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Brandserie in Plettenberg: Feuerwehrmann soll Brandstifter sein

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Von: Christos Christogeros, Georg Dickopf

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Ein 22-jähriger Plettenberger wurde wegen des Verdachts der Brandstiftung von der Polizei vernommen. Es soll sich um ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr handeln. Nun äußert sich auch der Bürgermeister.

[Update 18 Uhr] Plettenberg - Immer wieder brannte es in den Wäldern rund um Plettenberg in den vergangenen Wochen. Polizei und Feuerwehr gingen zuletzt sogar von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Eine Einschätzung, die sich jetzt als wahr herausstellen könnte. Denn wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurde ein 22-jähriger Plettenberger im Zusammenhang mit den Bränden vernommen - ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Nachdem es am Mittwoch erneut im Bereich Am Schellhagen sowie an der Affelner Straße zu Waldbränden gekommen war, konnte im Zuge der bereits längerfristigen polizeilichen Ermittlungen nun der 22-jährige freiwillige Feuerwehrmann aus Plettenberg ermittelt werden.

Feuerteufel von Plettenberg gefasst? Es soll ein Feuerwehrmann sein!

Wie Polizeisprecherin Wiebke Honselmann auf Anfrage betonte, wurde der junge Feuerwehrmann im Nachgang zum Brand in der Nähe von Leinschede von der Polizei aufgegriffen. Der Tatverdächtige wurde zur Vernehmung nach Lüdenscheid gebracht. Gegen ihn habe bereits zuvor ein Anfangsverdacht bestanden. Nach der erkennungsdienstlichen Erfassung und der Vernehmung wurde der Plettenberger wieder auf freien Fuß gesetzt, da keine Fluchtgefahr bestehe.

Der 22-Jährige soll nach ersten Erkenntnissen für insgesamt zehn Waldbrände in Plettenberg als Tatverdächtiger in Frage kommen, teilt die Polizei mit. Welche Taten dem Verdächtigen nun seit Juli im Einzelfall zugeordnet werden können, sei Gegenstand der weiteren polizeilichen Ermittlungen. Gegen den 22-Jährigen wird wegen mehrfacher Brandstiftung ermittelt. Weitere Auskünfte wollte die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.

Nach der Vernehmung brennt es erneut in Plettenberg

Keine 24 Stunden nach der Vernehmung brannte es erneut in Plettenberg. In einem Waldstück an der Affelner Straße wurde eine Rauchentwicklung gemeldet, die die Feuerwehr auf den Plan rief. Bereits nach einer halben Stunde hatte man das Feuer gelöscht. Währenddessen gab es weitere Einsätze im Bereich der Hochbrücke.

Keine 24 Stunden nach der Festnahme eines Tatverdächtigen, der anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, wurde ein weiterer Waldbrand an der Affelner Straße gemeldet.
Keine 24 Stunden nach der Festnahme eines Tatverdächtigen, der anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, wurde ein weiterer Waldbrand an der Affelner Straße gemeldet. © Wölkerling

Feuerwehrmann soll Feuerteufel sein - Wehrleiter entsetzt

Wehrleiter Markus Bauckhage zeigte sich am Freitag entsetzt. „Wenn das so sein sollte, wäre es für die Feuerwehr ein Schlag ins Kontor und es widerspricht jeglichen Werten. Wenn es einer von uns ist, werden wir rigoros dagegen vorgehen“, so Bauckhage.

Es bleibe nur der Ausschluss aus der Feuerwehr. Neben der zivil- und strafrechtlichen Ahndung komme dann auch noch eine Kostenerstattung für alle vorsätzlich verursachten Feuerwehreinsätze und die Schäden in den Wäldern in Betracht.

Waldbrand im Bommecketal: Einsatz im Naturschutzgebiet Plettenberg
Anfang August brannten etwa 30.000 Quadratmeter im Plettenberger Naturschutzgebiet. Ein 22-jähriger Plettenberger, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, wird verdächtigt, vorsätzlich mehrere Waldbrände gelegt zu haben. © Meyer

Mutmaßlicher Feuerteufel gefasst: Das sagt der Bürgermeister

Auch Bürgermeister Ulrich Schulte bezog Stellung zu den Ermittlungen der Polizei:

Liebe Plettenbergerinnen und Plettenberger,

in den letzten Wochen haben wir alle mit Sorge die hohe Anzahl an Waldbränden in unserer Vier-Täler-Stadt und der Umgebung verfolgt. Dabei spielte bei sehr vielen von Ihnen auch immer die Sorge um geliebte Menschen eine Rolle, die dann als haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrleute im Einsatz waren. Es ist unseren Wehrleuten und unterstützenden Einsatzkräften zu verdanken, dass auch aus den größten Bränden keine Katastrophen entstanden sind, denn unter Einsatz ihres Lebens haben sie gegen die Brände, die Flammen, die Hitze gekämpft und tun dies in diesen trockenen Tagen weiter.

Schockierende Meldung

Umso schockierender ist die aktuelle Meldung der Polizei im Märkischen Kreis, dass gestern bei einem weiteren Brandgeschehen ein mutmaßlicher Täter verhaftet wurde, der aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehr stammen soll. Er befand sich in Haft und ist vom Dienst freigestellt.

Zu diesem Zeitpunkt werde ich mich - wird sich die Stadtverwaltung - nicht zur Personalie, den Ermittlungen oder der Verhaftung an sich äußern. Einerseits gilt immer die Unschuldsvermutung und Ermittlungen dienen der Klärung und nicht der Vorverurteilung. Andererseits sind wir es allen anderen Einsatzkräften unserer Vier-Täler-Stadt schuldig. Denn so können diese sich sicher sein, dass wir uns vor sie stellen, sie schützen, so wie sie uns schützen.

Bürgermeister Ulrich Schulte an seinem Arbeitsplatz im Plettenberger Rathaus.
Bürgermeister Ulrich Schulte an seinem Arbeitsplatz im Plettenberger Rathaus. © Dickopf

Vertrauen auf Rechtssystem

Ich vertraue aber auch auf unser Rechtssystem. Sollten die Ermittlungen und ein eventuell später daran anschließendes Verfahren zeigen, dass die verhaftete Person eine Straftat begangen hat, wird diese entsprechend zur Verantwortung gezogen. Dessen bin ich mir sicher.

Abschließend möchte ich noch eins ganz klar sagen: In fast allen Berufsfeldern findet sich ein Querschnitt der Gesellschaft. Die absolute Mehrheit sind gute, aufrichtige Menschen. Nur ganz wenige bilden die Ausnahme. Mein Vertrauen in unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen Feuerwehrleute ist daher unerschüttert! Gleiches gilt für alle anderen Einsatzkräfte unserer Stadt Plettenberg. Ich bin sehr dankbar, dass all diese Frauen und Männer tagtäglich für uns da sind. Nun warten wir die weiteren Ermittlungen ab.“

Ulrich Schulte
Bürgermeister der Stadt Plettenberg

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