Cold Case

Mutmaßlicher Frauen-Mörder in berüchtigtes Gefängnis eingeliefert

In Korydallos befindet sich größte Gefängnis Griechenlands. Dort wartet nun der mutmaßliche Mörder der Plettenbergerin Garifalia Z. auf seine Auslieferung nach Deutschland. Noch haben die griechischen Behörden, die den Mann in Polizeibegleitung per RTW vom Krankenhaus ins Gefängnis verlegten, aber keinen Kontakt zu den deutschen Behörden aufgenommen. Foto: dpa

Es gibt Neuigkeiten im Fall des mutmaßlichen Mörders aus Plettenberg. Der Mann, der am 6. April 1989 die Plettenbergerin Garifalia Z. mit sechs Pistolenschüssen nahe Dingeringhausen ermordet haben soll, sitzt jetzt in Griechenland im Staatsgefängnis.

Plettenberg – Der heute 68-Jährige soll vor 31 Jahren mit einem roten Mercedes vom Tatort in Plettenberg geflüchtet und untergetaucht sein, ehe er 31 Jahre später am 29. April 2020 als Tatverdächtiger in Agrinio, einer Stadt in Griechenland, identifiziert und verhaftet wurde. Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli hatte bereits im Mai den Auslieferungsbescheid an Griechenland gestellt und das Verfahren in Gang gesetzt.

Von den neuesten Ereignissen in Griechenland hatte Pauli noch keine offizielle Kenntnis. Wie unsere Redaktion erfuhr, berichtete das griechische Online-Portal kedenews.gr darüber, dass der mutmaßliche Mörder aus Plettenberg, der in Griechenland nach einem epileptischen Anfall im Krankenhaus behandelt wurde und dadurch ins Visier der Polizei geriet, nun die Klinik in Agrinio verlassen konnte. Der Beschuldigte, dessen mutmaßliche Tat in seinem Heimatland bereits verjährt wäre, soll demnach ins Korydallos-Gefängnis bei Athen verlegt worden sein. 

Mutmaßlicher Frauenmörder in Griechenlands größtem Gefängnis

Es handelt sich um das größte Gefängnis Griechenlands, in dem einst auch Günter Wallraff inhaftiert war und in dem strenge Haftbedingungen herrschen. Gewalttaten sollen dort zur Tagesordnung gehören. In genau dieses Gefängnis in Korydallos in der Nähe von Athen soll der mutmaßliche Mörder am Freitag, 12. Juni, mit dem Rettungswagen und in Begleitung von Polizisten gebracht worden sein. Nach dem Bericht des griechischen Online-Mediums sei es aber fraglich, ob sein Gesundheitszustand eine Auslieferung nach Deutschland zulassen würde. Das müsse jetzt der Staatsanwalt in Griechenland entscheiden. 

Dr. Gerhard Pauli würde sich über eine entsprechende Entscheidung freuen, denn bislang gibt es keinerlei Rückmeldung von den Behörden aus Griechenland. „Mit den griechischen Behörden ist es nicht ganz so einfach, mit Polen und den Niederlanden funktioniert das deutlich besser. Es gibt eine Verpflichtung, auf den Auslieferungsbescheid zu reagieren, aber das wird unterschiedlich wahrgenommen“, sagt Pauli, der sich nicht in innere Angelegenheiten einmischen will. 

Nach 31 Jahren: Mutmaßlicher Frauenmörder in Griechenland gefasst

„Wir müssen abwarten, aber ich habe da viel Geduld“, erklärt der Oberstaatsanwalt aus Hagen, der sich nach der Verlegung des mutmaßlichen Täters ins griechische Staatsgefängnis Korydallos mittlerweile ein wenig optimistischer zeigt, die Auslieferung durchzusetzen und in Deutschland Mordanklage erheben zu können.

Die Lösung des "Cold Case" aus dem Sauerland hatte europaweit Wellen geschlagen. Viele Zeitungen und Onlineportale griffen die Berichterstattung auf. Die Familie des Opfers bereitet sich auf einen Mordprozess vor. Der Bruder der Frau sprach gegenüber unserer Redaktion von einer "traumatischen Angelegenheit". 

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