Trotz des Regen-Intermezzos bleibt das Risiko weiter bestehen

Achtung, Waldbrandgefahr: Feuerwehr warnt

Plettenberg - Die letzten Tage war es angenehm warm – doch diese Temperaturen haben mit der Waldbrandgefahr auch ihre Schattenseiten. In der letzten Woche hat es das erste Mal „gekracht“: Eine Böschung in der Hechmecke entzündete sich; die Feuerwehr musste ausrücken. Wir beantworten die wichtigsten Fragen. Im Gespräch: Thomas Gritschke von der Feuerwehr.

Warum ist das Waldbrand-Risiko momentan so hoch?

Die lang anhaltende Trockenheit, der überdurchschnittlich warme Monat Mai und die zurzeit vorherrschend sommerlichen Temperaturen sorgen für ein gestiegenes Wald- und Flächenbrandrisiko, erklärt Gritschke. Zwar hat es im Laufe der Wochen etwas geregnet, der trockene Boden nehme aber kaum Feuchtigkeit auf. Gestern herrschte bis Redaktionsschluss die Warnstufe 3, das bedeutet mittlerere Gefahr (siehe Info-Kasten).

Wie entstehen die meisten Brände im Wald?

„Leider ist ein Großteil von Bränden in der Vegetation auf Brandstiftung oder Unachtsamkeit zurückzuführen“, sagt Gritschke. Die wenigsten Brände seien natürlichen Ursprungs. Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen trotz Rauchverbot in Wäldern, Grillen, Lagerfeuer und die vorsätzliche Brandstiftung sind die häufigsten Brandursachen. „In seltenen Fällen können ungünstig liegende Glasscherben durch den sogenannten Brennglaseffekt einen Brand auslösen“, sagt er. Aber auch überhitzte Erntemaschinen, Traktoren und auf trockenen Feldern abgestellte Fahrzeuge stellen ein erhöhtes Risiko dar.

Wie bereitet sich die Plettenberger Feuerwehr vor?

„Die Plettenberger Feuerwehr ist grundsätzlich mit Fahrzeugen und Gerät auf solche Einsätze vorbereitet“, sagt Gritschke. Es ist allgemeiner Stand der Technik, dass Löschfahrzeuge der Feuerwehr mittlerweile über eigene Wassertanks mit mindestens 800 bis 1200 Litern, in der Regel auch mehr, verfügen. Des Weiteren ist die sogenannte Alarm- und Ausrückordnung (AAO) der Plettenberger Feuerwehr auf die Stichwörter Wald- und Flächenbrand abgestimmt. „Ab einer bestimmten Meldungsgröße werden neben den örtlich zuständigen Einheiten weitere Löschfahrzeuge mit großen Wassertanks alarmiert“, erklärt Gritschke.

Ab welcher Warnstufe wird die Feuerwehr aktiv?

Ab der Waldbrandstufe 4 wird der auf der Feuer- und Rettungswache stationierte Gerätewagen-Logistik mit den Rollcontainern „Schlauch“ beladen. „Zurzeit sind auf dem Fahrzeug 1500 Meter zusätzliches Schlauchmaterial verlastet, welches jederzeit um weitere 500 Meter aufgestockt werden kann. Im Bedarfsfall wird das Fahrzeug dann durch Mitglieder der Löschgruppe Stadtmitte besetzt“, erklärt Gritschke.

Ist davon auszugehen, dass – nach der Hechmecke – noch weitere Flächen brennen?

Die bereits Wald- und Flächenbrandgefahr sei zur Zeit hoch. Fast täglich rücken die Feuerwehren der 15 Städte und Gemeinden im Märkischen Kreis aus, um entsprechende Brände zu bekämpfen. „Das ist eine zusätzliche Belastung für die Einsatzkräfte neben dem normalen Tagesgeschäft“, so Gritschke.

Was könnte man tun, um solche Einsätze zu verringern?

„Wenn sich die Bevölkerung an entsprechende Verhaltensregeln hält, wie etwa das grundsätzliche Verbot von Feuer und Rauchen in Wäldern seit dem 1. März, dann könnte die Gefahr stark minimiert werden“, schätzt Gritschke ein. Grundsätzlich gilt: Wer zur Zeit eine verdächtige Rauchentwicklung in Wäldern oder auf Feldern beobachtet, sollte nicht zögern, umgehend per Notruf 112 die Feuerwehr zu alarmieren. Wichtig ist dabei auch eine möglichst genaue Ortsangabe für die Einsatzkräfte. „Bleibt zu hoffen, dass Plettenberg von größeren Bränden verschont bleibt.“ 

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