„Größter Schritt ins Leben“

Abitur für 71 ASG-Schüler

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71 ASG-Schüler haben das Abitur bestanden.

Plettenberg – Pünktlich um 10 Uhr am Samstagmorgen marschierten 71 Abiturienten des Albert-Schweitzer-Gymnasiums mit stolzgeschwellter Brust und unter anhaltenden stehenden Ovationen in die Aula ein; der Tag ihrer Entlassungsfeier war endlich gekommen. Doch bis die nun ehemaligen Schüler endlich das harterarbeitete und lang ersehnte Reifezeugnis in Händen halten duften, sollten noch fast zwei Stunden vergehen.

Schlossallee oder Turmstraße – wohin wird der Weg die Abiturienten des Jahrgangs 2019 führen? Diese Frage stellten die beiden Stufenleiter Annette Hagebölling und Bastian Rinke in Anlehnung an das Motto „Abinopoly“. Dabei haben sie nicht nur die eigene Zukunft in der Hand, sondern können „Einfluss auf unser aller Morgen nehmen“. „Macht euch zu den Menschen, die ihr in eurem tiefsten Innern sein möchtet“, appellierten Hagebölling und Rinke und ermahnten gleichzeitig, die persönlichen Ziele nicht über das Glück anderer zu stellen.

Abitur eine großartige Leistung

Bürgermeister Ulrich Schulte war der erste Gratulant des Vormittags. Das Abitur stelle den höchsten schulischen Bildungsabschluss dar, diesen zu erlangen sei eine „großartige Leistung“ und bedeute ein „solides Fundament für den weiteren Werdegang“. Zwar habe man die Abiturienten nicht gelehrt, wie man beispielsweise eine Steuererklärung mache, dafür haben sie „denken gelernt“ – sich Problemen zu stellen und Wissenslücken eigenständig zu schließen. Zwischen Meinungen und Fakten zu unterscheiden, mit Vielfalt umzugehen: all dies haben die Abiturienten neben dem Wissen in den unterschiedlichsten Bereichen gelernt. „Es wird an Ihnen sein, den Wert der Wissenschaft hochzuhalten“, rief Schulte auf, in Zeiten, in denen der erwiesene Klimawandel von verschiedenen immer noch geleugnet werde. „Haltung und Respekt wird in unserer Gesellschaft gebraucht“, so Schulte. Aufgrund des demografischen Wandels seien die Aussichten gut, es weit zu bringen: „Die Gesellschaft und die Wirtschaft warten auf Sie!“

Big Band und Chor des ASG untermalten die Veranstaltung musikalisch.

Besonders unterhaltsam waren die Grußworte von Heidrun Schmidt-Adler aus dem Abiturjahrgang 1969. Sie beschrieb den Abiturienten, wie es war, vor 50 Jahren die Reifeprüfung ablegen zu müssen. 30 Leute seien sie damals gewesen; ein Kurssystem habe es noch nicht gegeben, sondern die Aufteilung in zwei Klassen: die ambitionierten Lateiner in Klasse a und die „Normalos“ in Klasse b. Die vier schriftlichen Abiturfächer waren für alle gleich: Deutsch, Englisch, Französisch und Mathe. Letzteres abzuwählen sei damals ein Traum gewesen, „der sich bei uns leider nicht erfüllt hat“.

Vieles habe sich in den vergangenen 50 Jahren geändert, sagte Schmidt-Adler, nicht aber das Gefühl der Abiturienten, wenn sie am Tag ihrer Entlassung hier stehen: eine Mischung aus Freude und Stolz über Geschafftes sowie Herzklopfen über Zukünftiges. Von nun an seien die Abiturienten für sich selbst verantwortlich, müssen selbst entscheiden in welche Richtung sie ihr Weg führe, so Schmidt-Adler.

Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt

Ihre Ansprache richtete sich nicht nur an die Abiturienten, sondern auch an die Eltern, für die nun ebenfalls ein neuer Lebensabschnitt beginnt: „Es gibt auch ein Leben ohne Kinder, das sehr schön ist“, versprach sie denjenigen, die den Nachwuchs nur ungern ziehen lassen möchten und beruhigte: „Sie kommen immer wieder.“ Zudem riet sie den Eltern, den Kühlschrank immer gut gefüllt zu haben, denn erfahrungsgemäß sei der Kühlschrank bei Studenten tendenziell eher leer.

Tolle Gemeinschaft entstanden

Als Vertreterin der Eltern richtete Alexandra Hein einige kurze Grußworte an die Abiturienten. Eine „tolle Gemeinschaft“ sei in den Jahren am ASG entstanden, aus der „gute, anhaltende Freundschaften“ herausgegangen seien. Die Eltern waren auf die eine oder andere Weise immer nah dabei: haben sich mitgefreut und mitgelitten, seien unzählige Male gefahren, haben unzählige Pausenbrote geschmiert. Mit dem Ablegen des Abiturs haben die Kinder den „größten Schritt ins Leben“ bereits getan. „Macht Fehler, übernehmt Verantwortung“, appellierte Hein abschließend.

Schulleiterin Elisabeth Minner gratulierte den Abiturienten.

In großen Schritten ließen Lisa Siedhoff und Loreen Krimmelbein als Vertreterinnen der Stufe die gemeinsame Zeit Revue passieren: die Unterstufenfahrt nach Münster, Blaue Briefe, Hinterglemm. „Selbstverständlich ist nicht alles rundgelaufen“, so Siedhoff und Krimmelbein, doch letztendlich habe man es gemeinsam geschafft. „Wir konnten uns anbrüllen, unsachlich werden oder streiten, doch am Ende standen wir alle hinter demselben Team“.

Bevor endlich die Reifezeugnisse überreicht wurden, ergriff Schulleiterin Elisabeth Minner abschließend das Wort. Sie prophezeite eine „deutliche Veränderung“ in der Familienstruktur. Der Schulabschluss markiere einen Übergang. Zielorientierung, Entschlossenheit und Mut seien für die Abiturienten nun unerlässlich, um ihren Weg erfolgreich fortzusetzen. Dabei müsse es nicht immer der geradlinige Weg sein: ein Umweg könne eine große Chance darstellen und der vermeintliche Irrweg letztendlich doch zum Ziel führen.

20 Schüler haben Eins vor dem Komma

Von den 71 Abiturienten schlossen 20 mit der Eins vor dem Komma ab. Diejenigen, die einen Schnitt von 1,4 und besser hatten, wurden besonders geehrt. Auch der beste Quereinsteiger von der Realschule erhielt eine Auszeichnung. Außerdem wurden acht Schüler für außergewöhnliche Leistungen in bestimmten Fächern ausgezeichnet.

Neben dem schulischen blieb auch das soziale Engagement nicht unbeachtet. Für Verdienste um die Stufe wurden vier Schüler geehrt, drei weitere für ihre langjährige Mitwirkung bei der AG „Jung für Alt“ und ein Quartett, das bei zahlreichen Veranstaltungen die Technik übernommen hatte.

13 Abiturienten hatten zudem das bilinguale Zertifikat erhalten.

Untermalt wurde die Entlassfeier von den musikalischen Beiträgen der Big Band und des Chors, jeweils unter der Leitung von Rainer Meiertoberens.

Das sind die Namen der Abiturienten

Luca Tim Ackerschott, Sarah Marie Adam, Catharina Alte, Paul Moritz Altenkämper, Lakshithan Antony Arulnesan, Cynthia Anna Basiak, Clemens Bauckhage, Luis Hubert Berghoff, Christopher Bohr, Alida Dedeic, Muhammed Fatih Durak, Sinem Elmas, Selinay Erdogan, Jona Marie Erlhage, Isabel Erner, Jacqueline Michelle Gbur, Noelle Marie Gester, Ben Otto Gödde, Orçun Görmez, Justus Otto Alexander Hein, Wiebke Helmstetter, Maya Hendel, Vivien Heßler, Luca Alicia Holzmann, Tim Robin Houdek, Miguel Igual Bock, Tim-Florian Ihne, Sophie Pauline Knips, Melanie Fiona Köhler-Seuster, Rebecca Madelaine Kornblum, Lea Krause, Loreen Krimmelbein, Friedrich Wilhelm Maximilian Krummenerl, Maximilian Lange, Hasaan Latif, Nico Leuschke, Anna Sophie Lotz, Mathusha Maheswaran, Jaimy Donut Meiritz, Annabella Metten, Lukas Mödden, Joshua Mohr, Matthias Moldenhauer, Julia Nau, Tristan Pawlinsky, Michael Penner, Angela Rebrik, Pia Rüenaufer, Luana Salamone, Khashayar Samieinejad, Antonia Schaaf, Jarno Finn Schawag, Florian Schulte, Lisa Kassandra Siedhoff, Justin Kamil Slomka, Madelaine Sophie Söllner, Pia Anna Stemski, Mona Stork, Felix Tillmann, Sarina Susanne Twarz, Til Vollmer, Jannick Wagner, Tim Friedrich Wahrburg, Jan Nicolas Weber, Lena Wetzel, Lina Merete Willmer, Marina Sophie Wolf, Chiara Wortmann, Janine Wulf, Stefanos Zachos und Simon Zelic

Der Abiball in Bildern:

Abiball des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in der Schützenhalle

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