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. 

Wenn derjenige ein entsprechendes Attest vorlegt, darf er dann ohne Maske einkaufen? 

Aldi-Sprecher: In den Regelungen der Bundesländer werden Ausnahmen von der Maskenpflicht definiert, die selbstverständlich auch in unseren Märkten gelten. So können etwa kleine Kinder oder medizinisch beeinträchtigte Personen von der Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes ausgenommen sein. Doch auch hier sind unsere Mitarbeiter auf die Mithilfe und das Verständnis unserer Kunden angewiesen. Denn auf den ersten Blick ist es meist nicht ersichtlich, dass jemand unter die jeweils geltenden Ausnahmeregelungen fällt. 

Gibt es Vorgaben, wie in Ausnahmefällen vorzugehen ist? 

Aldi-Sprecher:Unsere Mitarbeiter in den Aldi-Märkten sind dazu angehalten, bei berechtigten Zweifeln einen Nachweis einzufordern und – wenn nicht anders möglich – von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen, um die Maskenpflicht in unseren Märkten bestmöglich umzusetzen. 

Im besagten Fall wurde auf ein ärztliches Attest verwiesen, das der Mitarbeiter aber nicht habe sehen wollen und stattdessen auf seinen Ermessensspielraum und das Hausrecht verwies...

Aldi-Sprecher: Selbstverständlich ist unser Ziel, dass sich unsere Kunden in unseren Märkten wohlfühlen – wo immer möglich auch unter den derzeitigen Bedingungen. Wir bedauern es daher sehr, wenn die von Ihnen zitierte Kundin einer für sie so unangenehmen und unschönen Situation ausgesetzt war. Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen. Unsere Mitarbeiter vor Ort werden wir noch einmal gezielt für die Situation sensibilisieren und hoffen, dass wir die Kundin bald wieder in einem unserer Märkte begrüßen dürfen.

Immer wieder kommt es im Einzelhandel zu kritischen Situationen, wenn Kunden keine Maske tragen können. Viele machen von ihrem Hausrecht Gebrauch. 

Im Lidl in Lüdenscheid wurde der Mindestabstand an der Kühltruhe ignoriert, das böse Ende kam erst an der Kasse. Aldi hatte zu Beginn der Corona-Krise Desinfektionsmittel im Angebot

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