Amtsgericht Plettenberg

17-Jähriger lässt sich animieren: „Geh’n wir Jägermeister klauen“

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Plettenberg - Gerade 16 Jahre alt war der Jugendliche bei der Tat, für die er gestern vor vor dem Amtsgericht stand. Gemeinsam mit einem Bekannten, hatte er mehrere Flaschen Alkohol im Rewe-Markt, damals noch Kaufpark, gestohlen. 

Die beiden Plettenberger waren bereits während des Diebstahls beobachtet und die Polizei umgehend gerufen worden, sodass diese bereits vor dem Laden auf die Täter wartete und sie überführen konnte.

Der Bekannte (25), der acht Flaschen Wodka in seinem Rucksack stahl, war zur Verhandlung nicht erschienen. Gegen ihn wurde ein Strafbefehl erlassen. Der andere Täter, der mittlerweile 17 Jahre alt ist, zeigte sich geständig. Er berichtete, dass der Bekannte zu ihm gekommen sei, sagte, er brauche noch an diesem Tag 100 Euro und ihn gefragt habe: „Hilfst du mir klauen?“

Der Ältere wollte die gestohlenen Alkoholflaschen weiter verkaufen. Der 17-jährige sollte einen Anteil von 30 Euro bekommen. Für den Jugendlichen, der monatlich ein Taschengeld von etwa 60 Euro bekommt, klang dies verlockend, sodass er bereit war, ebenfalls acht Flaschen Alkohol zu stehlen – Wodka und Jägermeister. Als der Richter in der Verhandlung fragte, ob der Angeklagte nicht gemerkt habe, dass man ihn beim Stehlen zusah, gestand dieser: „Ich war ein bisschen angetrunken.“ 

Da der Angeklagte noch jugendlich war, wurde die Jugendgerichtshilfe hinzugezogen. Diese schilderte, dass der 17-jährige nur sehr wenige Stunden Schule habe und viel Freizeit, die er nicht unbedingt sinnvoll fülle und fast jeden Tag Alkohol konsumiere. Zudem habe er, obwohl er die zehnte Klasse besuche, noch keine konkreten Zukunftsvorstellungen.

Die Jugendgerichtshilfe schlug daher eine zwölfmonatige Betreuung durch die Jugendgerichtshilfe und ein Alkoholpräventionsseminar als Strafe vor. Die Staatsanwaltschaft und Richter Leonard sahen dies genauso, sodass der Schüler zu einem Jahr betreuerischem Kontakt und dem Präventionsseminar verurteilt wurde. Da der Schüler bisher perspektivlos vor sich hin lebt und fast täglich Alkohol konsumiert, sah man eine pädagogische Unterstützungmaßnahme sinnvoller an, als einen Arrest, um ihn in die richtigen Bahnen zu lenken. Wenn er die Strafe jedoch nicht wahrnehmen sollte, droht ihm ein Arrest bis zu vier Wochen.

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