Hans Beier erlebt Technikrevolution

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Ruth und Hans Beier bei einer Preisübergabe im Ladenlokal an den mittlerweile verstorbenen Alfred Rudnik.

Plettenberg - Auf eine spannende Zeit als Radio-Fernsehtechniker kann der Plettenberger Hans Beier zurückblicken, der gestern die letzten Kartons aus seinem Ladenlokal An der Lohmühle holte.

Der 76-Jährige erlebte die Zeit der Röhrenfernseher, den Wechsel zu TV-Geräten mit buntem Bild und Fernbedienung bis hin zur Einführung von Videorekordern, Mikrowellengeräten und modernen Kaffeevollautomaten. Nach der Jahrtausendwende kam dann der Abschied der Röhrenfernseher und der Siegeszug der Flachbildgeräte.

 Immer blieb Hans Beier auf der Höhe der Zeit, bildete sich stets weiter fort und war während seiner 41-jährigen Tätigkeit auch versierter Ausbilder für fünf Lehrlinge.  Daneben reparierte er Fernseher, installierte Sat-Anlagen und war auch ein Fachmann für Waschmaschinen und weiße Ware. Doch Hans Beier lernte nach dem Siegerzug von Amazon und Co. auch die Schattenseiten der Branche kenne.

 „Eine ältere Frau bekam nach einer Internetbestellung von ihrem in Dortmund lebenden Sohn eine Waschmaschine vor das Hochhaus geliefert. Die sollte ich dann hochbringen und installieren. Weil ich dafür ein wenig Geld haben wollte, wurde ich sogar noch beschimpft“, ärgerte sich der Plettenberger manches Mal über die übermächtige Konkurrenz, die zwar knallharte Preise, aber oftmals keinen Service anbot. 

 Wenig erfreulich verlief für Beier der Abschied nach 35-jähriger Tätigkeit als Tontechniker beim Eiringhauser Schützenfest. „Ich habe es aus der Zeitung erfahren, dass man offenbar einen anderen Anbieter genommen hat“, sagte Beier, der das Vorgehen des Vorstands wenig respektvoll fand. Doch auch davon ließ sich der stets freundliche und zuvorkommende Plettenberger seine Laune nicht verderben, schließlich sind seine Qualitäten als Tonfachmann bei vielen anderen Veranstaltungen auch weiterhin gefragt. 

Nach seinem Abschied vom Ladenlokal An der Lohmühle wird dem rüstigen Oberturnwart das tägliche Gespräch mit den Kunden zwar fehlen, dennoch freut er sich auch darauf, mehr Zeit für Radfahren, den Chorgesang und andere Dinge zu haben. Und welche Tücken ein Fernseher oder eine Sat-Anlage haben, darin macht Hans Beier weiterhin niemand etwas vor.

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